Der FC Tannenhof wurde ungeschlagen Tabellenerster, darf aber dennoch nicht aufsteigen. Das liegt jedoch nicht an der Quotientenregel, sondern am Spielmodus. Die Düsseldorfer sind enttäuscht.

Amateure

Nach Corona-Abbruch: Aufstiegsärger in der Kreisliga C

Stefan Loyda
30. Juni 2020, 11:38 Uhr
Der FC Tannenhof hat Beschwerde gegen den Aufstiegsentscheid des Kreis Düsseldorf eingelegt. Foto: Frank Oppitz

Der FC Tannenhof hat Beschwerde gegen den Aufstiegsentscheid des Kreis Düsseldorf eingelegt. Foto: Frank Oppitz

Der FC Tannenhof wurde ungeschlagen Tabellenerster, darf aber dennoch nicht aufsteigen. Das liegt jedoch nicht an der Quotientenregel, sondern am Spielmodus. Die Düsseldorfer sind enttäuscht.

Die Aufstiegsregelung nach dem Abbruch wegen der Corona-Krise hat auch Verlierer hervorgebracht. Einer der größten Verlierer ist die zweite Mannschaft des FC Tannenhof. Zum Zeitpunkt des Abbruchs am 13. März stand die Mannschaft auf dem ersten Tabellenplatz, war in der Aufstiegsrunde ungeschlagener Tabellen-Erster. Dennoch darf der Verein aus Düsseldorf nicht aufsteigen.

Deshalb hatten die Tannenhofer auch Beschwerde eingelegt und in den sozialen Netzwerken bereits fleißig protestiert. „Mir fehlt der Glaube an den Kreis Düsseldorf“, sagt Trainer Francesco Montefusco enttäuscht. „Die Jungs haben es sich verdient. Wir möchten nicht benachteiligt werden, aber ich habe das Gefühl, dass genau das gerade passiert.“

Spielmodus in der Kreisliga C unterscheidet sich vom Rest

Zur Erklärung: In der Kreisliga C in Düsseldorf wird die Saison in einem anderen Modus gespielt. In der Hinrunde werden die Staffeln nach der Entfernung in fünf Qualifikationsgruppen eingeteilt. In der Winterpause werden Teams nach Stärke sortiert. Die jeweils stärksten Teams aus den fünf Gruppen spielen in zwei Aufstiegsgruppen die Aufsteiger aus. In der Qualifikationsgruppe belegte Tannenhof den zweiten Platz.

Auf dem Außerordentlichen Verbandstag wurde jedoch beschlossen, dass bei Kreisen mit diesem Spielsystem in der Kreisliga C von den Kriterien der höheren Klassen abgewichen werden kann. Der Fußballkreis Düsseldorf interpretiert dies als bindend, wie der Vorsitzende des Spielausschusses Peter Landgräber gegenüber RS mitteilte. In Punkt 6 des Antrags heißt es: „Aufgrund der besonderen Spielsysteme in den Kreisligen C kann von den vorgenannten Punkten abgewichen werden. In diesen Fällen werden zur Ermittlung der Aufsteiger die Tabellenstände mit Datum 31. Dezember 2019 herangezogen.“

Andere Kreise haben anders entschieden

In den anderen Kreisen, die ebenfalls nach dem Düsseldorfer Modell spielen, wurde dies anders geregelt. Im Kreis Neuss/Grevenbroich gibt es 18 Aufsteiger aus der Kreisliga C, im Kreis Mönchengladbach 16. Auch der Kreis Solingen wertet den aktuellen Stand, hatte jedoch auch nur zwei Qualifikationsgruppen und eine Aufstiegsgruppe. Nur der Kreis Moers handelte wie die Landeshauptstädter. Dort wurden nach der Winterpause allerdings auch nur zwei Spiele ausgetragen. In Düsseldorf waren es acht bei zehn Teams pro Gruppe.

Die Beschwerde des FC Tannenhof wurde jedenfalls vom Kreisfußballausschuss abgelehnt, liegt aber nun beim Kreisvorstand, der noch nicht darüber entschieden hat. „Es wird keinerlei Veränderungen geben“, sagt Landgräber gegenüber RS. Für Tannenhofs Trainer Montefusco natürlich eine Enttäuschung: „Wir werden uns am Mittwoch mit der Mannschaft treffen. Ich verstehe, dass viele Spieler enttäuscht und traurig sind. Wir werden uns treffen und besprechen. Die Befürchtung ist da, dass die komplette Mannschaft auseinander fällt. Es ist schließlich etwas anderes, wenn man es selber verbockt, als wenn man das Gefühl hat, dass einem der Aufstieg weggenommen wird.“

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