Fußball-Drittligist Dynamo Dresden will den pöbelnden Zuschauer nach dem Angriff von Fußball-Profi Toni Leistner identifizieren. 

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Nach Ausraster: Dynamo verteidigt Leistner und sucht pöbelnden Fan

15. September 2020, 08:29 Uhr
Foto: getty

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Fußball-Drittligist Dynamo Dresden will den pöbelnden Zuschauer nach dem Angriff von Fußball-Profi Toni Leistner identifizieren. 

Es sei „einfach nur beschämend“, dass HSV-Profi Leistner „derart von einem Fan seines Heimatvereins nach dem Spiel beleidigt wurde“, twitterten die Sachsen in der Nacht zu Dienstag. „Wir suchen die Person, weil wir diesen Vorfall so nicht stehen lassen wollen.“

Nach der 1:4-Niederlage des Hamburger SV bei Dynamo war Leistner vor einem Interview beim Pay-TV-Sender Sky auf die Tribüne gesprungen, wo ihn ein Dresden-Anhänger offensichtlich lautstark und mit Gesten beleidigt hatte. Er griff sich den pöbelnden Dynamo-Fan, drückte ihn zu Boden, ehe umstehende Zuschauer und schließlich auch Ordner Leistner zurückdrängten, der daraufhin wieder ins Stadioninnere sprang. „Meine Familie lasse ich nicht beleidigen“, begründete der gebürtige Dresdner seine Aktion anschließend im Sky-Interview. Später entschuldigte der 30-Jährige sich via Instagram.



Dynamo sprang seinem Ex-Profi bei. „Wir alle lieben den Fußball, weil er große Emotionen freisetzen kann. Und ja, Menschen machen Fehler“, schrieben die Dresdner weiter. Leistner sei „ein Dresdner Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat.“

In den Sozialen Netzwerken und Foren soll von Augenzeugen des Vorfalls zu lesen gewesen sein, dass der Dresdner Fan Leistners schwangerer Frau eine Fehlgeburt wünschte. Auf einem weiteren Video der Szenerie ist zu sehen, wie der Zuschauer etwas in Richtung Leistner ruft, eine obszöne Geste macht und dann versucht im Pulk der Tribüne zu verschwinden, als er realisiert, dass Leistner auf dem Weg nach oben ist. 


Leistner entschuldigt sich auf Instagram

Noch am Abend hatte sich Leistner auf seinem Instagram-Kanal für den Vorfall entschuldigt - und weiterhin Stellung bezogen. "Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem und massiv unter die Gürtellinie, gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter", äußerte er sich und fuhr fort: "Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird. mit dpa

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15.09.2020 - 21:45 - Kuk

@Außenverteidiger
Ja, natürlich !
Ich habe mich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte geändert / entwickelt.
Meine Sympathie gehören singende und feiernde Fans incl Choreographien von Ultrads wie die Dortmiunder Skyline.

Haß, Hetze, Beleidigungen und Gewalt finde ich unsportlich und gerade in diesen Zeiten sehr unpassend.

15.09.2020 - 13:56 - Kuk

Bitte keine Beleidigungen im Stadion !
Brauchen wir SOLCHE "Zuschauer" ?

Hygienekonzept (DFL / DFB / Sachsen / Dresden) ?
Wie viele Verstöße liegen vor und wie werden sie geahndet ?

Wir sollten froh sein, dass wieder ein paar Zuschauer in die Stadien dürfen.

Wo waren die Ordnungskräfte ?
Was haben die gehört bzw. gesehen ?
Warum nahmen die Ordnungskräfte keine Personalien auf ?

15.09.2020 - 13:56 - Außenverteidiger

@Klaus Thaler: In der Schule wurde unserer Jugend immer gesagt, Beleidigungen dürfen nicht vergolten werden. Dafür ist die Justiz in Deutschland da. Jetzt auf einmal dürfen wir die Familie nach Angriffen verteidigen? Damit müssten wir unsere Jugend erst einmal anders erziehen.

@KuK: Nennt sich Fußballsport. Warst du noch nie im Stadion?

