Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat knapp 15 Monate nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft seine Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund bekräftigt und sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verteidigt. 

Foto mit Erdogan

Özil bekräftigt Vorwürfe gegen DFB - Rücktritt war „richtig“

17. Oktober 2019, 11:09 Uhr

Foto: firo

Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat knapp 15 Monate nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft seine Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund bekräftigt und sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verteidigt. 

„Nach dem Foto habe ich mich nicht mehr geschützt, nicht mehr respektiert gefühlt. Ich wurde rassistisch angegangen - sogar von Politikern und bekannten Persönlichkeiten“, sagte Özil im Interview des Portals „The Athletic“ am Donnerstag. „Dennoch hat sich zu dieser Zeit niemand von der Nationalmannschaft vor mich gestellt und gesagt: "Hey, das reicht. Das ist unser Spieler." Jeder hat einfach geschwiegen und es geschehen lassen.“

Özil war nach der WM 2018, die für Deutschland bereits nach der Vorrunde beendet war, mit einem Knall zurückgetreten. In einer mehrteiligen Stellungnahme in den sozialen Medien hatte der Weltmeister von 2014 den DFB und dessen damaligen Präsidenten Reinhard Grindel scharf angegriffen. Auslöser der Krise war das Erdogan-Foto vor der WM, das in Deutschland zum Politikum und Anlass zu lautstarken Diskussionen über Rassismus wurde.


„Er ist der aktuelle Präsident der Türkei und ich würde dieser Person immer meinen Respekt erweisen - egal, wer es ist“, sagte der einstige Bundesliga-Profi. „Auch wenn ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, ist die Türkei Teil meines Erbes.“ Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel damals nach London gereist wäre „und nach einem Treffen, einem Gespräch gefragt hätte, hätte ich das natürlich auch getan. Es ging allein darum, Respekt vor dem höchsten Amt eines Landes zu zeigen.“

Seinen Rücktritt bezeichnete der Profi des englischen Erstligisten FC Arsenal auch mit dem Abstand mehrerer Monate als „richtige“ Entscheidung. „Es war eine sehr schwere Phase für mich, ich habe neun Jahre für Deutschland gespielt und war einer der erfolgreichsten Spieler. Ich habe die WM und mehr gewonnen, eine Menge Spiele gespielt - viele davon waren sehr gut - und habe alles gegeben.“ dpa

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19.10.2019 - 09:40 - KB1904

Ist hier die Rede von dem Özil der zur WM Vorbereitung in den Bergen seine eigenen Playstation mit hatte? Ohne Deutschland / Schalke und da besonders der Trainer Elgert wäre er als eine Niete im Lostopf auf der Kirmes gelandet. Jetzt zeigt er seinen Dank und auch seinen wahren Charakter.

18.10.2019 - 06:43 - Orteus

Ach Mesut, sei doch mal ehrlich: Du bist doch nur für Deutschland angetreten weil es da mehr zu holen gab als wenn Du für die Türken gespielt hättest. Ich bin jedenfalls froh Dich nicht mehr im Nationaltrikot sehen zu müssen und ich glaube, so denken viele. Danke für nichts!

17.10.2019 - 19:30 - Stan56

Was ihm wahrscheinlich am meisten weh tut ist, dass kein (vernünftiger) Fußball-Fan ihm eine Träne nachweint - da muss er dann schnell nochmal nach treten, um irgendwie etwas Aufmerksamkeit zu generieren, zumal er auch im Verein nur noch 2. Wahl ist...

17.10.2019 - 18:56 - Red-Whitesnake

Bedanken sollte er sich lieber bei den Leuten, die ihn 2018 noch eine WM ermöglicht/gegönnt haben.
Aber so ist es... erst mal das Nützliche nehmen, dann kann man hinterher jammern/meckern und sich nicht verstanden fühlen.
Schuld sind immer die Anderen.
Deswegen, eine richtige und längst überfällige Entscheidung zu dem Zeitpunkt... sportlich und menschlich.

17.10.2019 - 12:20 - Besserwisser64

Zitat *Seinen Rücktritt bezeichnete der Profi des englischen Erstligisten FC Arsenal auch mit dem Abstand mehrerer Monate als „richtige“ Entscheidung*

.... und war - nicht zu vergessen - aus sportlicher Sicht überfällig.