Am Montagabend hatte der Fußballverband Niederrhein die Oberligisten zu einer Video-Konferenz eingeladen. Mit dabei waren auch Vertreter des Fußballverbandes Niederrhein (FVN). Das Thema: Wie soll es mit der laufenden Saison weitergehen? Die Antwort gaben die Vereine fast ohne Gegenstimme.

Videokonferenz

Oberliga Niederrhein: Vereine sprechen sich für Saisonabbruch aus

21. April 2020, 08:55 Uhr
Geht es nach den Vereinen, dann soll in dieser Oberliga-Niederrhein-Saison der Ball nicht mehr rollen. Foto: RS

Geht es nach den Vereinen, dann soll in dieser Oberliga-Niederrhein-Saison der Ball nicht mehr rollen. Foto: RS

Am Montagabend hatte der Fußballverband Niederrhein die Oberligisten zu einer Video-Konferenz eingeladen. Mit dabei waren auch Vertreter des Fußballverbandes Niederrhein (FVN). Das Thema: Wie soll es mit der laufenden Saison weitergehen? Die Antwort gaben die Vereine fast ohne Gegenstimme.

17 von 18 Oberliga-Niederrhein-Vertretern waren bei der Videokonferenz anwesend. Nur ein Verantwortlicher der Sportfreunde Baumberg fehlte.

Die Diskussion verlief sehr ruhig und sachlich. Schnell kamen 14 Klubs auf einen gemeinsamen Nenner: Sofortiger Saisonabbruch, der den SV Straelen als Aufsteiger beinhaltet, aber keine Absteiger zulässt. Zwei Vereine wollten eine komplette Annullierung der Saison, lediglich ein Klub sprach sich für eine Fortsetzung der Saison aus.

RevierSport hat bei einigen Beteiligten nachgefragt.

Stephan Houben, Sportlicher Leiter SV Straelen:

"Ich denke, dass die Statements und Wünsche der Liga klar über die einzelnen Vereine zum Ausdruck gebracht worden sind. Es wurden auch viele praxisnahe Begleitumstände erläutert, die negativ wären, wenn man die Saison bis in den Winter oder noch länger zieht. Demnach ist nach Abwägen all dieser Dinge ein Abbruch der Saison alternativlos.
Eine Regelung, die Vereine aufsteigen zu lassen und auf Absteiger zu verzichten, würde der momentanen Situation am besten tun und schlussendlich die wenigsten Schmerzen verursachen. Eine Aufstockung der Ligen könnte man in den nächsten Jahren dann wieder runterspielen, wie man es bereits vor einigen Jahren mit der Ligareform gemacht hat."

Karl Weiß, erster Vorsitzender ETB Schwarz-Weiß Essen:

"Grundsätzlich sind wir bei dem Szenario, dass die Saison abgebrochen wird und wir eine einvernehmliche Lösung finden. In unserer Oberliga ist das überhaupt nicht schwer. Man sollte den SV Straelen aufsteigen lassen und keine Mannschaft sollte runtergehen. Irgendwann können wir dann hoffentlich weiterspielen. Leider weiß das aktuell niemand, wann dies der Fall sein wird. Man muss natürlich wissen, wann die neue Saison gespielt werden kann, das setzt ja einen Abbruch voraus. Wir vom ETB werden immer eine vernünftige Lösung befürworten."

Oliver Kuhn, erster Vorsitzender SSVg Velbert:

"Das war eine klare Ansage der Vereine. Es ist quasi 16:1 für einen sofortigen Saisonabbruch gestimmt worden. Dieses Meinungsbild habe ich bereits vor fünf Wochen gegenüber RevierSport vertreten. Ich hoffe sehr, dass der Verband das Votum zeitnah umsetzt, um den Vereinen Planungssicherheit zu gewähren."

Mario Salogga, Sportlicher Leiter FC Kray:

"Wir haben uns als FC Kray auch für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. SV Straelen muss aufsteigen, weil sie mit weitem Abstand die beste Mannschaft der Oberliga sind. Die rechtliche Grundlage lässt bei einem Saisonabbruch keine Absteiger zu. Eine Weiterführung der Saison macht aus wirtschaftlicher und auch menschlicher Sicht zu einem späteren Zeitpunkt keinen Sinn." 

Christoph Peters, erster Vorsitzender TSV Meerbusch:

"Meine Meinung ist klar: Ligaabbruch, Straelen aufsteigen lassen, jetzige Absteiger bleiben in der Liga, Landesligaaufsteiger füllen auf."

Peter Radojewski, Trainer Cronenberger SC:

"Meinung nach wäre es die fairste Entscheidung, wenn die Liga abgebrochen wird, Straelen aufsteigt und es keine Absteiger gibt. In der neuen Saison sollte die Liga auf 21 Mannschaften aufgestockt werden. Die Vereine könnten mehr Einnahmen generieren und die Winterpause könnte verkürzt werden."

Dirk Tönnies, Trainer SV Schonnebeck:

"Das Ergebnis der Videokonferenz ist eindeutig. Das sollte man dann auch so respektieren. Alle anderen Szenarien würden eine Wettbewerbsverzerrung und wirtschaftliche Probleme für die Klubs nach sich ziehen. Viele Vereine aus der Oberliga haben aktuell große Einbußen. Erst ab der neuen Saison kann man wieder normal planen. Deshalb sollte man jetzt den Cut machen, um Gewissheit zu haben. Sinnvoll wäre, wenn die Landesliga-Tabellenführer aufsteigen würden. Die Liga kann dann auch größer sein und wir hätten mehrere Spiele, aber auch mehrere Einnahmen."

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21.04.2020 - 12:27 - rwe-wackerle

Und was passiert mit dem Niederreihn pokal ?? Verzichten die vereine die noch darin vertreten sind auch darauf ???
Schade ist das keiner weiß wie es wirklich unterhalb der 1.und 2. Liga weiter gehen soll ? Vor allen Dingen finanziell, denn ohne Planungssicherheit werden viele Vereine die von ihren Fans geliebt werden , vor die hinde gehen und von der Fußball Landkarte verschwinden.
Eine traurige Vorstellung für alle !!!
Bleibt alle gesund !!

21.04.2020 - 12:13 - krayerbengel

Sehr gute Entscheidung der Oberligisten!!
Gott sei Dank findet diese Schnapsidee des SV Elversberg und Konsorten keine Nachahmer.
Diese Lösung wünsche ich mir auch für die Regio-West.
Verl sollte verdientermassen aufsteigen und keiner aus der 3Liga absteigen.
Ich denke eine Regio ohne Münster, Viktoria und Verl würde den Essener Aufstiegsambitionen nur zugute kommen.

21.04.2020 - 11:58 - UNVEU

Abbruch JETZT! Auch in Westfalen

21.04.2020 - 09:46 - 76

Wenn die Vereine das so wollen ist das ja okay. Aber keine Absteiger bei Vereinen, die 17 bzw. 19 Punkte Rückstand haben ist schon schwer nachzuvollziehen. Zumal dafür in der nächsten Saison eine aufgeblähte Liga entseht.