Bezirksliga

Möllmann wütet gegen Corona-Verordnung: "Schluss mit lustig"

22. Oktober 2020, 13:02 Uhr
Foto: Franz Naskrent

Foto: Franz Naskrent

Corona hat den Amateurfußball wieder im Griff, immer mehr Spiele werden abgesagt. Thorsten Möllmann, Trainer und Präsident des SC 20 Oberhausen, hat kein Verständnis für Zuschauer-Begrenzungen. 

Thorsten Möllmann hat genug. In dieser Woche flatterte Post bei Bezirksligist SC 1920 Oberhausen herein, dessen Präsident und Trainer Möllmann ist. In Zukunft sind erst einmal wieder nur 100 Personen bei den Partien des Spielclubs erlaubt, Grund sind natürlich die rasant ansteigenden Corona-Zahlen. 


"Im Endeffekt können wir vor 50 Zuschauern spielen, weil die Spieler und Betreuer auch gezählt werden. Da muss ich teilweise die Mitglieder aussperren. Ich habe sechs Kinder und elf Enkel, wenn die alle noch jemanden mitbringen, sind wir voll. Das ist doch bekloppt. Ich habe keinen Bock, vor 50 Zuschauern zu spielen. Dann sollen sie die Saison abbrechen", wettert Möllmann wie so oft mit klaren und markigen Aussagen.

Möllmann fürchtet finanzielle Probleme

Dabei geht es dem Kult-Trainer, der in der vergangenen Woche noch einen möglichen Rücktritt in den Raum stellte, nicht darum, die grundsätzlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie infrage zu stellen. Möllmann macht sich lediglich große Sorgen um die Zukunft des Amateurfußballs und die Vereine, die nun wieder von Einschränkungen und Verboten getroffen werden. 


"Ich hasse sie wie die Pest, bin aber absolut für die Maskenpflicht", sollte sie nach Möllmanns Ansicht auch auf Sportanlagen gelten. "Wer keine Maske trägt, fliegt eben sofort runter." Auf den Sportanlagen sei grundsätzlich genug Platz, dass sich ein paar hundert Zuschauer vernünftig verteilen. "Es muss doch irgendwann mal Schluss mit lustig sein. Sonst gehen wir pleite", ärgert sich der Spielclub-Boss.

Kein Verständnis für Sportverbot in Duisburg

Erst am Mittwoch hat die Stadt Duisburg eine Allgemeinverfügung verabschiedet, wonach Kontaktsport in Duisburg ab sofort nicht erlaubt ist. Das betrifft auch den Spielclub, der in seiner Bezirksliga-Staffel auf drei Duisburger Mannschaften trifft. Möllmann hat dafür absolut kein Verständnis. "Ich war letzte Woche in Hamburg in einem Klamottenladen. Da bin ich rückwärts wieder raus, weil mir die Leute auf den Füßen standen. Machen die jetzt alle Läden dicht?"


Für den Trainer ist klar: Mit einer Maskenpflicht auf den Plätzen müsste der Amateurfußball im Freien möglich sein - auch mit mehr Zuschauern. Die Vereine dürften sich das seiner Meinung nach nicht mehr lange anschauen. "Die Gewürzgurken, die da oben entscheiden, sollen das Thema mal auf andere Weise regeln", ärgert sich Möllmann.

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Kommentieren

22.10.2020 - 23:06 - dr. breitner

Herr Möllmann redet von Zuschauerbegrenzung, die ihm nicht gefällt. In zwei Wochen findet eh kein Spiel mehr statt.
Und das wegen Leuten wie Herr Möllmann. Das ist schade, aber auch die Wahrheit.

22.10.2020 - 16:50 - thoms

Für alle, die ihre Maske wie Möllemann tragen, sollte wirklich "Schluss mit lustig" sein. Nebenbei: Kein Vorbild für seine diversen Kinder und Enkel, ganz im Gegenteil. Und dann demonstriert er noch unfreiwillig, warum es zu den Beschränkungen wohl leider kommen muss.

22.10.2020 - 16:22 - Superlöwe

Der angebliche Kult-Trainer ist wohl zu oft vor den Pfosten gelaufen.

22.10.2020 - 15:41 - Blago

Und wenn man die Maske wie Herr Möllmann auf dem Bild trägt macht man alles richtig...

22.10.2020 - 14:53 - Lackschuh

Ich mag den Typ... andere Sichtweisen natürlich OK und Herr Möllmann bietet ja auch genug Pro & Contra sowie Polarisierungspotential!

"Gewürzgurken" dürfte aber doch wohl unter Treffer verbucht werden...ich netze den ein!