Oliver Bierhoff erwägt im Rahmen seines „Projekts Zukunft“ eine Neugliederung der 3. Liga.

3. Liga

„Projekt Zukunft“: Bierhoff denkt über Drittliga-Reform nach

14. Oktober 2019, 08:36 Uhr

Foto: firo

Oliver Bierhoff erwägt im Rahmen seines „Projekts Zukunft“ eine Neugliederung der 3. Liga.

 „Wir machen uns Gedanken darüber, welche Strukturen wir für einen besseren Werdegang der Spieler ändern müssen. Ein Beispiel: die 3. Liga. Würde es helfen, sie in Zukunft wieder zweigleisig laufen zu lassen, oder sogar dreigleisig?“, sagte Bierhoff dem kicker.

Ziel der zur Saison 2008/09 neu geschaffenen dritten Profiliga war eine höhere Leistungsdichte im Unterbau von 1. und 2. Fußball-Bundesliga. Das Aufbrechen dieser Struktur könnte laut Bierhoff (51) „eine Möglichkeit sein, jüngeren Spielern mehr Spielmöglichkeiten zu geben. Aktuell fehlt die Auswahl an jungen deutschen Spielern, wie es zum Beispiel vor zehn Jahren der Fall war“.


Bierhoff hatte sein Projekt („Für die Weltmeister von Morgen“) auf dem DFB-Bundestag Ende September mit dem Ziel vorgestellt, den deutschen Fußball zurück in die Weltspitze zu führen. „Wir leisten aktuell gute Arbeit. Aber das reicht im Spitzensport und für unsere Ansprüche nicht. Die Arbeit muss sehr gut sein, wir müssen das Maximum rausholen“, sagte er. Bei dieser „Mammutaufgabe“ müssten DFB und Deutsche Fußball Liga „anpacken, uns bewegen, Mut zu Veränderungen haben. Da dürfen wir nicht warten, bis der Karren im Dreck steckt“.

Seit dem Aufbau der Leistungszentren und des Talentförderprogramms nach dem EM-Desaster 2000 sei der Fehler gemacht worden, „dass wir danach nicht mehr justiert haben“, sagte Bierhoff: „Wir müssen in kürzeren Abständen überprüfen, ob das, was wir machen, noch sinnvoll ist und den Ansprüchen entspricht. Gelingt uns das, müssen unsere Klubs 2030 nicht mehr ins Ausland schauen. Dann wird der Pool an Talenten groß genug sein. Und wir sind wieder an der Weltspitze.“ sid

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14.10.2019 - 20:04 - igor2000

Die einzige Reform, die die 3. Liga (und die Regionalligen) braucht, ist eine Aussonderung der "Amateur"-Mannschaften der Erst- und Zweitligisten. Niemand will sie sehen, Wettbewerbspraxis könnten sie auch in einer B-Liga gewinnen.

14.10.2019 - 14:03 - IchDankeSie1907

Ich bin für die dreigleisige dritte Liga, ohne Beteiligung der Zweitmannschaften (U23) der Profiligen.
Diese Zweitmannschaften bringen zu Auswärtsspielen im Allgemeinem keine Zuschauer mit und verursachen dadurch nur Unkosten für die Heimmannschaften.
Zudem verzerren sie mit den ihnen zugeteilten Profis den Wettbewerb. Es werden Spieler eingesetzt, die von den Fernsehgeldern für die erste Liga eingekauft wurden. Diese werden zweckentfremdet in der dritten und vierten Liga eingesetzt. Das muss dazu führen, dass mehr Fernsehgelder in die dritten und vierten Ligen fließen, damit die Wettbewerbsverzerrung verringert wird und die "normalen" Dritt- und Viertligamannschaften konkurrenzfähig bleiben können. Diesen Mannschaften muss es aus Gründen der Chancengleichheit ebenfalls ermöglicht werden Millionen Ablösesummen und Gehälter zu zahlen.
Ich gehe auch davon aus, dass die Konkurrenzfähigkeit einiger Erstligisten in der Bundesliga nicht mehr gewährleistet ist, weil auf Masse anstatt auf Klasse gesetzt wird. Zum Beispiel beim 1. FC Köln, der mit 5 Bundesligaspielern teilweise in der vierten Liga antritt, die zum Teil Millionen Ablöse kosteten. Hätte man das Geld in vernünftige Erstligaspieler investiert, wäre davon auszugehen, dass der Verein nicht am Tabellenende rumkrebsen würde. Das ist eigentlich ein Betrug an den eigenen Fans, aber auch an den Vereinen in der Regionalliga West, die sich mit einer Mannschaft auseinandersetzten müssen, die den ursprünglichen U23-Gedanken völlig ad absurdum führen.
Ähnliches gilt natürlich auch für die Zweitvertretung vom S05, die wahrscheinlich ohne die eingesetzten Profis nicht in der Regionalliga West Überlebensfähig wären.
Vereine wie Wattenscheid bekommen die Quittung und gehen einfach Pleite, weil sie keine Chance mehr haben finanziell mit zuhalten in der vierten Liga. Und das sind nicht bestimmt nicht die einzigen, wenn man nach Wuppertal schaut.
Da gibt es noch den "Financial Fairplay Gedanken", der hier mit Füßen getreten wird, weil das Geld, welches für Bundesligamannschaften erwirtschaftet wird, in den dritten und vierten Liga eingesetzt wird.
Die Regionalligavereine sollten rechtlich vor Zivilgerichten gegen den Einsatz der Bundesligaprofis vorgehen, um wieder Chancengleichheit zu erlangen!

14.10.2019 - 13:47 - poldiauswanne

@Lokutus

Falsch...
Die dritte Liga obliegt der Führung des DFB und nicht der DFL, weshalb sie auch nicht "3. Bundesliga" heißt und weshalb das Logo des DFB und nicht der BL verwendet wird.

14.10.2019 - 13:36 - Kalle K

@Majo2008: das ist der absolut richtige Ansatz.
Eine dritte Liga, maximal zwei Vierte Ligen. Dazu eine U-21 Bundesliga.

Aber wie die Aufteilung der 3. Liga, deren Gründung eine höhere Leistungsdichte war, in zwei oder drei Staffeln mehr Leistungsdichte erzeugen soll, soll mir der Herr Bierhoff noch mal erklären. Erschließt sich mir nicht. Eine Reform wie beschrieben wäre der Schritt in die falsche Richtung.

14.10.2019 - 11:01 - Majo2008

Dieser Dummschwätzer hätte gemeinsam mit Löw nach der WM Pleite zurück treten m müssen.
Die eingleisige 3 Liga muss Bestand haben. Die 2. Vertretungen der Bundesligisten müssen eine separate Liga, wie in England, Spielen.
Ein weiteres Ziel muss eine zumindest zwei gleisige 4. Liga sein.

14.10.2019 - 11:01 - Lokutus

Bin mal gespannt, was die DFL dazu sagt, unter der Ferderführung die 3. Liga läuft ! Schliesslich haben die sich ka auch bisher jeder Änderung verweigert.
Wahrscheinlich hat Herr Bierhoff wieder nur ein feld gefunden, auf dem er sich darstellen kann

14.10.2019 - 09:43 - Kuk

2019 stellt Bierhoff fest, dass eit 2000 nicht mehr justiert wurde.
Wäre das nicht SEINE Aufgabe gewesen ?