Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sollte bis 2019 einen Vorschlag erarbeiten, wie aus fünf vier Regionalligen werden können, aus denen der Meister direkt aufsteigt. Eine Reform, die wohl nicht stattfinden wird. Das berichtet der

DFB

RL-Reform - der Westen als großer Gewinner?

26. November 2018, 09:50 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth sollte bis 2019 einen Vorschlag erarbeiten, wie aus fünf vier Regionalligen werden können, aus denen der Meister direkt aufsteigt. Eine Reform, die wohl nicht stattfinden wird. Das berichtet der "Kicker". 

Der Ärger quer durch die Republik war groß. Die Fans der Klubs gingen regelmäßig auf die Barrikaden - ebenso die Vereinsverantwortlichen. Die klare Forderung: Meister müssen aufsteigen. In der Regionalliga war das bisher nicht der Fall. Drei Aufsteiger müssen in Relegationsspielen ermittelt werden. Teilnehmer: Die Meister der fünf Ligen, dazu durfte bisher auch der Zweite aus dem Südwesten um den Aufstieg spielen. 


Der Plan war folgender:  Aus fünf werden vier Regionalligen, die Meister steigen direkt auf. Die 3. Liga hatte für diesen Fall einen vierten Absteiger angeboten, wenn im Gegenzug die Chance gegeben ist, direkt aufzusteigen - ohne eine lästige Relegation. Bis zu einem Durchbruch sollte es eine Zwischenregelung für die laufende und die kommende Spielzeit geben. In diesen beiden Jahren steigen vier der fünf Meister direkt  auf. Der Meister der Regionalliga Südwest, die auf ihren bisherigen zweiten Relegationsplatz verzichten wird, steigt in den beiden Spielzeiten direkt auf. 

Hinzu kommen zwei feste Aufsteiger aus den übrigen vier Regionalligen. Der Antrag sieht zudem vor, dass der Meister der Regionalliga Nordost am Ende der Saison 2018/19 direkt aufsteigt. Per Losentscheid bekam zudem die Weststaffel für diese Saison einen festen Aufstiegsplatz zugesichert. Die übrigen beiden Meister der Regionalliga-Spielzeit 2018/19, die dann in der Saison 2019/20 einen festen Aufstiegsplatz erhalten, ermitteln in einer Relegation aus Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger.

Ein Modell ohne Zukunft: Auch der DFB hatte die Problematik erkannt. Er wollte handeln, doch die Pläne scheinen gescheitert. Wie der "Kicker" berichtet, wurde die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe am 14. November aufgelöst. Politisch sei eine Reduzierung auf vier Regionalligen nicht möglich. Wie der "Kicker" weiter berichtet, soll nun eine Lösung favorisiert werden, die DFB-Präsident Reinhard Grindel bereits Ende 2017 befürwortete. 

Wird die West-Staffel der Regionalliga der große Gewinner?

Und die wäre gut für den Westen. Ab 2020 sollen demnach die Staffel West und die aus dem Südwesten einen festen Aufsteiger erhalten. Die weiteren beiden Aufsteiger müssten in einer gesonderten Spielrunde der Meister aus dem Nord, dem Nordosten und Bayern ermittelt werden. Auf Nachfrage bekundete Grindel im November 2017, „dass eine Menge dafür spricht, dass die leistungsfähigen Regionalligen West und Süd-West ihr eigenes Aufstiegsrecht erhalten.“

Hajo Sommers, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, kennt die neuen Entwicklungen allerdings noch nicht: "Uns wurde nichts mitgeteilt, daher kann ich hier nur im Konjunktiv reden. Wenn das so kommen sollte und der Westen klatschen könnte, wäre das trotzdem weiter eine Unverschämtheit. Wir spielen alle in der Regionalliga, daher gilt auch das gleiche Recht für alle. Daher könnte ich mit so einer Lösung wenig anfangen." Marcus Uhlig, erster Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, ergänzt: "Wir bewegen uns in einem noch spekulativen Bereich. Ich möchte mich noch nicht konkret äußern zu etwas, was sich erst anbahnt, sondern erst zu Fakten. An unserer Grundhaltung hat sich jedoch nichts geändert: Das System Regionalliga ist überarbeitungswürdig und -bedürftig. Wir haben die Erwartung, dass sich ein Szenario ergibt, was unter allen Punkten fair und ausgewogen ist und eine elementare Forderung erfüllt: nämlich, dass der Meister aufsteigt."

Autor: Christian Brausch

Der Vollständigkeit halber - diese drei Vorschläge wurden 2017 diskutiert: 


Erster Vorschlag
Die Meister der Regionalliga West und Südwest bekommen einen festen Aufstiegsplatz, die Titelträger aus Süd, Nord und Nordost spielen in einer Dreierrunde zwei weitere Aufsteiger aus. 

