29.11.2018

Eishockey

Moskitos gegen Herne im Revier-Kracher

Foto: Klaus Pollkläsener

Die Moskitos treffen am heutigen Freitag im Derby gegen den Herner EV auf alte Bekannte - und umgekehrt. Sonntag fährt der Essener Eishockey-Oberligist zu den Harzer Falken nach Braunlage. 

Ein 6:1-Sturmlauf gegen die Füchse Duisburg, zwei Tage später chancenlos mit 1:4 bei den Hannover Indians verloren: Wirklich schlau wurde man aus der Performance der Wohnbau Moskitos am vergangenen Wochenende nicht. Teamchef Frank Gentges konnte sich den plötzlichen Leistungsabfall seines Teams ebenfalls nicht erklären, sieht aber die Tagesform dafür verantwortlich: „An guten Tagen schlagen wir jeden, an schlechten verlieren wir gegen jeden.“
Nun haben es die Moskitos selbst in der Hand, wie sie den Ausgang aus der „Woche der Wahrheit“ mit drei Top-Spielen gestalten. 


Am heutigen Freitagabend kommt der Herner EV zum Revier-Schlager an den Westbahnhof (20?Uhr, Eissporthalle West) – und der Westbahnhof hofft auf eine Wiederholung des Derbyspektakels gegen Duisburg vergangene Woche.
Zwei Siege gegen die Erzrivalen; da würde den ESC-Fans die bittere Niederlage in Hannover sicherlich besser schmecken. 

Moskito-Trainer Gentges immun gegen Derbyfieber

Frank Gentges dagegen schert sich nicht um Rivalität und Prestige. Er versicherte am Donnerstag, immun gegen Derbyfieber zu sein. „Herne?“, fragte er angesprochen auf die Partie. „Alle reden über Herne, viel wichtiger ist, dass wir Sonntag in Braunlage gewinnen.“ Denn beim aktuellen Mammutprogramm vergisst man fast: Auch am Sonntag kämpfen die Moskitos um Punkte, nämlich beim Tabellenvorletzten Harzer Falken (18 Uhr). 

Dort sollten die Moskitos besser nichts liegen lassen. Denn bereits vor einem Monat stolperte der ESC gegen Erfurt (3:6) über ein vermeintlich kleines Team. Darunter litt anschließend nicht nur die Stimmung, auch in der engen Tabelle fielen die Mücken ein gutes Stück zurück. 

Frank Gentges spricht sogar vom „spannendsten Playoff-Rennen seit Jahren. Es wird verdammt eng, dürfen uns nicht mehr viele Ausrutscher erlauben.“ Als einen solchen würde der Coach eine Pleite gegen Herne, so sehr sie die Fan-Seele auch schmerzen würde, nicht bezeichen. Schließlich sei der Tabellenvierte vom Gysenberg ein noch größeres Kaliber als Duisburg. „Sie haben viele Leute, die ein Spiel entscheiden können.“ Zum Beispiel den Kanadier Bradley Snetsinger – oder Dennis Thielsch. 

Vier ehemalige Herner nun in Essen

Der 32-Jährige führte die Mücken in der Vorsaison als Kapitän ins Playoff-Viertelfinale, im Sommer wechselte er die Seiten. Mit zehn Treffern ist er der beste Herner Schütze. Auch Denis Fomynich spielt nun knapp 30 Kilometer nordöstlich von Essen, dafür schlugen gleich vier Spieler im Sommer den umgekehrten Weg ein: Kapitän Stephan Kreuzmann, Thomas Richter, Ersatzgoalie Christian Wendler sowie der aktuelle ESC-Topscorer Aaron McLeod. Die vielen Überläufer bringen zusätzlich Feuer in das ohnehin traditionell hitzige Duell. Da müsse man gewissenhaft zwischen Aggressivität und Gelassenheit ausbalancieren, so Gentges: „Ich denke aber nicht, dass einem Kreuzmann die Nerven durchgehen, dafür sind die Jungs zu routiniert.“ 

Personell kann der 53-Jährige aus dem Vollen schöpfen. Es ist also angerichtet – nun muss bei den Essenern nur noch die Tagesform stimmen.

Autor: Erik Asmussen

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