MSV-Initiative gegen Rechts - Banner verboten

04.04.2019

Fans

MSV-Initiative gegen Rechts - Banner verboten

Foto: Udo Kreikenbohm

Normalerweise bezieht die Initiative "Zebras stehen auf" bei Spielen des MSV Duisburg mit einem Banner eindeutig Stellung gegen Rechts. In den vergangenen Spielen hing die Fahne jedoch nicht - aus einem kuriosen Grund. 

Beim Heimspiel des MSV Duisburg gegen den SV Darmstadt 98 am 1. Februar gab es eine ungewöhnliche Durchsage in der Schauinsland-Reisen-Arena: Die Mitglieder des Vereins "Zebras stehen auf" wurden aufgefordert, sich zu ihrem Banner auf der Südtribüne zu begeben. 


Neben dem Namensschriftzug der Initiative ist auf diesem Banner ein Zebra zu sehen, das mit seinen Hinterhufen gegen ein Hakenkreuz austritt. Doch offenbar richtet das Tier damit nicht genug Schaden an dem verfassungswidrigen Symbol an. 

Denn an ihrem Banner erwarteten die MSV-Fans Beamte der Staatsanwaltschaft sowie des Staatsschutzes, die verkündeten, Anzeige zu erstatten, sollte die Fahne noch einmal im Stadion zu sehen sein. Die Begründung: "Das Hakenkreuz, welches auf dem Banner durch das Zebra zertreten wird, sei zu groß, zu gut erkennbar und nicht deutlich genug durch 'Zerstörung' unkenntlich gemacht. Somit würde es sich um das Zeigen verbotener Symbolik handeln", teilt die Initiative auf ihrer Facebook-Seite mit. 

Banner der Initiative hängt schon seit Jahren im Stadion

Die Fans fragen sich jedoch, "warum das den Herrschaften erst nach einer so langen Zeit auffällt." Schließlich positionieren sich die "Zebras stehen auf" schon seit einigen Jahren mit ihrer Fahne bei den Spielen des MSV. Auch das Ausrufen über die Stadionlausprecher missfällt der Initiative, "hätten sie doch ohne weiteres den offiziellen Dienstweg über die Fanbetreuung einhalten können."

Es ist übrigens nicht der erste Vorfall rund um eine Fahne der Initiative. Bereits im Februar des vergangenen Jahres hatte sie öffentlich gemacht, dass rechte Hooligans beim Auswärtsspiel in Darmstadt versucht hätten, das Auswärtsbanner vom Zaun zu entfernen. In der Folge war es zu Auseinandersetzungen im Gästeblock gekommen. 

Im aktuellen Fall gestehen die Fans ein, dass der Vorwurf der Behörden "nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist". Um etwaigen juristischen Auseinandersetzungen mit "Institutionen, die ganz offensichtlich keine größeren Probleme in der politischen Landschaft unserer Stadt sehen", zu vermeiden, haben sich die MSV-Anhänger daher dazu entschieden, ein neues Banner zu gestalten. Dieses soll dann beim nächsten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am Samstag (13 Uhr) wieder an seinem gewohnten Platz auf der Südtribüne hängen. fn

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