Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 treffen sich am Mittwoch zum Krisenduell. Eine Zahl prägt die sportlichen Miseren beider Teams besonders. 

Bundesliga

Krisenduell zwischen Fortuna und S04

26. Mai 2020, 13:29 Uhr
Schalke muss bei Fortuna Düsseldorf ohne Suat Serdar auskommen (Foto: firo).

Schalke muss bei Fortuna Düsseldorf ohne Suat Serdar auskommen (Foto: firo).

Fortuna Düsseldorf und Schalke 04 treffen sich am Mittwoch zum Krisenduell. Eine Zahl prägt die sportlichen Miseren beider Teams besonders. 

Die einen verspielten nach Führungen schon 22 Punkte, die anderen kassierten in der Rückrunde schon 22 Gegentore - vor dem Krisenduell zwischen den Remis-Königen von Fortuna Düsseldorf und den schlaffen Europacupträumern von Schalke 04 sind die Sorgen auf beiden Seiten riesig. Uwe Rösler erteilte seinem Team daher einen unmissverständlichen Befehl.

„Für uns ist es ein Must-Win-Game. Die Mannschaft weiß genau, dass wir das Spiel gewinnen müssen“, sagte der Fortuna-Trainer vor der Bundesliga-Partie am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky).

Zwar präsentierte sich der Tabellen-16. fußballerisch zuletzt nicht wie ein Absteiger. Die Belohnung blieb aber viel zu häufig aus. Viermal spielte die Fortuna unter dem Funkel-Nachfolger nach einer Führung nur unentschieden, am Sonntag genügten drei verpatzte Minuten beim 1. FC Köln (2:2) für den nächsten Tiefschlag.

Schalke, mittlerweile aus den Europacupplätzen gepurzelt, plagen dagegen grundsätzliche Probleme an allen Fronten. „Uns fehlen Leichtigkeit, Vertrauen, Automatismen“, analysierte David Wagner nach dem jüngsten 0:3-Debakel gegen den FC Augsburg und ergänzte schonungslos: „Keine Torgefahr, schlechte Chancenverwertung, eklatante individuelle Fehler.“

Bei Schalke 04 wiegt der Ausfall von Serdar schwer

Neun Spiele ohne Sieg in teils fragwürdiger Art und Weise (2:22 Tore) setzen den im Sommer gekommenen Coach zunehmend unter Druck. Gewinnt Schalke auch das Geisterspiel in Düsseldorf nicht, bedeutet die dann zehn Spiele andauernde Misere einen Negativrekord für dieses Jahrtausend.

Hinzu mischen sich (wieder) personelle Sorgen. Während die Königsblauen von der Corona-Pause zunächst profitierten und von sieben verletzten Stammspielern fünf zurückkehrten, wächst diese Zahl nun wieder an. Neben dem neusten Rekonvaleszenten Suat Serdar fehlen in Düsseldorf Omar Mascarell, Benjamin Stambouli, Barca-Leihgabe Jean-Clair Todibo und Amine Harit.

Besonders der Ausfall von Nationalspieler Serdar wiegt schwer. Der 23-Jährige schaffte in der hochgelobten Schalker Hinrunde (Platz 5) den Sprung ins DFB-Team, ist mit sieben Toren sogar Schalkes bester Torjäger. Im Augsburg-Spiel verletzte er sich jedoch am Knie. Laut Informationen der WAZ muss der Mittelfeldspieler sogar um die komplette Saison fürchten - das sind schlechte Vorzeichen.

Hält der Negativlauf an, droht den Gelsenkirchenern die bereits dritte Saison in vier Jahren ohne die Teilnahme am europäischen Wettbewerb. Das könnte schmerzhaft werden. Der hochverschuldete Traditionsklub stand zum Jahreswechsel mit 197 Millionen in der Kreide, die Corona-Zwangspause bedrohte den einstigen Champions-League-Stammgast mehr als die meisten anderen Bundesligisten.