Zweiter Vorschlag
Es werden nur noch vier statt fünf Regionalliga-Staffeln gebildet, so dass stets der Meister aufsteigt. Das könnte dem Vernehmen nach auf Kosten der Regionalliga Nordost gehen, in der Traditionsvereine wie BFC Dynamo, Lokomotive Leipzig und Rot-Weiß Erfurt unterwegs sind. 

Dritter Vorschlag
Es gibt ein rotierendes System an festen Aufstiegsplätzen. Drei Meister steigen direkt auf, die beiden übrigen bestreiten Play-offs um einen vierten Aufstiegsplatz. Es wird nach einem turnusmäßigen Modus im Vorfeld einer Saison festgelegt , welche Regionalligen die Direktaufsteiger stellen, welche Meister in die Play-offs müssen. Ein Modell, das Reinhard Grindel präferiert. Der DFB-Präsident hofft, dass sich alle Beteiligten vor dem Bundestag auf einen Kompromiss einigen und es „keine Zufallsentscheidung“ gebe.

Kommentieren

27.11.2018 - 17:00 - rotweissmarkus

Früher war alles besser auch die Regionalliga.

27.11.2018 - 10:44 - Kalle K

"Man richtet zwei dritte Ligen ein, quasi 3. Liga Nord und Süd, behält alle fünf Regionalligastaffeln bei und jeder Meister steigt auf. Allerdings weiß ich nicht, ob die Phantasie des DFB dafür ausreichend ist..."

Genau das gab es bereits und es wurde bewusst eine eingleisige dritte Liga eingeführt, um eine höhere Leistungsdichte zu haben. Den Erfolg sieht man, welche Rolle 3-Liga Aufsteiger in der zweiten Liga spielen vor und nach 2009.
Die Aufteilung der 3. Liga stand nie zur Debatte.

27.11.2018 - 09:10 - ruhrpott-loewe

https://www.hessenschau.de/sport/fussball/regionalliga/reform-mit-vier-regionalligen-steht-auf-der-kippe,regionalliga-reform-102.html

Kurze Zusammenfassung: Die Meldung des Kicker ist scheinbar überholt, der DFB hat als Ziel ganz klar gemacht:

West und Südwest erhalten jeweils einen Aufsteiger (also den Meister) ab 2020 ! Punkt !

Die drei anderen Staffeln (Bayern, Nord, Nordost) werden
a) entweder zu zwei Staffeln zusammengefasst, wobei Nordost jeweils zur Hälfte aufgeteilt würde Richtung Norden bzw Bayern

oder

b) es bleiben drei Staffeln und die drei Meister ermitteln alljährlich zwei Aufsteiger.

Ob man sich auf vier oder fünf Staffeln einigt, ist offen Stand heute.

Ich selbst hätte noch eine andere Lösung vorzuschlagen:

Man richtet zwei dritte Ligen ein, quasi 3. Liga Nord und Süd, behält alle fünf Regionalligastaffeln bei und jeder Meister steigt auf. Allerdings weiß ich nicht, ob die Phantasie des DFB dafür ausreichend ist...

26.11.2018 - 18:02 - Hotteköln

Bezogen auf die Überschrift kann ich nur sagen. Es gibt keine Gewinner so lange der DFB so rumdümpelt. Und das seit Jahren. Wirklich arm. In diesem Punkt sind sich wahrscheinlich alle RS Leser ausnahmsweise mal einig.
Wenn nicht Frankyboy noch einen ablässt..:)

26.11.2018 - 13:50 - Burgsmüller

Ne, keine 5 Auf- und Absteiger, denn die Ost- und Nordstaffeln und auch die aus Bayern sind definitiv zu schwach. Wie sollten so Dorfklubs wie Pipinsried oder Schaldung, Meuselwitz oder Bischofswerda, nicht zuletzt Weiche Flensburg eine Dritte Liga meistern? Die 5 Regionalligen sind mindestens eine zu viel. Der Osten und Norden könnten locker zusammengelegt werden, das wäre schon mal eine echte "Reform", die Sinn machte. Aber 2aus politischen Gründen" (???) ist das nicht machbar, will heißen: Der DFB lässt sich von irgendwelchen dumpfen Lobbyisten ins Handwerk pfuschen, oder sitzen die gar im DFB selbst ...? Diese "Regelung" jetzt lässt zwar die "richtigen Vertreter" der zwei stärksten Ligen direkt in die Dritte, aber diese Aufstiegsrunde zwischen den schwachen Liga-Vertretern verstehe, wer will. Nun denn, wenn es nicht machbar ist - der Leistungsdichte in der 3. Liga nutzt es - zumindest erstmal auf dem Papier.

