Meister-Schreck: Irre Moskitos-Serie hält an

27.12.2018

Eishockey

Meister-Schreck: Irre Moskitos-Serie hält an

Foto: Michael Gohl

Weihnachten: bekanntlich Fest der Liebe – und Zeit der Rituale. So auch bei den Wohnbau Moskitos. Schon vor der Jahresfrist kam Oberliga-Serienmeister Tilburg Trappers am zweiten Weihnachtstag an den Westbahnhof. Da rang der ESC die Niederländer in einem packenden Duell mit 5:4 nieder. 

Am Mittwoch kamen die Trappers erneut. Wieder zeigten die Mücken ein Riesen-Spiel, wieder schafften sie es, dem Spitzenreiter eine seiner seltenen Niederlagen zuzufügen. Mit 3:1 setzten sich die Essener durch, verteidigten so den zweiten Tabellenplatz und ließen den Vorsprung der Tilburger immerhin in den einstelligen Bereich auf neun Zähler sinken. 


Mehrfacher Derbysieger, neun Partien ungeschlagen, Elf-Punkte-Vorsprung auf die Nicht-Playoff-Zone – um die Leistungen der Moskitos in den letzten Wochen des Jahres zu beschreiben, mangelt es so langsam an Superlativen.
Teamchef Frank Gentges, eher bekannt für den Tritt auf die Euphoriebremse, musste sich auf der anschließenden Pressekonferenz erstmal sortieren. „Was soll man zum Spiel sagen“, fragte er rhetorisch und ergänzte: „Durch eine hervorragende Defensivleistung der gesamten Mannschaft, allen voran Torwart Patrik Cerveny, war der Sieg gegen Spitzenreiter Tilburg hoch verdient. Besser geht es nicht.“

Über 2000 Zuschauer am Westbahnhof

Eine volle Halle hatte sich der Coach am vergangenen Freitag für das Spitzenspiel gewünscht. Mit Erfolg: 2159 Zuschauer kamen und sorgten für derbyähnliche Atmosphäre. Daran trugen aber auch die Trappers ihren Anteil. Die „Bad Boys“ der Liga (445 Minuten) traten in gewohnt ruppiger Manier auf und bettelten fast schon um Essener Antworten auf ihre zahlreichen Provokationen. 

Die körperlich unterlegenen Moskitos blieben jedoch fokussiert, auch in Unterzahl. Ihre 18 Strafminuten überstanden sie unversehrt. Auch deshalb waren sie Punktsieger im Aufeinanderprallen der ligaweit besten Offensive (Tilburg, 146 Tore) und der stärksten Abwehr (Moskitos, 61 Gegentore). 

Miglio trifft in Unterzahl

Dazu der Angriff des ESC: Eisekalt. In den perfekten Momenten nutzten die Essener ihre Chancen. Aaron McLeod hämmerte den Puck zur erstbesten Gelegenheit zur Führung ins Trappers-Tor (14.). Das 2:0 war aus Sicht der Gäste fast schon von demütigender Natur. Nicholas Miglio schloss einen Konter ab während Kollege Carsten Gosdeck gerade auf der Strafbank weilte (27.). Der Jubel über das dritte Unterzahltor der laufenden Spielzeit ließ die Eissporthalle kurzzeitig wanken. 

Miglio war überhaupt bester Mann auf dem Eis – und ist offenbar Erfolgsgarant. Nur zwei Niederlagen kassierten die Moskitos in den 13 Partien seit der Kontingentstürmer an Bord ist. Dabei kommt er auf starke zwölf Tore und zehn Assists. Im Interview auf der Moskitos-Facebookseite nach dem Spiel verriet er sein Rezept: „Nichts, nur harte Arbeit.“ Gegen Tilburg fühlte sich der Texaner an das Eishockey in den USA erinnert. „Das Spiel hat großen Spaß gemacht. Tilburg war eine harte und physische Mannschaft, ähnlich wie in meiner Heimat.“ 

Freitag das nächste Top-Spiel 

Ein hartes Stück Arbeit war der Sieg gegen ab dem zweiten Abschnitt leicht überlegene Holländer dennoch. Selbst nach Thomas Richters 3:0 zu Beginn des Schlussdrittels (42.) wurde noch gezittert. Aber bis auf Tilburgs Anschlusstreffer kurz vor Schluss ließ der ESC nichts anbrennen.

„Siege gegen Spitzenteams geben zusätzliches Selbstvertrauen“, erklärte Coach Gentges, der wie die Mannschaft genießen, aber nicht ausgelassen feiern konnte. Schließlich steht bereits am heutigen Abend der nächste Kracher an. Die Moskitos treten beim punktgleichen Dritten Hannover Scorpions an – bereits das vierte Spiel in sieben Tagen. Und mit einer Leistung wie am Mittwoch wahrscheinlich der vierte Sieg in sieben Tagen. 

Autor: Erik Asmussen

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