15.09.2020 - 13:23 - Klaus Thaler

Aha, Leistner verspricht also, daß ihm so etwas nie wieder passieren wird. Vergesst es mal ganz schnell. So ein Typ wird sich nie im Griff haben.
Ansonsten kann ich dem Beitrag von Bierchen von 09:26 nur voll zustimmen. Ich hoffe auf eine Sperre von Leistner von mind. einem halben Jahr. Vor allem deshalb, daß die Herren Profis sehen, daß so etwas nicht ungeahndet bleibt. Der Schreihals von Fan sollte lebenslanges Stadionverbot erhalten. Dann ist die Angelegenheit erledigt.
Ach so, nicht auszudenken, daß wäre einem Spieler von RWE passiert. Dann würden die Kommentare hier teilweise ganz anders aussehen.

15.09.2020 - 12:36 - Außenverteidiger

Die Flucht des Fans ist natürlich ein Skandal. Wie kann man nur fliehen?

15.09.2020 - 11:21 - rwofreund

Kann viele kommentare die hier abgegeben werden einfach nicht mehr verstehen . Wenn ich hier lese das Beleidigungen und perönliche Angriffe normal sind bleibt mir nur die Spucke weg .Da hat der tolle Fan den Mut Leute persönlich zu beleidigen und als dieser dann Persönlich vor ihm Stand war er plötzlich Kleinlaut . Dazu sage ich nur Feigling .
Respekt für den Spieler Leistner , auch das ist Zivilkorage die dauernd gefordert wird .Wenn die eigene Familie dermaßen Beleidigt wird kann er ja fast garnicht anders handeln . Das er sich dafür nun auch noch entschuldigt (wahrscheinlich muß er das sogar von Verein aus ) enpfinde ich schon als menschliche Größe .
Leider ist hier im Forum inzwischen das selbe Volk wie diser Fan unterwegs , da wird beleidigt und denuziert .
Ginde die persönlichen angriffe unterirdisch .
Herr Leistner kann ich nur sagen weiterso , lassen Sie nicht Ihren Karakter verbiegen . Alles richtig gemacht die Familie geht über alles .(trotzdem so wie ich den Verband kenne wird er mit Sicherheit 6 - 8 Wochen gesperrt.

15.09.2020 - 10:46 - Außenverteidiger

@Unveu: Ja, ich verlange diese menschliche Behandlung sogar. Dadurch rückt der Verein zusammen und die Truppe wird zusätzlich motiviert. Dadurch entsteht ein echter Mehrwert für die eigenen Fans. Unsere Spieler, müssen wissen für und gegen wen sie spielen. Das ist Fußballsport.

@schutzschwalbe: Die drei Berufe sind nicht miteinander zu vergleichen. Sollte allerdings nichts anderes im Arbeitsvertrag stehen, ja.
Menschlich kann ich jede erdenkliche Tat verstehen. Jedoch geht's hier nicht um menschlich. Er hat einen Arbeitsvertrag mit dem HSV abgeschlossen. Somit ist er seinem Arbeitgeber verpflichtet. Als Profi heißt es, Augen auf bei der Berufswahl. Ich fand die Beleidigungen immer geil. Das zeigte die Verbundenheit zum eigenen Verein und das sie vor mich als Gegner sehen. Kann dieses Gefühl vor Fans zu zocken, nur empfehlen. Pusht jeden echten Fußballer.

15.09.2020 - 10:33 - schutzschwalbe

"Das darf einem Profi nicht passieren"
Warum denn nicht - weil er mit Fußballspielen sein Geld verdient, muss er sich und seine Familie beleidigen lassen?
Ich habe volles Verständnis für jeden, der so reagiert.
Muss ich mir als Postbote oder Bäcker auch so etwas anhören, weil ich ja Profi bin?

15.09.2020 - 10:32 - UNVEU

Umgekehrt befürwortet ihr dann auch das gegnerische Fans Spieler von eurem Verein so behandeln? Sind ja dann zu Gast im anderen Stadion, dann dürfen die angespuckt und aufs übelste unter der Gürtellinie beschimpft werden? Unglaublich

15.09.2020 - 10:30 - UNVEU

Krass was hier ein Mist geschrieben wird, weil er vom gegnerischen Team ist darf man ihn dann ohne Grenzen wie Freiwild behandeln? Das ist schon heftig was einige Leute für Einstellungen haben

15.09.2020 - 10:17 - Außenverteidiger

Achja, wir reden hier über einen gegnerischen Spieler. Der kommt eiskalt um dem Heimteam den Sieg zu stehlen. Es geht um viel Geld für beide Teams. Niemand zwingt gegnerische Spieler, das Heimteam anzugreifen. Da wird jeder Fan emotional. Mal im Ernst, wer mag gegnerische Teams und Spieler? Wettkämpfe muss man annehmen und ab der dritten Liga beginnt der Existenzkampf. Wer im Existenzkampf lieb und nett ist, hat den Schuss nicht gehört.

