Salomon Kalou vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat mit einem Livevideo für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt meldet sich der Spieler selbst zu Wort.

Bundesliga

Nach Livevideo: So reagiert Kalou auf die Suspendierung

Justus Heinisch
05. Mai 2020, 14:10 Uhr
Salomon Kalou wurde von der Hertha suspendiert. Foto: firo

Salomon Kalou wurde von der Hertha suspendiert. Foto: firo

Salomon Kalou vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat mit einem Livevideo für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt meldet sich der Spieler selbst zu Wort.

Kalou lüftete Geheimnisse aus der Kabine der Hertha. Per Livestream. Klar wurde schnell: Es wurden Corona-Vorschriften missachtet. Spieler sowie Betreuer klatschten miteinander ab, ein Physiotherapeut nahm zudem einen Corona-Test bei Jordan Torunarigha lediglich mit einfachem Mundschutz und Handschuhen vor. Die DFL kritisierte Kalous Verhalten, wenig später reagierte auch sein Verein und suspendierte ihn vom Trainings- und Spielbetrieb. Gegenüber dem "Spiegel" äußerte sich Kalou nun selbst zu der Chose.


"Ich kann verstehen, dass die Menschen wütend auf mich sind. Ich bin es auch", so der Stürmer dort. Er hätte jenes Video niemals machen dürfen, sagte er nun - ein Tag später. Dafür wolle er sich entschuldigen. "Aber ich bin mehr als diese fünf schlechten Minuten, die man dort von mir in der Kabine sieht."

Kalou will für Fehler gerade stehen

Die Entscheidung der Hertha, ihn zu suspendieren, akzeptiere Kalou, der 2012 mit dem FC Chelsea die Champions League gewann. Zudem wehrte er sich gegen Vorwürfe, er nehme das Coronavirus nicht ernst. Das Gegenteil sei der Fall, so Kalou weiter gegenüber dem "Spiegel": "Mit meiner Stiftung helfen wir in der Elfenbeinküste beim Kampf gegen das Virus. Wir haben Krankenwagen finanziert, Krankenhausbetten auch. Wir haben Videos aufgenommen, in denen ich den Menschen erkläre, warum sie zu Hause bleiben müssen."

Kalou äußerte sich zusätzlich zu dem Hygiene-Konzept der DFL. Dieses besagt unter anderem, dass die Spieler getrennt duschen und Abstand zueinander halten müssen. Das Konzept findet Kalou gut. "Man soll jetzt nicht alles wegen eines Videos in die Müll werfen", fügte der 34-Jährige, der sich einsichtig zeigte, an: "Man macht Fehler im Leben. Dafür muss man gerade stehen."

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05.05.2020 - 15:07 - Bauer aus Verl

Hans Meyer (ehemaliger Trainer Borussia Mönchengladbach)
»In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fuß­ball spielen würde.«

05.05.2020 - 14:30 - Außenverteidiger

Ich glaube hier liegt ein Problem unserer Zeit vor. Wir schaffen es nicht den Leuten die Funktion von ehrenamtlichen Engagement zu vermitteln. Indem sich in einem Bereich engagiert wird, wird dieses Engagement nicht auf ein Fehlverhalten angerechnet. Dazu ist der Rechtsstaat nicht da.
Weiterhin bringt sein Finanzierung oder Spende in Afrika für die Bürger in Berlin nicht's. Sie müssen durch ein richtiges Verhalten geschützt werden, ansonsten bricht die wirtschaftliche Grundlage für andere Bürger und ihn selber zusammen.
Es gilt auch nicht den Menschen Kalou zu bewerten, hier wird der Angestellte und Bürger im Rahmen des Rechtsstaates mitsamt der Gesetze beurteilt. Ein Mörder ist auch nicht immer ein schlechter Mensch, wenn jedoch einer innerhalb von Millisekunden erschos*en wird, gilt das ganze Leben vorher nicht, sondern die Straftat. Solche Regeln sind was tolles und er hat unsere Regeln zu akzeptieren. Ich werde mich in der Elfenbeinküste ebenfalls an Recht und Gesetz halten.

War er jetzt über das Video sauer oder sein Abklatschen?