02.12.2018

Eishockey

Moskitos-Festspiele gehen weiter

Foto: Michael Gohl

Eine Woche nach dem 6:1 gegen den EV Duisburg kommt auch der zweite Revier-Rivale, der Herner EV, unter die Räder der Moskitos Essen - mit dem gleichen Ergebnis. 

Mit Beginn des Schlussdrittels knisterte die Luft in der Eissporthalle West. 2:1 führten die Moskitos im Oberliga-Derby gegen Herne, das auf den Ausgleich drückte. Das 2:2 lag bereits in der Luft, die Spannung am Westbahnhof war greifbar. Und dann plötzlich: die erste Essener Chance seit langem. Andre Gerartz fuschte im Herner Spielaufbau dazwischen, eroberte den Puck und versenkte ihn kurz darauf zum 3:1 im Gäste-Tor. Die Erlösung? Eine Minute später nahm Marcel Pfänder Maß und hämmerte die Scheibe zum 4:1 in die Maschen. Die Erlösung!

Danach wurde es deutlich. Nicholas Miglio (46.) und Aaron McLeod (59.) bauten das Ergebnis weiter aus, am Ende triumphierte der ESC mit 6:1 - und feierte die Fortsetzung der Derby-Festspiele. Bereits eine Woche zuvor hatten die Moskitos den Duisburger EV mit dem selben Ergebnis aus der Halle geschossen. „Wir waren sehr selbstbewusst und haben das Spiel souverän zu Ende gebracht“, resümierte Essens Teamchef Frank Gentges, der nach der Partie mit Applaus im VIP-Raum der Eissporthalle begrüßt wurde. Er freute sich über eine „geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben drei von vier Derbys gewonnen, das ist für unsere Fans sehr wichtig.“


Moskitos legen Traumstart aufs Eis

Noch einmal rund 600 Zuschauer mehr als gegen Duisburg, darunter auch viele Herner, kamen zum Derby und sorgten schon am letzten Novemberabend für Playoff-Atmosphäre in Essen West. Die Warmup-Show hatte ebenfalls etwas von einem Finalspiel. Ganze zehn Minuten wurde eingeheizt, ehe die Moskitos begleitet von dramatischer Musik und auflodernden Stichflammen auf die Eisfläche kamen.

Davon angestachelt schnürten die Gastgeber den HEV von Beginn an ein, machten Druck - und trafen quasi mit dem ersten Schuss das Tor. Aaron McLeod netzte nach vier Minuten ein, nur Augenblicke später machte Julian Airich den Essener Traumstart perfekt (5.). „Wir sind sehr gut rein gekommen und haben unsere Chancen von Beginn an genutzt“, sagte Frank Gentges nach der Partie.

Feierlichkeiten à la Island

Im mittleren Abschnitt steigerte sich der HEV. Das Spiel wurde rauer. Die Moskitos, ligaweit die wenigsten Zwei-Minuten-Strafen auf dem Konto, mussten ganze zwölf Minuten in Unterzahl auskommen. Das lösten sie jedoch mit Bravour: Unter bangen Blicken der Fans blockten und checkten sie, was das Zeug hielt, das Tor von Patrik Cerveny wirkte wie zugemauert. Nach 30 gespielten Minuten gelang es Hernes Brad Snetsinger dennoch, den Essener Goalie zu überwinden. Danach wurde der HEV stärker, die Mücken retteten sich gerade noch so ins Schlussdrittel. Dort schossen Gerartz, Pfänder, Miglio und McLeod die Moskitos zum Sieg.

Nach der Partie erklärte sich Abwehrmann Marcel Pfänder hauptverantwortlich für die Feierlichkeiten auf dem Eis. Begleitet von trivialen „Hu“-Rufen schlugen Mannschaft und Fans auf Pfänders Kommando die Hände über dem Kopf zusammen, wie es die isländische Fußballnationalmannschaft bei der EM 2016 getan hatte. Ein eindrucksvolles Bild an einem eindrucksvollen Abend. 

Autor: Erik Asmussen

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