26.11.2018 - 13:12 - Jünther, Jötz und Jürgen

Der DFB hat nichts, aber auch überhaupt nichts verstanden. Hier gehrt es doch nicht darum , welcher Verdand ein Aufstiegsrecht erhält und welcher nicht. Es geht um den Sport. Ein Meister einer Liga muss aufsteigen. Dieser Grundsatz muss wieder in Kraft treten. Doch DFB und Verbände können sich nicht einigen.
Deshalb gilt es, eine soldarische Haltung aller Verbände einzunehmen. Schließt man die 2. Mannschaften der Profivereine von diesem Wewttbewerb aus, hat man recht zügig vier RL. Furchbar, wie lange man da schon rumhampelt.

26.11.2018 - 12:32 - Bierchen

Ist für uns Rot- Weissen doch eh egal weil wir in hundert Jahren nicht mehr Meister werden. Nicht mal ansatzweise. Kein fußballerischer und wirtschaftlicher Sachverstand vorhanden. Leider nur eine theoretische Diskussion um uns nochmal zum träumen zu bringen("Wir lagen träumend im Gras, den Kopf voller verrückter Phantasien"). Irgendwann spielen aber eher Attendorn, Meinerzhagen oder Geldern in der 3. Liga, ach was, 2. Liga während wir uns weiter in der 4. Liga Durchhalteparolen anhören dürfen und abgefuckte "Analysen" warum es auch dieses Jahr leider, leider mal wieder nicht für den Aufstieg gereicht hat. Und für die ganz Schlauen da draussen. Ja, ich mache es. Ich kann das auch: Für 15.000€/ Monat nicht aufsteigen. Und meine Frau kann das auch sogar! Gott schütze unseren RWE!

26.11.2018 - 12:10 - Kalle K

Was für ein Schwachsinn. Den DFB kann doch keiner mehr ernst nehmen.
Ich finde das Modell am Besten, was Dr. Welling mal vorgestellt hat.

Eine zweigleisige vierte Liga zwischen 3. Liga und Regionalliga, aufgeteilt in Liga Nord und Süd.
Darunter die 5 Regionalligen, wobei man aus der größten im Südwesten zwei machen könnte und mit 6 Regionalligen spielt.

Ich verstehe auch nicht, warum 4 Regionalligen nicht funktionieren können. Nord-West, Nord-Ost, Süd-Ost, Süd-West. Vereine müssen ggfs. mal die Staffel wechseln. Gab es schon immer und hat noch nie jemanden umgebracht.

Dann spielt eben Chemniter FC mit Schweinfurt und RWE mit Oldenburg in einer Liga.
Aber Kirchturmdenken wird nie verschwinden...

26.11.2018 - 11:25 - Franky4Fingerz

Meister müssen aufsteigen - egal, in welcher (Regional-) Liga!!

26.11.2018 - 11:09 - rwebvb

Es kann doch noch einen weiteren Vorschlag geben. Warum wird die dritte Liga nicht auf 21 Vereine aufgestockt und es gibt 5 Auf- und 5 Absteiger. Zwei Spiele mehr pro Saison sind doch wohl zu verkraften.

26.11.2018 - 11:05 - Bahnschranke

Der Grindel ist doch doof. Der wird von uns Allen bezahlt und hat bis heute nicht verstanden, dass "Meister aufsteigen müssen". Ich könnte mich ja jetzt für den Westen freuen, aber aus Solidarität kommt das nicht in Frage. Es gibt doch nur eine logische Lösung. 3. Liga aufstocken und alle Regionalliga-Meister aufsteigen lassen.

26.11.2018 - 10:59 - RWE1

Die Leistungsergebnisse von den DFB-Funktionären werden immer peinlicher. Ihre große Leistung besteht darin, dass monatliche Gehalt abzuholen ohne sich zu schämen. Habe den Eindruck, dass im DFB lauter BEKLOPTE und BESCHEUERTE arbeiten. Leider ist durch solche Menschen der saubere Sport kaputt gemacht worden.

26.11.2018 - 10:44 - cantona08

Es wird langsam Zeit, dass sich der DFB selbst auflöst, weil er offensichtlich nicht mehr handlungs- und beschlussfähig ist. Wenn selbst in Regionalfragen kein sportlicher Konsens mehr in Ligazuschnitt zu erzielen ist, aber gleichzeitig am oberen Rand Absetzungsbewegungen hin zu einer Euro-League statfinden...: Wofür brauch ich dann noch einen DFB, eine DFL??? Damit Funktinärs-Pferffersäcke Entscheidungen zu einer Nationalmannschaft treffen, die ihren Namen nicht mehr wert ist, weil sie keinen mehr interessiert.
Aber wir sind ja weiter im Regionalliga-Dschungel: Mal favoriert Grindel in 2017 die Bevorzugung von West/Sud-West, mal will er das Rotationssystem. Dabei haben alle Beteiligten scheinbar immer noch nicht verstanden:
MEISTER MÜSSEN AUFSTEIGEN!!!
Also: Ran an den Tisch, neu verhandeln bei Wasser und Brot, bis weißer Rauch aufsteigt oder alle verhungert sind.
Keine Gnade, DFB!!!