Nagelsmann geißelt Internet-Mobbing

22.02.2019

Beschimpfungen und Droh-Mails

Nagelsmann geißelt Internet-Mobbing

Foto: dpa

Trainer Julian Nagelsmann vom Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim hat das Internet-Mobbing von anonymen Nutzern mit deutlichen Worten gegeißelt. 

"Leute, die mit ihrem Synonym 'Ätschibätschi453' im Internet Dinge schreiben, vergessen leider, dass da Menschen hinter den Empfängern stehen. Das geht einem nahe", sagte der 31-Jährige am Freitag. Nagelsmann ist auch schon zum Opfer von sogenannten "Hatern" geworden. "Seit mein Wechsel zu RB Leipzig bekannt ist, werden nicht nur schöne Sachen geschrieben", äußerte der Coach: "Ich erfahre es zum Glück nur, wenn es mir einer sagt. Ich lese das nicht - das hat vor allem etwas mit Selbstschutz zu tun."


Eine extreme Erfahrung hat Nagelsmann erst zuletzt gemacht. "Beim Spiel bei Borussia Dortmund habe ich in der 71. Minute eine Droh-Mail von einem sogenannten TSG-Fan bekommen, der geschrieben hat, dass ich mich endlich verpissen soll. Da stand es noch 0:3", schilderte der Trainer: "Als es in der 90. Minute 3:3 stand, kam nichts mehr."

Am kommenden Wochenende geht es für Nagelsmann mit Hoffenheim gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber RB Leipzig. Nach zwei Niederlagen will er endlich etwas Zählbares gegen die Sachsen holen. "Wir werden alles dafür tun, um dort zu gewinnen", sagte der 31-Jährige vor dem Punktspiel am Montag (20.30 Uhr/Eurosport-Player): "In beiden Spielen war es nicht so, dass wir hoffnungslos unterlegen waren. Insgesamt waren wir auf Augenhöhe."

In der laufenden Saison kassierte die TSG im Liga-Heimspiel (1:2) und im DFB-Pokal in Leipzig (0:2) Pleiten gegen RB. Ab der kommenden Spielzeit wird Nagelsmann, der am Montag auf Mittelfeldspieler Dennis Geiger und wahrscheinlich auch auf Verteidiger Ermin Bicakcic verzichten muss, die Leipziger betreuen. Ralf Rangnick beendet seine Doppelrolle und wird wie zuvor "nur noch" als Sportdirektor fungieren. Wer Nagelsmann im Kraichgau beerbt, ist noch offen. Nach wie vor gilt Marco Rose (RB Salzburg) als erster Anwärter. "Mittlerweile ist es ein Spiel wie jedes andere. Es ist ja schon das dritte in dieser Saison gegen den künftigen Arbeitgeber", äußerte Nagelsmann, der mit Blick auf die Spekulationen über eine absichtliche Niederlage beim direkten Konkurrenten deutliche Worte fand. 

"Das ist völliger Bullshit. Natürlich würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mit RB nicht Champions League spielen will. Aber ich schmücke mich nicht gern mit den Lorbeeren anderer", sagte der Coach: "Ich kann mich nur mit den Lorbeeren bei der TSG schmücken. Ich habe hier meinen Auftrag, den ich mit aller Leidenschaft erfülle. Und ich gehe davon aus, die TSG wieder nach Europa zu führen."

Nagelsmann hatte zuletzt bereits Gerüchte zurückgewiesen, wonach sein Verhältnis zu Rangnick gestört sei und es deshalb nicht zu einer Zusammenarbeit bei RB kommen würde. Angeblich soll sich Rangnick mit Abschiedsgedanken tragen. "Dass da Gerüchte aufkommen, ist normal im Fußball-Geschäft, aber das hat nichts mit der Realität zu tun", sagte Nagelsmann der Bild-Zeitung. "Ralf ist auch ein Grund, warum ich dorthin gehe. Ich freue mich total auf die Zusammenarbeit, sie wird sehr, sehr gut." sid/sl

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