Ein Sieg ist für beide Mannschaften Pflicht

Ein Sieg ist also Pflicht, auch für die Gastgeber. Die „Fortuna unter Führungsangst“ muss nach den 22 teils leichtfertig hergeschenkten Zählern den Blick zunehmend auf die Konkurrenz richten. Werder Bremen auf Rang 17 hat noch ein Spiel in der Hinterhand. Der Tabellen-15. FSV Mainz 05 könnte am Mittwoch parallel bei Union Berlin die Lücke zur Fortuna mindestens weiter bei drei Zählern halten. Schlusslicht SC Paderborn will zur gleichen Zeit beim FC Augsburg Druck ausüben.

„Es ist eine entscheidende Woche für uns“, sagte Rösler daher treffend. Auf sein Team warten nach der Schalke-Partie binnen vier Spielen die Champions-League-Schwergewichte aus München, Dortmund und Leipzig. Das ist nicht der einzige Grund, warum er gegen Wagner, zu dem er aus gemeinsamer Zeit in England ein „sehr gutes Verhältnis“ pflegt, auf Gastgeschenke verzichten sollte.  sid

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27.05.2020 - 11:02 - Schalker1965

Wer hier immer noch das Wort "EL" oder "Europapokal" in den Mund nimmt, lebt offenkundig in seiner eigenen Fußballwelt. Eine Mannschaft, die sich im freien Fall befindet und über so wenig individuelle Klasse verfügt, kann nicht mal eben so den Schalter umlegen. Auch gegen eine sich gegen den Abstieg wehrende Fortuna gibt es für Schalke in seiner derzeitigen Verfassung nichts zu holen. Schalke ist raus und wird am Ende - sollte die Saison bis zum Ende gespielt werden - nach aktueller Tabellensituation allenfalls auf Platz 11 landen. Immerhin eine tabellarische Verbesserung zum Vorjahr. Ansonsten ein weiteres verlorenes Jahr, in dem uns die Konkurrenz weiter enteilt ist.

27.05.2020 - 08:30 - ali_hb

Bloß nicht selber das Spiel machen wollen. Flaches 4 4 2 defensiv ausgerichtet aufstellen und ab der Mittellinie pressen. Vorne mit Matondo und Raman kontern. Vielleicht Kabak auf die 6 ? MCKennie in Serdars Rolle. Schöpf im linken Mittelfeld und Calliguri im rechten Mittelfeld. 4er-Kette wie gegen Augsburg. Das wäre meine Strategie als Laie.

26.05.2020 - 17:46 - easybyter

Schalke wird in der derzeitigen Form und ohne Serdar, Mascarell und Harit wohl kaum den Sprung in die EL schaffen. Düsseldorf hat nicht schlecht gespielt und kann sich gegen ein desolates Schalke gute Chancen auf 3 Punkte ausrechnen. Sie müssen nur kompakt stehen und auf die sich sicher ergebenden Fehler der Schalker warten um zu kontern, denn so hat ja auch Augsburg gewonnen. Schalke wird vielleicht wieder mehr Ballbesitz haben, es aber wiederum nicht verstehen, richtig Druck nach vorne auszuüben und Torchancen zu kreieren. Wenn ich lese ein Sieg sei für beide Mannschaften Pflicht, dann sträuben sich mir die Nackenhaare. Ein Sieg ist für beide Mannschaften sicher total wichtig, aber es kann ja bekanntlich nur eine von beiden gewinnen. Soweit das mit der Pflicht für beide. Schalke hat glücklicherweise schon 37 Punkte gesammelt und wird vielleicht noch den einen oder anderen Punkt ergattern, um nich in Abstiegsgefahr zu geraten, aber die Fortuna wird es schwer haben bei dem Restprogramm. Da kann man nur die Daumen drücken. Schalke wird überlegen müssen, ob es mit dem e.V. so weiter gehen soll. Ich denke, es ist an der Zeit, die Struktur zu ändern und die Profiabteilung auszugliedern, denn sonst droht auf Dauer das MIttelfeld. Schalke kann mit den anderen finanziell nicht mithalten und kann mangesls Perspektive auch die guten Nachwuchsspieler nicht halten. Da werden noch so einige ablösefrei gehen, so dass diese Geldquelle auch nicht mehr sprudelt. Hoffentlich hat die notwendige Zahl an MItgliedern so viel Verständnis, um einer Ausgliederung zuzustimmen.