Michael Kaminski ist Cheftrainer von Westfalen-Oberligist Westfalia Rhynern. In Zeiten der Corona-Krise macht er sich jedoch keine Gedanken um den Fußball. Vielmehr sorgt sich der 36-Jährige bei seiner Arbeit im Krankenhaus um die Gesundheit seiner Mitmenschen.

Corona-Krise

Oberliga-Trainer arbeitet im Krankenhaus: „Kriege alles hautnah mit“

Tim Rother
25. März 2020, 14:30 Uhr
Foto: Klaus Pollkläsener

Foto: Klaus Pollkläsener

Michael Kaminski ist Cheftrainer von Westfalen-Oberligist Westfalia Rhynern. In Zeiten der Corona-Krise macht er sich jedoch keine Gedanken um den Fußball. Vielmehr sorgt sich der 36-Jährige bei seiner Arbeit im Krankenhaus um die Gesundheit seiner Mitmenschen.

Das Coronavirus hat Fußball-Deutschland fest im Griff. Auch in der Oberliga Westfalen ruht der Ball – laut Angaben des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) noch mindestens bis zum 19. April. Wie und ob der Ligabetrieb danach fortgesetzt werden kann, ist derzeit noch völlig offen.

Ein Mensch, der in dieses Thema „stark involviert“ ist, ist Michael Kaminski. Der frühere Oberliga-Kicker trainiert derzeit den SV Westfalia Rhynern. Nachdem der 36-Jährige noch im Vorjahr zum Assistentenstab von Trainer Torsten Garbe gehört hatte, ist es für ihn - nach Garbes Weggang - aktuell die erste Saison als Chefcoach. Und die geht schon jetzt aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie völlig unfreiwillig in die (Fußball-)Geschichte ein. Für Kaminski ganz besonders. Der Grund: „Ich kriege alles hautnah mit, weil ich im Krankenhaus in Hamm beruflich tätig bin als Angestellter“, verrät er.

„Manche Spieler sind abhängig von den Gehältern im Amateursport“

Optimismus? Für den Trainer dieser Tage ein Fremdwort. „Ich denke, dass es noch schlimmer werden wird“, meint Kaminski. „Die Prognosen von den Experten, dass in diesem Jahr nochmal Fußball gespielt, sind ja relativ düster.“ Aber: „Wir müssen die Situation so annehmen, wie sie ist. Ich sorge mich mehr um die Gesundheit meiner Mitmenschen als um den Fußball.“

Komplett aus den Augen verliert Kaminski seine Jungs und den Klub aber nicht. „Es ist schwierig für die Vereine – mit den Sponsoren und den Gehältern“, erklärt er und weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Manche Spieler sind zudem abhängig von den Gehältern im Amateursport. Studenten aus unserer Mannschaft zum Beispiel. Die müssen ihre Miete zahlen.“ Allerdings: Hier hilft ab sofort glücklicherweise der Staat, der Mieterinnen und Mieter in Zeiten der Corona-Krise vor einer Kündigung schützt.

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren