Mittelfeldspieler Marc Lorenz vom Karlsruher SC sieht die Pläne zur Fortsetzung des Spielbetriebs im deutschen Profifußball äußerst kritisch. 

2. Bundesliga

"Ohne Rücksicht auf Verluste": KSC-Profi schießt gegen die DFL

11. Mai 2020, 09:11 Uhr
Foto: Mark Bohla

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Mittelfeldspieler Marc Lorenz vom Karlsruher SC sieht die Pläne zur Fortsetzung des Spielbetriebs im deutschen Profifußball äußerst kritisch. 

Im Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) fehlen dem 31-Jährigen „die Vorbereitung und das Gespür für die Gesundheit der Spieler. Ich glaube, da wird gar nicht darauf geachtet“, sagte der Zweitliga-Profi den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (Montag). „Die Spieler werden nach 60 Minuten platt sein. Da helfen auch die beschlossenen fünf Auswechslungen nichts. Dann wird die Übermüdung kommen und dann die schweren Verletzungen.“

Nach der Unterbrechung der Spielzeit wegen der Coronavirus-Pandemie sollen die Karlsruher am Samstag (13.00 Uhr) gegen den SV Darmstadt 98 den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Im Idealfall soll die Saison bis Ende Juni beendet werden, da dann die Verträge etlicher Profis auslaufen. „Es ist für mich ein Durchdrücken ohne Rücksicht auf Verluste. Es gibt viele, die um einen neuen Vertrag spielen. Wenn sich einer das Kreuzband reißt, verpflichtet den keiner mehr. Gesundheit ist unbezahlbar“, sagte Lorenz. dpa

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12.05.2020 - 12:49 - hans1107

Dann sollen die sich einen neuen Job suchen, wenn man Angst hat nach 60 Min. platt zu sein. Das ist jammern auf ganz hohem Niveau.
Was sollen die Leute sagen, die einen wirklich anstrengenden Job haben.

11.05.2020 - 17:48 - Idefix a.D.

Moin, moin zusammen!

Etwas in Frage stellen oder scharf kritisieren - schon fast eher verurteilen halte ich für einen kleinen Unterschied.

Machen wir uns nichts vor - die Profiligen im Bereich Fußball sind Wirtschaftsunternehmen, wo es am Ende um viel Geld geht. Geld in einer Höhe welches "Lorenz, Kreuzer, Subutic (der ja kürzlich ein ähnliches Statement abgegeben hatte) & Co. anders nie verdient hätten - zumindest nicht "so leicht". In solchen Wirtschaftszweigen entsteht/herscht aber auch ein hoher Druck, gerade wenn es um das Thema Abstieg / neuen Vertrag geht. Klar wäre es aktuell für jeden Klub der noch in Abstiegsnöten steckt das Beste, wenn die Saison abgebrochen werden würde, keiner absteigen würde und es in Sachen Lizenz keine Schwierigkeiten geben würde - max. 3 Pkte Abzug in der neuen Saison. Bei dann 20 Mannschaften ein lösbares Problem. (Aufsteigen soll ja dann gehen)

Das Problem ist aber - sollte die Saison abgebrochen werden und erst dann wieder starten können, wenn ein hilfreiches Medikament oder ein Impfstoff verfügbar ist, wäre es in Sachen Profimannschaftssport aus. Auch der Mannschaftssport im Amateursektor wäre tot. Insgesamt müsste dann die Frage gestellt werden, wie dann mit allen anderen Wirtschaftszweigen umgegangen wird.

Es wird keinen 100%igen Schutz gegen Covid19 oder einen anderen Virus geben. Die Gefahr schwebt immer im Raum. Wir haben aktuell etwas über 16.000 gemeldete infizierte Personen. Von denen zeigen nicht alle Symptome auf. Wie hoch die Dunkelziffer an Personen ist, die den Virus auch in Sich tragen, aber (noch) keinerlei Symptome aufweisen weiß keiner. Hierzu müsste jeder Bundesbürger mind. einmal pro Woche getestet werden .

Also, lasst uns bitte ohne Hysterie aber mit genug Abstand und Achtung vor jedem so gut es geht "normal" weiterleben. Es wird immer im Leben mind. zwei Möglichkeiten geben mit "Problemen / Aufgaben die gelöst werden müssen" umzugehen.

1848 blau weiße Grüße

11.05.2020 - 17:31 - asaph

Verlasst das sinkende Schiff! ...kehrt um!

11.05.2020 - 16:53 - derdereuchversteht07

Deswegen kann er doch trotzdem etwas in Frage stellen.

11.05.2020 - 14:35 - Idefix a.D.

Moin, moin zusammen!

Damit das hier nicht einseitig wird - wer zwingt Spieler wie Lorenz & Co. die offenbar Angst vor einer Ansteckung haben bzw. der Hygienevorschrift der DFL nicht trauen, an den MS-Spielen teilzunehmen? Wenn wie hier Sportdriektor Kreuzer den Spieler verstehen kann, werden Hr. Lorenz auch keine finanzielle Einbußen entstehen. Es besteht bei keinem Arbeitsvertrag "PFLICHT ZUR ARBEIT" - sprich es kann keiner gezwungen werden einer Arbeit nachzugehen - vor allem wenn ein berechtigter Grund für eine Gesundheitsgefährdung besteht. Wenn die Meinungen von Hr.Lorenz u. Hr. Kreuzer auch vom restl Kader/Vorstand des KSC geteilt werden, besteht ganz klar die Möglichkeit 2 x nicht anzutreten. Dann könnte der KSC-Vorstand sich auch voll und ganz auf eine Planinsolvenz einstellen. ;-) Frage für mich wäre aber, als vor zwei Wochen 36 Klubs aus Liga 1+2 den Vorstellungen der DFL zugestimmt haben, wer für den KSC zugestimmt hat. ;-)

Und noch eine kleine Anmerkung - wieso sollen die Spieler nach 60 Minuten platt sein? Wenn jeder "seine Hausaufgaben gemacht haben sollte", müsste ein langjähriger Profisportler immer noch über ausreichend Fitness verfügen, um ein Spiel über 90 Minuten durchstehen zu können. Auch wenn "Training u. Spiel" zwei paar Schuhe sind. ;-)

Dass es nicht sofort im jeden Spiel 90 Minuten Powerfussball zu sehen wird, sollte jedem Zuschauer aber auch klar sein.

11.05.2020 - 12:03 - JeffdS

So ist das im Circus Maxximus .. werden hinten raus wohl mehr Tore fallen und einige mit Krämpfen liegen bleiben .. Sonderfall DFL Ligen und Fernsehgelder ..

11.05.2020 - 10:53 - Gregor

Ich hoffe, dass diesem geldgierigen Haufen das Ganze in Kürze noch so richtig um die Ohren fliegen wird. Die Saison fortzusetzen ist ein riesengroßer Fehler.
Ein Abbruch der Saison in allen Ligen wäre die beste und fairste Lösung. Es gibt keine Auf- und keine Absteiger. Die nächste Saison sollte dann in allen Ligen mit den gleichen Vereinen starten wie die Saison 2019/2020.

11.05.2020 - 10:53 - Herold

?? Warum soll ein Profi nach 60 min. platt sein ?

Sein Körper ist sein Werkzeug, und nur er selbst ist für den Zustand seines Körpers verantwortlich !

11.05.2020 - 09:40 - Sch'tis

Wie Recht er doch hat !!

Pro Marc Lorenz !!!