20.768 Zuschauer sahen das spielerisch enttäuschende 1:1 (1:1) des VfL Bochum gegen den VfL Osnabrück in der zweiten Bundesliga. Nur der Pyro-Wahnsinn einiger Osnabrück-Fans, der Videobeweis und drei Elfmeter sorgten letztlich doch für Spektakel.

VfL Bochum

Pyro-Show, VAR, Elfmeter - Bochum bleibt im Tabellenkeller

Christian Hoch
22. November 2019, 20:26 Uhr
Foto: dpa

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20.768 Zuschauer sahen das spielerisch enttäuschende 1:1 (1:1) des VfL Bochum gegen den VfL Osnabrück in der zweiten Bundesliga. Nur der Pyro-Wahnsinn einiger Osnabrück-Fans, der Videobeweis und drei Elfmeter sorgten letztlich doch für Spektakel.

Die Ausgangslage: Sie hätte fast nicht besser sein können für den VfL Bochum. Vier Punkte aus den vergangenen beiden Spielen in der Liga, großer Zuspruch von den eigenen Anhängern, zwei Heimspiele in Folge in Aussicht. Nicht umsonst sagte Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz: „Ich möchte mich schon jetzt bei unseren Fans bedanken.“ Eine kleine Euphorie war nach den jüngsten Auftritten der Mannschaft zurück nach Bochum gekommen.


Die Analyse der Partie: Der VfL brannte in den ersten fünf Minuten ein wahres Pressing-Feuerwerk ab und ging nach zwei Minuten durch Danny Blum mit 1:0 in Führung - die logische Folge der Sturm- und Drangphase der Mannschaft von Thomas Reis. Beim VfL Osnabrück brannten zunächst nur die Fans ein Feuerwerk ab - mit Pyrotechnik auf den Rängen. Doch nach dem furiosen Beginn kam im ersten Durchgang beim gastgebenden VfL kein konstruktiver Spielzug mehr zustande. Stattdessen gab es viel Stückwerk und zahlreiche Fehler: Erst verschuldete Saulo Decarli einen Elfmeter (9.) - den Manuel Riemann noch hielt - dann tat es Jordi Osei-Tutu seinem Nebenmann gleich (45.). Wieder Strafstoß - und dieses Mal dann auch der hochverdiente Ausgleich. Osnabrück war das bessere, spielbestimmende Team. Der VfL wirkte plan- und ideenlos - ein unerklärlicher Zustand, ob der Anfangsphase.

Das Niveau des Spiels wurde im zweiten Abschnitt nicht besser. Dafür kam der Videobeweis vermehrt zum Einsatz und bescherte dann auch dem VfL in der 63. Minute einen Elfmeter - der dritte insgesamt. Doch Ganvoula scheiterte kläglich. Es war nach der Führung in der zweiten Minute die erste Chance für die Bochumer. Im Anschluss wurde es etwas besser, was der Pott-Klub zeigte. Doch das lag auch daran, dass Osnabrück nicht mehr an die stärkere erste Halbzeit anknüpfen konnte. Es blieb beim 1:1.

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Gewinner des Spiels: Das Gespann der Schiedsrichter. Benedikt Kempkes und sein Team hatten die gesamten 90 Minuten mehrere knifflige Entscheidungen zu treffen. Die schwierigsten: Elfmeter Osnabrück (9.) und Elfmeter Bochum (63.). Doch gemeinsam mit seinen Assistenten Patrick Kessel und Marcel Schütz sowie Video-Schiedsrichter Patrick Alt entschied Kempkes in allen Situationen richtig - Hut ab!


Verlierer der Partie: Einige der mitgereisten Fans des VfL Osnabrück. Sie brannten während des ganzen Spiels immer wieder Pyrotechnik ab - kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit brannte es so stark im Auswärtsblock, so dass es zu einem verspäteten Anpfiff kam. Bei aller Schönheit für das Auge: Pyrotechnik ist in Deutschland verboten, gefährlich und schadet dem eigenen Verein.

Ausblick: Mit dem Unentschieden gegen Osnabrück bleibt die Mannschaft von Thomas Reis zwar weiter im Ruhrstadion ungeschlagen, doch wirklich Mut für die kommenden Wochen kann dieser Auftritt nicht geben. Dafür agierte Bochum zu einfallslos und zu fehlerbehaftet in der Defensive sowie im Offensivspiel. Der VfL klebt weiter im Tabellenkeller der zweiten Bundesliga fest - und wird so wohl kaum in kurzer Zeit dort herauskommen. 

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