Philipp Rosenkranz ist mit 32 Jahren und über 200 Oberligaspielen der älteste und erfahrenste Spieler im stark verjüngten Kader des ASC 09 Dortmund. Mit RevierSport sprach er über die Oberliga Westfalen, die Ziele für die kommende Saison und ein Facebook-Video.

ASC 09 Dortmund

Routinier Rosenkranz: "Natürlich ist es geil aufzusteigen"

Stefan Stobbe
07. August 2019, 09:46 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Philipp Rosenkranz ist mit 32 Jahren und über 200 Oberligaspielen der älteste und erfahrenste Spieler im stark verjüngten Kader des ASC 09 Dortmund. Mit RevierSport sprach er über die Oberliga Westfalen, die Ziele für die kommende Saison und ein Facebook-Video.

Ihr seid in der vergangenen Saison wieder Dritter geworden. Wie sieht dein Fazit aus?
Es war unter dem Strich eine sehr erfolgreiche Saison. Wir hatten eine sehr homogene Mannschaft, das hat wirklich Spaß gemacht. Vielleicht hätten wir in der Hinrunde ein paar Punkte mehr holen und ein bisschen konstanter sein können, dann wäre es wahrscheinlich noch erfolgreicher gewesen. Es ist aber immer schwieriger eine Leistung zu bestätigen, als wenn man einmalig so eine Leistung bringt.


Ihr seid jetzt zweimal in Folge Dritter geworden, geht der Blick da nicht auch mal auf die ersten zwei Plätze?
Natürlich hat man immer den Anspruch sich zu verbessern. Es wäre vermessen nach zweimal Platz Drei zu sagen: wir spielen jetzt um Platz Zehn. Das wollen wir alle nicht. Wir fahren als Verein sehr gut damit, das step-by-step zu machen. Aber gerade mit dem Hintergrund, dass wir zwölf neue, junge Spieler dazubekommen haben, ist es brutal schwer zu sagen. Die Leute drumherum erwarten jetzt etwas. Wir wollen natürlich die Leistung bestätigen oder auch einen Platz höher. Da würde ich lügen, wenn ich sage, da sprechen wir nicht drüber. 

Wie lief die Vorbereitung?
Die Vorbereitung war sehr gut, da wir einige Spiele sehr hoch gewonnen haben, aber dann auch ein paar schlechte Spiele hatten, wie zum Beispiel die Niederlage gegen TuS Bövinghausen. Das ist auch gar nicht so verkehrt in meinen Augen, weil so ein Schuss vor den Bug kurz vor Saisonstart natürlich besser ist, als am 1. Spieltag gegen Paderborn.


Du bist der älteste im Kader. Wie definiert sich deine Rolle jetzt, wo viele junge Spieler zu euch gestoßen sind; musst du noch mehr vorangehen? Was können die Jungen sich noch von dir abgucken?
Klar bin ich der Älteste. Ich bin ein Spieler, unabhängig von meinem Alter, der vorangeht. Über Zweikämpfe, Kopfbälle über Einsatz versuche ich den jungen Spielern zu zeigen: das sind die Basics. Es klingt pauschal und sehr klischeemäßig, aber diese Basics musst du bringen. Wenn wir die immer bringen, bin ich davon überzeugt, dass wir wirklich noch mal besser werden können. Manchmal fehlt den jungen Spielern noch der letzte Pepp zu wissen, ich brauch den Ball nicht nur vernünftig zu spielen, sondern auch den Einsatz zu zeigen und die Zweikämpfe zu gewinnen. Das ist das Ein-mal-Eins des Fußballs. Es wird zwar schwer das Niveau aus der Vorsaison direkt wieder zu finden, ich bin da aber sehr positiv gestimmt. Unser Kollektiv ist sehr stark und wir haben viele Spieler, die Verantwortung übernehmen wollen.

Wie schätzt du die Liga ein? Mit Schalke und Haltern sind ja zwei starke Mannschaften weg, mit Meinerzhagen und Münster II sind interessante Gegner hochgekommen.
Ich bin mir noch gar nicht sicher, was ich davon halten soll. Vielleicht war es letztes Jahr etwas prominenter besetzt. Ich glaube aber nicht, dass es dadurch einfacher wird. Ich gehe eher davon aus, dass es eine ausgeglichenere Liga wird. Wir haben letztes Jahr im Pokal gegen Meinerzhagen verloren, da merkt man schon, da kommt Qualität hoch. Ich sehe viele Mannschaften, die die Möglichkeit haben, oben mitzuspielen. Es wird in meinen Augen keine Mannschaft geben, die vorne davonziehen wird. Das würde mich schon überraschen.


Die Ruhr Nachrichten haben vor kurzem eine Elf aufgestellt, die eigentlich schon Alt-Herren spielen könnte, aber noch in den jeweiligen 1.Mannschaften spielt. Darunter bist auch du zu finden. Wäre ein erneuter Aufstieg nochmal ein Traum von dir?
Ich mache das immer noch, weil ich Bock darauf habe. Zwar hat man ein paar mehr Wehwehchen und braucht mehr Regenerationszeit, aber ich fühle mich körperlich gut. Ich mache das, weil ich fit bin, Fußball liebe und es mit den Jungs so Bock macht. Ich versuche immer mir Ziele zu stecken, besser zu werden und das Maximum rauszuholen. Ich weiß wie geil es ist aufzusteigen, weil ich es mit Erkenschwick schon erlebt habe. Klar, versuche ich das den Jungs zu vermitteln und die wissen auch, wie gut sich die zehn Spiele ohne Niederlage zum Abschluss der letzten Saison angefühlt haben. Dieses Aufstiegsgefühl wollen die Jungs sicher auch mal spüren. Natürlich ist es geil aufzusteigen, keine Frage. Ich nehme diesen Satz aber nicht als Ziel mit in die neue Saison. Als erste Etappe wollen wir gut in die Saison zu starten und dann kann man darüber reden. Die Saison ist lang.

Es gibt auf „Pottoriginale“ ein Video (https://www.youtube.com/watch?v=DvJdCfcAdEI) von eurem 1:0-Sieg bei Westfalia Herne aus der vergangenen Saison, bei dem du den Siegtreffer erzielt hast und du ziemlich angegangen wirst. Wie hast du das erlebt?
(lacht) Natürlich ging das auch bei meinen Freunden und der Mannschaft viral, die haben sich alle totgelacht. Ich fand das persönlich auch sehr witzig. Sowas muss es aber auch geben. Das stachelt mich dann an, auch wenn ich das im Spiel gar nicht so mitbekommen hab, ich hatte da andere Sachen im Kopf. Ich kann als Fußballer aber mit sowas umgehen, so etwas macht den Fußball aus. Genau wegen solcher Spiele, spiele ich Fußball. Und nach dem Spiel über solche Sachen zu lachen und solche Videos zu sehen, in denen du sogar namentlich genannt wirst, ist halt witzig. Das ist nun mal Fußball und warum er im Ruhrgebiet so beliebt ist. 

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren