Bundesliga

Kritik schon im Vorfeld: Treffen von 15 Klubs in Frankfurt

11. November 2020, 08:24 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Der deutsche Profifußball muss sich in der Corona-Pandemie neu aufstellen, zumal niemand weiß, wann Fans wieder ins Stadion dürfen. Nun gibt es ein - im Vorfeld bekannt gewordenes - Geheimtreffen.

Ohne DFB und DFL und vier Bundesliga-Clubs treffen sich am Mittwoch Spitzenvertreter aus dem Profifußball in Frankfurt/Main. Die ursprünglich geheime Sitzung sorgte schon im Vorfeld für Ärger, da die vier Erstligisten FSV Mainz 05, FC Augsburg, Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart nicht eingeladen wurden.

Diese empfinden das - gerade in der Corona-Krise - als unsolidarisch. Bislang hatten sich die 36 Proficlubs unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga gemeinsam durch die Pandemie mit ihren finanziellen Einbußen gekämpft. Das fehlende Quartett hatte gemeinsam mit zehn Zweitligisten ein Positionspapier zur künftigen Verteilung der TV-Gelder unterzeichnet. Das wirtschaftliche Ungleichgewicht im Oberhaus sorgt schon lange für Unmut und ist auch ein Thema in der DFL-Taskforce „Zukunft Profifußball“. Dabei geht es um 4,4 Milliarden Euro aus den nationalen Medienerlösen, die bis nach Ende der Saison 2024/25 unter den 36 Proficlubs aufgeteilt werden.

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat das Treffen verteidigt. „Es gibt wichtige Themen, die einfach mal besprochen werden müssen. Dabei geht es nicht nur um Verteilung von Fernsehgeldern, das wird eher ein Randthema sein“, sagte der Ex-Nationalspieler am Mittwoch in einem Sky-Interview. „Es geht um strukturelle Dinge, zum Beispiel, wie sich eine Liga nach der Zeit von Christian Seifert, einem überragenden CEO, aufstellt. Auch was beim DFB los ist.“

Der „Frankfurter Kreis“ wurde von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und den weiteren Spitzenclubs Borussia Dortmund, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen initiiert. Neben 14 Bundesligisten ist auch Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV dabei. Die Sitzung, zu der es bisher keine offiziellen Informationen gab, soll von Eintracht Frankfurt unter coronagerechten Bedingungen durchgeführt werden.

Dabei soll es auch um den durch Skandale angeschlagenen Deutschen Fußball-Bund und die Nachfolge von Christian Seifert bei der DFL gehen. Der Geschäftsführer hat angekündigt, Ende Juni 2022 seinen Posten bei der Deutschen Fußball Liga zu räumen. Leverkusens Club-Chef Fernando Carro sprach von einem „richtungsweisenden Treffen“. dpa

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren

11.11.2020 - 21:44 - Langer_09

Gerne.
Sollen sie doch ihre Fernseh-, Investoren- oder emiratgestützte Superliga gründen. Mir auch völlig schnuppe, ob nur in Europa oder weltweit.
Dann kommen auch bald die chinesischen „Vereine“.

Und da werden dann die ganz „großen“ Gehälter gezahlt.
Eine „Deckelung“ der Gehälter per Dekret funktioniert generell nicht. Dann gibts anstatt nachvollziehbarer Gehaltszahlungen eben sonstige Vergütungen oder Vergünstigungen. Oder ganz banale Offshorekonten.

Sollen sie es doch bitte den Spielern, Beratern und sich selbst vorne und hinten reinstecken (remember Mario Adorf). Bis ihnen schlecht wird und dann auch den Konsumenten, weil die ja eigentlich auch gar keine Fußballfans sind (im alten, herkömmlichen Sinne).
Gibt doch bestimmt auch bald Videospiele oder E-Sports, die viel smarter und trendiger sind.

Dauert aber noch ein bisschen, bis dahin also: guten Appetit und vor allem: gute Verdauung (heißt: stinkt nich so rum).

Abschließende These (steil): Noch in diesem Jahrzehnt wird die zweite Mannschaft von Bayern deutscher Meister.

11.11.2020 - 15:50 - asaph

wie schon gesagt: Bayern und Dortmund sollten in eine andere Liga verschwinden, Gehälter werden gedeckelt und wir haben endlich wieder mehr Fußball
und weniger Kommerz!

11.11.2020 - 12:59 - Langer_09

Das bedeutet aber, dass kein Verein einen Vorschlag ohne Abstimmung mit den -bzw. Genehmigung durch die- „Initiatoren“ (München, Dortmund, Leipzig, Mönchengladbach, Leverkusen) machen darf, ohne von diesen anscließend ausgegrenzt und von einer Diskusion ausgeschlossen zu werden.

Für mich keine gute Entwicklung, auch der angekündigte Rückzug von Seifert nicht.

Die „Großen“ agieren nach dem Motto: „Wehret den Anfängen“, wobei sich auch die (nur) „Eingeladenen“ keinen übermäßigen Hoffnungen hingeben sollten.

Business. As usual.

11.11.2020 - 09:02 - Kuk

Erst sprechen sich vier Erstligisten und zehn Zweitligisten ab. Anschließen wundern sie sich, dass andere es nach machen.