Unfassbar, aber wahr: Matthias Tietz wurde bei seinem Winter-Wechsel von der SG Wattenscheid 09 zum FC Differdingen 03 nach Luxemburg getäuscht. So lautet zumindest die Version des 30-Jährigen.

"Blauäugig"

Luxemburg-Klub zieht Ex-Wattenscheider über den Tisch

23. März 2020, 12:47 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Unfassbar, aber wahr: Matthias Tietz wurde bei seinem Winter-Wechsel von der SG Wattenscheid 09 zum FC Differdingen 03 nach Luxemburg getäuscht. So lautet zumindest die Version des 30-Jährigen.

Nachdem das Jahr 2019 Mitte Oktober für die SG Wattenscheid 09 und seine damaligen Spieler mit einem Paukenschlag endete, sollte 2020 vor allem für die Akteure alles besser werden. Nach der Bekanntgabe der Insolvenz und dem Wattenscheider Rückzug aus der Regionalliga West durften die Akteure ab dem 1. Januar 2020 mit neuen Klubs verhandeln und Arbeitsverträge unterschreiben. Die ehemaligen Schützlinge von Trainer Farat Toku haben auch alle einen Verein gefunden - auch Matthias Tietz.

Es war der 14. Januar als Tietz ins luxemburgische Differdingen reiste, um beim FC 03 einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Der im polnischen Gizycko geborene Mittelfeldspieler unterzeichnete zwei Arbeitspapiere bis zum 30. Juni 2022 - in französischer Sprache. "Ja, das war mein Fehler. Ich bin der Sprache nicht mächtig und habe den Leuten vertraut. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass in dem Arbeitsvertrag eine Klausel verankert war, die besagte, dass der Klub mich monatlich kündigen darf", erzählt der in Moers wohnhafte Tietz gegenüber RevierSport.

Tietz hielt sich zuletzt beim Wuppertaler SV fit

Und es kam so, wie es kommen musste: Differdingen kündigte dem Ex-Wattenscheider Tietz.

Eigentlich mag der enttäuschte Tietz gar nicht mehr zurückblicken. Einige Trainingseinheiten und Testspiele durfte er mit dem FC Differdingen absolvieren, bis man ihm am 20. Februar mitteilte, dass sein Vertrag zum 14. März 2020 gekündigt wird. "Man sagte mir, dass das finanzielle Risiko mit mir nicht tragbar sei. Das sagte mir der Präsident, der mir vor ein paar Wochen noch das Angebot machte. Zudem irritierte mich, dass man mir einen Teil des Vertrages nicht zurückgeben wollte. Man sagte mir, dass dieser Teil, der eigentlich mir gehörte, nicht mehr existiert. Alles etwas dubios. Ich bin menschlich einfach zutiefst enttäuscht und habe die Schattenseite des Geschäfts kennengelernt. Es gibt eben die besagte Klausel und da bin ich der Verlierer. Ich war einfach zu blauäugig. So etwas ist mir noch nie widerfahren. Jetzt blicke ich wieder nach vorne. Etwas anderes bleibt mir auch nicht übrig", erklärt Tietz.

Die Gegenwart heißt für die nächsten drei Monate der Wuppertaler Sportverein. Zumindest hielt sich Titz die ersten Wochen beim WSV im Mannschaftstraining fit. Nun muss auch er, wie alle anderen Spieler, aufgrund der Corona-Spielpause individuell trainieren.

Marwin Studtrucker, ehemaliger Tietz-Kumpel bei der SG Wattenscheid 09, vermittelte zwischen dem WSV und dem 177-maligen Regionalligaspieler. Ob er auch in der neuen Saison in Wuppertal spielen wird, darüber macht er sich zur Zeit keine Gedanken.

"Ich wollte schon mit dem Fußball aufhören. So geschockt, enttäuscht war ich nach der Luxemburg-Nummer. Jetzt will ich erst einmal wieder den Spaß zurückgewinnen und Gas geben. Dann werden wir sehen, was sich im Sommer ergibt", sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. 

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23.03.2020 - 14:06 - Außenverteidiger

:D Genau Herold. Selten dämlich, genau dafür gibt's Verträge. Damit man den Leuten nicht vertrauen muss, sondern selber Entscheidungen treffen darf. Manche Spieler denken, wir hätten eine Diktatur, die einen alles abnimmt... Tietz? Wir leben nicht im Iran.

23.03.2020 - 13:57 - Herold

Sorry, aber wie bescheuert muss man sein, eine Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen, den man nicht versteht ? :-((