Als der MSV Duisburg in der Saison 2006/07 um den Erstligaaufstieg spielte, sprengte auf einmal ein angebliches Real-Madrid-Interesse an Angreifer Klemen Lavric die winterliche Rückrundenvorbereitung. RevierSport erinnert sich. 

3. Liga

MSV Duisburg: Als Klemen Lavric angeblich zu Real Madrid gehen sollte

Tizian Canizales
01. Juni 2020, 18:00 Uhr
Klemen Lavric vom MSV Duisburg im Zweikampf mit Daniel van Buyten von Bayern München. Foto: firo

Klemen Lavric vom MSV Duisburg im Zweikampf mit Daniel van Buyten von Bayern München. Foto: firo

Als der MSV Duisburg in der Saison 2006/07 um den Erstligaaufstieg spielte, sprengte auf einmal ein angebliches Real-Madrid-Interesse an Angreifer Klemen Lavric die winterliche Rückrundenvorbereitung. RevierSport erinnert sich. 

Immerhin sechs Tore hatte MSV-Duisburg-Stürmer Klemen Lavric in der Hinrunde der Zweitligasaison 2006/07 bereits erzielt. Zweifelsohne ein solider Wert für den Mittelstürmer, der im Jahr zuvor in 22 Erstligaspielen auf die gleiche Anzahl an Toren kam. Doch nun soll im Winter 2007 auf einmal der Weltklub Real Madrid beim MSV vorgesprochen haben und um die Dienste des slowenischen Angreifers buhlen. Sollte das neue Sturmduo bei den Königlichen etwa Ruud van Nistelrooy und Klemen Lavric heißen? 

Lavric als Ronaldo-Ersatz?

Zunächst hielten viele das angebliche Real-Interesse für einen Witz. Auch Lavric selbst fragte zunächst ungläubig: "Ist das ein Spaß?" Ein solcher war es aber offensichtlich nicht, wie der damalige MSV-Boss Walter Hellmich gegenüber der Bild-Zeitung angab. „Es gibt diese Anfrage. Lavric wird seit einem Jahr beobachtet.“ 


Mit Blick auf einen bevorstehenden Wechsel des Brasilianers Ronaldo brauchte Real Madrid einen treffsicheren Nachfolger. Auch ein gewisser Cristiano Ronaldo wurde damals schon gehandelt, allerdings wollte ihn Manchester United nicht abgeben. Der 25-jährige Lavric sollte den Real-Sturm wohl kurzfristig ergänzen, da der anderen Sturm-Verpflichtung aus Argentinien noch die Erfahrung fehlte. Es war der 18-Jährige Gonzalo Higuaín. 

Das spanische Sportblatt "Marca" brachte Lavric allerdings zunächst als Verstärkung für Real Madrids B-Mannschaft "Castilla" ins Gespräch, räumte ihm aber auch Chancen im Erstligakader ein. Für den klammen MSV bedeutete das alles zunächst, dass er sich mit einem möglichen Lavric-Verkauf finanziell besser aufstellen könnte. Der Slowene kam 2005 für eine Million Euro von Dynamo Dresden und der ein oder andere beim MSV rechnete sich sicherlich schon einen satten Gewinn aus. 


Schlussendlich schob Hellmich, der bei einem verpassten Aufstieg einen Verlust von rund zehn Millionen Euro erwartete, dem Wechsel jedoch einen Riegel vor. „Hoffentlich ruft Real (...) nicht mehr an“, sagte er kurz vor Ende der Transferphase. Für Lavric schien sich damit die größte Chance seiner Karriere zu zerschlagen. 

Real-Interesse am Ende doch nur erfunden

Am Ende stellte sich das Real-Interesse dann aber doch als Scherz heraus. "Ich weiß nicht, woher diese Nachricht stammt. Man sollte den MSV-Präsidenten mal fragen, mit wem er gesprochen hat. Vielleicht ist er einem Scherz aufgesessen und hat mit jemandem telefoniert, der sich als ein Verantwortlicher von Real ausgegeben hat. Solche Dinge kommen im Fußball vor", zitierte das Internetportal "spox" Real Madrids damaligen Sportdirektor Predrag Mijatovic im Winter 2007. 

Über den Urheber dieser Meldung herrschte auch Jahre danach noch Uneinigkeit. Die Spuren führen jedoch zum Satire-Magazin "Titanic". So vermeldete das Portal "transfermarkt.de", dass sich ein Titanic-Redakteur zu dem Scherz bekannt hätte. Lavric selbst verließ den MSV Duisburg schließlich im Sommer 2008. Statt zu Real Madrid ging er dann aber nach Japan in Richtung Saitama - zu Omiya Ardija. Die Ente um den Real-Wechsel dürfte aber sowohl Lavric selbst als auch den MSV-Fans noch gut in Erinnerung sein. 

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