01.11.2018

2 Spiele, 22 Tore

Moskitos mit erneutem Torspektakel

Foto: Michael Gohl

Erst 9:2 gegen Rostock, dann ein 6:5-Sieg im Halloween-Spiel bei den Hamburger Crocodiles: Eishockey-Oberligist Moskitos Essen hat sich nach einem kleinen Durchhänger zurückgemeldet - und steuert auf das obere Tabellendrittel zu.  

Am letzten Oktobertag gastierten die Wohnbau Moskitos bei den Crocodiles aus Hamburg. Anlass zum Gruseln gab der Essener Oberligist am Halloween-Abend aber nicht, im Gegenteil. Sie lieferten, wie zuletzt beim 9:2 über Rostock, ein Torspektakel und setzten sich mit 6:5 durch. Ein wichtiger Sieg über einen Konkurrenten mit Playoff-Ambitionen, der die Mücken auf einen direkten Playoff-Platz katapultiert. Und am Freitagabend können sie den Erfolg sogar noch veredeln: Zum zweiten Duell innerhalb von 48 Stunden kommen die Crocodiles an den Westbahnhof (20 Uhr, Eissporthalle West). 


6:5: Das klingt nach Zittersieg, dabei war der Spielverlauf im Hamburger Eisland Farmsen deutlicher, als es das Ergebnis vermuten lässt. Mit einer kleinen Unterbrechung führte der ESC bis in die Endphase hinein mit einem Zwei-Tore-Unterschied, erst kurz vor Schluss kamen die Hansestädter durch Bradley McGowan (59.) und Aaron Reinig (60.) noch einmal heran - was den Essener Cheftrainers Frank Gentges nach Spielende ein wenig ärgerte. Er hatte zwar einen „hochverdienten Sieg“ und einen „spielerisch starken Auftritt“ gesehen, haderte allerdings ob der Spielweise seines Teams in der Schlussphase. „Bei einem Zwei-Tore-Vorsprung kommt Hektik rein“, erklärte Gentges und mahnte: „Da dürfen wir uns nicht von anstecken lassen und den Gegner völlig unnötig anfüttern.“ 

Positive Entwicklung wird sichtbar

Doch auch wenn sich immer wieder kleine Unsicherheiten einschlichen: Die Moskitos bewiesen, dass sie aus manchen Fehlern der letzten Wochen gelernt haben. Schon mehrmals in der Saison kamen sie mit einer Führung aus der ersten Pause, schenkten diese dann im zweiten Drittel aber leichtsinnig her. In Hamburg drehte der ESC den Spieß um: Mit einem 1:2-Rückstand starteten sie in den mittleren Abschnitt, zündeten dann den Turbo - und nur vier Minuten später hatten Thomas Gauch (22.), Veit Holzmann (25.) und Julian Airich (26.) das Ergebnis auf 4:2 aus Essener Sicht umgekrempelt.

Zudem gefiel die Gentges-Truppe mit starkem Über- und Unterzahlspiel. Das 3:2 erzielte Holzmann während sein Sturmpartner Lars Grötzinger gerade eine Strafe absaß - der zweite Essener Unterzahl-Treffer der Saison. Im Powerplay stachen die Mücken sogar dreifach zu: Durch Tore von ebenfalls Holzmann (18.), Aaron McLeod (47.) und Carsten Gosdeck (56.) hatten die Moskitos nach der Begegnung in Hamburg nun ligaweit die zweitmeisten Tore in Überzahl auf dem Konto (16, nach Herner EV mit 20).

Frank Gentges hatte auf der anschließenden Pressekonferenz dennoch Schwierigkeiten, die Begegnung einzuordnen: „Das war irgendwie ein komisches Spiel, aus welchen Gründen auch immer“, sagte der Coach und besann sich dann aufs Wesentliche: „Wir haben die drei Punkte, das hat für mich Priorität.“ 

Autor: Erik Asmussen

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