Nach ruhigem Start geht es kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode hier und da hektisch zu. Insgesamt haben die Bundesligisten schon knapp 70 Millionen Euro investiert. Und einige Wechsel sind noch im Gespräch.

Bundesliga-Transferfinale

Klubs investieren knapp 70 Millionen Euro

31. Januar 2019, 15:17 Uhr

Foto: firo

Nach ruhigem Start geht es kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode hier und da hektisch zu. Insgesamt haben die Bundesligisten schon knapp 70 Millionen Euro investiert. Und einige Wechsel sind noch im Gespräch.

Verhaltener Start, starker Schlussspurt: In der Fußball-Bundesliga herrschte vor allem in den letzten beiden Tagen vor der Schließung der Transferliste an diesem Donnerstag noch einmal Betriebsamkeit. Bis 18.00 Uhr haben die 18 Vereine Zeit, ihre Neuverpflichtungen über das Transfer-Online-Registrierungssystem (TOR) der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu melden. Auch in den anderen großen europäischen Ligen in England, Spanien und Italien heißt es «rien ne va plus» - nichts geht mehr! Hier haben die Clubs aber zum Teil noch bis Mitternacht die Chance, ihre Kader zu optimieren.

Am sogenannten «Deadline Day» wechselten noch einige Spieler die Seiten. Zudem gab es wieder reichlich Spekulationen. So stand Hoffenheims Havard Nordtveit angeblich vor einem Wechsel zum FC Fulham. Borussia Dortmunds Profi Shinji Kagawa war laut Sportdirektor Michael Zorc für «Gespräche freigestellt». Eintracht Frankfurt stand vor der Verpflichtung des 19-jährigen brasilianischen Abwehrspielers Lucas Melo, genannt Tuta.

Insgesamt gab die Bundesliga in der Transferperiode II seit dem 1. Januar rund 68 Millionen Euro für 21 Neuzugänge aus. Damit liegt sie fast exakt auf dem Vorjahresniveau (70 Mio. Euro). Der Rekord von mehr als 90 Millionen Euro im Winter 2017 wurde nicht erreicht. Auffällig ist, dass vor allem talentierte, sehr junge Profis immer höher im Kurs stehen. Zudem setzte sich der Trend zu den vor allem im Winter beliebten Leihgeschäften fort.

Wie vor einem Jahr, als Pierre-Emerick Aubameyang für 63,75 Millionen Euro zum FC Arsenal wechselte, ist Borussia Dortmund bei den Einnahmen mit großem Abstand Spitzenreiter. Erneut nutzte die Borussia den Reichtum der Premier-League-Clubs und veräußerte US-Talent Christian Pulisic für 64 Millionen Euro an den FC Chelsea. Allerdings wird der 20-jährige Flügelstürmer in der Rückrunde noch auf Leihbasis für den Bundesliga-Tabellenführer spielen. Einen Teil des Geldes reinvestierte der BVB in den argentinischen U20-Nationalspieler Leonardo Balerdi (15,0/Boca Juniors).

«Irgendwann platzt da mal eine Blase», kritisierte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel beim Branchenkongress SpoBis in Düsseldorf vor allem das Geschäftsgebaren der Engländer. In den Finaltagen vor Schließung des Wintermarktes klingele bei den Bundesliga-Managern pausenlos das Telefon, «weil die Engländer uns Spieler verleihen wollen, die sie vorher für 15 oder 20 Millionen Pfund gekauft haben», sagte Heidel am Donnerstag.

Er selbst ging auch auf der Insel einkaufen. Am Mittwoch hatte Schalke die Verpflichtung des 18 Jahre alten Stürmertalents Rabbi Matondo vom nächsten Champions-League-Gegner Manchester City (9,0) vermeldet. Zudem soll Jeffrey Bruma als Leihgabe des VfL Wolfsburg helfen, nach Naldos Abgang die Not in der Abwehr zu lindern.

Auch ihm seien in den letzten Tagen «reihenweise Spieler aus England angeboten» worden, meinte Eintracht Frankfurts Vorstand Fredi Bobic. «Die wollen ihre Kader ausdünnen», sagte er, sieht aber bei den Ablösesummen kaum noch Steigerungspotenzial. «Auch bei den Engländern sind irgendwann die Grenzen erreicht. Es wird deshalb mehr zwischen den Vereinen hin und her getauscht. Ich fühle mich dabei manchmal an meine Jugend erinnert, als wir Panini-Bildchen getauscht haben.»

Auf der Einnahmenseite stehen insgesamt knapp 82 Millionen Euro. Mit 39 Profis verließen deutlich mehr Spieler die deutschen Clubs als verpflichtet wurden. Am kräftigsten räumte 1899 Hoffenheim seinen Kader auf. Gleich sieben Profis wurden verliehen. Mit dem brasilianischen Abwehrtalent Lucas Ribeiro (EC Vitoria/4,0 Mio. Euro) kam nur eine Neuer. «Vielleicht ruft heute Real Madrid noch an und will irgendeinen von uns für 90 Millionen. Dann würden wir das machen», sagte TSG-Coach Julian Nagelsmann am Donnerstag.

BVB-Jäger FC Bayern fühlt sich mit seinem Elitekader offenbar stark genug, die Ziele in drei Wettbewerben zu erreichen. Die Münchner investierten nur zehn Millionen Euro in das kanadische Offensivtalent Alphonso Davies (18 Jahre) - ein erster Schritt zur Verjüngung. Den teuersten Winter-Zugang leistete sich RB Leipzig. Die Sachsen holten für 18 Millionen Euro den 21-jährigen Mittelfeldspieler Amadou Haidara vom Schwester-Club Red Bull Salzburg. dpa

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