99,9 % waren echte Fans? Bei 11.000 Fans, sind 11 keine Fans? Einen haben wir herausgefunden. Wer sind die restlichen zehn?

15.09.2020 - 10:16 - Hamborn

@15.09.2020 - 09:55 - Herner
"Hamborn bist Du Hellseher?"
Sorry, verstehe deine Frage nicht.

15.09.2020 - 10:13 - Außenverteidiger

Verstehe Dynamo nicht. Niemand hat den Spieler gezwungen, seinen Heimatverein zu verlassen. Darf man jetzt gar nicht's mehr sagen? Erst hieß es, menschliche Emotionen gehören zum Fußball. Was natürlich gar nicht geht, ist die Flucht. Wer für seine Leidenschaft austeilt, muss anschließend bereit zum Kampf sein. Ansonsten beleidigt man doch niemanden...
Würde die Beleidigungen unter Künstlerische und Meinungsfreiheit einordnen. Man versucht einfach, den Gegner zu kitzeln und am Wunden Punkt massiv zuzuschlagen. Die Grenzen der Beleidigungen sind individuell und werden von jedem subjektiv bewertet. Der eine findet Wort xy schlimm, der andere wiederum nicht. Sind wir tolerant und erfreuen uns am emotionalen Prollosport Fußball. Sogar Hajo fehlen die Ultras. Was denkt ihr, welche Personen dazu gehören? Keine Sozialpädagogen. :P Also: Leistner mindestens für einen Blocksturm zwei Jahre sperren. Ein weiteres Jahr dafür, dass er keine Faust verteilt hat.
Der Fan gehört genauso lange gesperrt, weil er seine begonnene Aktion nicht zu Ende geführt hat. (Wer beleidigt, muss bereit sein zu kämpfen) Zudem ging er auf Flucht und Flucht ist die Ursünde des Menschen. Ganz ganz schlimm. Deshalb gilt eventuell ein lebenslängliches Stadionverbot, als alternative Maßnahme. Gebt der Flucht keine Chance. Immer und überall. Wehret den Anfängen.

15.09.2020 - 10:10 - UNVEU

Weil ein Fussballprofi viel Geld verdient, muss er sich alles gefallen lassen? Es wird immer schlimmer, die Spieler sind mittlerweile sowas wie Freiwild für einige Fans - sollen sich auf übelste beschimpfen lassen, anspucken lassen usw. - dann wird noch verurteilt wenn einer dann ganz normal handelt und sich wehrt - ich hoffe einfach das der Fan ermittelt wird und bestraft wird - anstatt der Profispieler - irgendwo muss es auch Grenzen geben

15.09.2020 - 09:55 - Herner

Hamborn bist Du Hellseher?

15.09.2020 - 09:35 - Hamborn

"15.09.2020 - 09:26 - Bierchen
Das darf einem Profi niemals passieren!"
Die typische Reaktion eimes Essen-Prolls.
Für die Prolls gelten nur ihre eigenen Regeln - und die Spieler haben sich gefälligst danach zu richten!
Man muß sich nur die Pöbeleien der Typen mit dem "RWE" im Nickname oder der bekannten RWE-Anhänger in den Kommentaren zu praktisch jedem Essen-Artikel ansehen. Dann weiß man sofort bescheid....

15.09.2020 - 09:34 - krayerbengel

Große Schnauze und dann ganz schnell den Rückzug antreten.
Das kennen wir doch!!
Hatte der Sportkamerad eventuell ein Königsblaues Trikot drunter???

15.09.2020 - 09:26 - Bierchen

Das darf einem Profi niemals passieren!

Er könnte einen Ordner oder Polizeikräfte bitten die Personalien dieses Mannes
zu ermitteln und darf dann Anzeige erstatten wie jeder andere Normalbürger auch.
So läuft das in zivilisierten Ländern ab!

Ich hoffe auf eine lange Sperre des Spielers und ebenso langes Stadionverbot für den Krakeeler.
Beide Typen brauchen wir nicht beim Fußball!