Der KFC Uerdingen arbeitet daran, den riesigen Schuldenberg in Höhe von zehn Millionen Euro abzubauen. Auch ehemalige Spieler sollen zur Kasse gebeten werden.

3. Liga

KFC Uerdingen: Offenbar zehn Millionen Euro Schulden durch Ponomarev

Damian Ozako
22. April 2021, 14:55 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Foto: Thorsten Tillmann / FUNKE Foto Services

Der KFC Uerdingen arbeitet daran, den riesigen Schuldenberg in Höhe von zehn Millionen Euro abzubauen. Auch ehemalige Spieler sollen zur Kasse gebeten werden.

Für den KFC Uerdingen geht es nicht nur auf dem Platz um das nackte Überleben. Während die Mannschaft im Abstiegskampf der 3. Liga einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen muss, gibt es, wie so häufig, auch abseits des Rasens Wirbel. Dem "kicker" und der "Westdeutschen Zeitung" liegt ein mehr als 70 Seiten umfassendes Schreiben des Insolvenzverwalters Dr. Claus-Peter Kruth vor. Seit Anfang Februar befindet sich Uerdingen im Insolvenzverfahren. 

KFC Uerdingen seit 2020 zahlungsunfähig

Kruth hat dieses Schreiben offenbar in den vergangenen Tagen an die 172 Gläubiger des Vereins verschickt. Demzufolge weist der KFC einen Gesamtschuldenstand in Höhe von knapp zehn Millionen Euro auf. Allein im Kalenderjahr 2020 hat Uerdingen demnach einen Fehlbetrag in Höhe von 7,7 Millionen Euro zu verdauen. Der "Personalaufwand Spielbetrieb" soll allein schon 7,8 Millionen Euro kosten. Kruth erklärte, dass der Klub "spätestens seit Beginn des Jahres 2020" zahlungsunfähig sei. 

Ehemalige Spieler sollen zahlen

Um Uerdingen von den Schulden zu befreien, was nach wie vor das Ziel sei, wie Kruth über einen Sprecher gegenüber dem kicker mitteilte, soll der Spielbetrieb des KFC unbedingt fortgeführt werden. Über Haftungsansprüche und Anfechtungen soll das nötige Geld aufgetrieben werden, um am Ende die Gläubiger zu bezahlen. 


Kruth hat offenbar mittlerweile angefangen, ehemalige Spieler aufzufordern, ihre Gehälter zurückzuzahlen. Es sei davon auszugehen, dass sie von der finanziell bedrohlichen Situation wussten. Vom Finanzamt Krefeld forderte er offenbar erfolgreich knapp 500.000 Euro zurück. 

KFC von Ponomarev abhängig

Die Ursache der Insolvenz verortet Kruth in der Abhängigkeit vom ehemaligen Investor Mikhail Ponomarev. Sponsoreneinnahmen würden lediglich "weit unter 10 Prozent" des Einkommens ausmachen. Ponomarev gerät nun offenbar weiter unter Druck, da er dem Bericht zufolge regelmäßig Patronatserklärungen unterschrieb. 


Beim Kicker heißt es mit Blick auf diese Patronatserklärungen: "Der Investor verpflichtet sich hiermit gegenüber der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH, dieser stets die erforderliche Liquidität zur Verfügung zu stellen, welche die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH benötigt, um ihre (…) entstandenen und fälligen Verbindlichkeiten ordnungsgemäß zu bezahlen. Die Parteien sind sich darüber einig, dass hieraus ein unmittelbarer, in der Höhe nicht betragsgemäß begrenzter Zahlungsanspruch der KFC Uerdingen Fußball 05 GmbH gegen den Investor erwächst."

Auch die beiden Geschäftsführer Nikolas Weinhart und Frank Strüver, der Ende 2020 von seinem Posten zurücktrat, könnten demnach eventuell haftbar gemacht werden. Auch die Staatsanwaltschaft könnte noch aktiv werden. Sie will sich die Unterlagen zur Einsicht zukommen lassen, sobald diese vom Insolvenzgericht freigegeben werden. 

Abwicklung des Vereins droht

Kruth bestätigte, dass der KFC Uerdingen fortführungsfähig sei, wenn die Gesellschafterversammlung Anfang Mai den Insolvenzplan bestätigen sollte. Ansonsten sei die Abwicklung des Vereins die einzige Alternative.


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24.04.2021 - 07:52 - Anton Leopold

Nachtrag: Im Falle einer externen Patronatserklärung muss der Patron sogar an die Gläubiger direkt zahlen, bei der internen an den Insolvenzverwalter.

24.04.2021 - 07:50 - Anton Leopold

Für alle Interessierten, die wissen wollen, was eine Patronatserklärung ist, Zitat aus Münchner Kommentar zum BGB, Habersack, § 765, Randnummer 52:
"Durch die harte Patronatserklärung übernimmt der Patron die vertragliche Verpflichtung, den Schuldner mit ausreichender Liquidität auszustatten und damit die freiwillige Erfüllung oder zwangsweise Durchsetzung der durch die Patronatserklärung gesicherten Forderung des Gläubigers gegen den Schuldner zu ermöglichen."

Zu unterscheiden ist dann noch zwischen der internen und der externen Patronatserklärung. Zwischen den Zeilen gelesen dürfte es sich hier um eine externe handeln, die den Patron bei Insolvenz des Schuldners zur Zahlung an den Insolvenzverwalter zwingt. Deshalb der Aufruhr. Wahrscheinlich muss P. das Land verlassen.

24.04.2021 - 07:32 - Anton Leopold

Ich freue mich sehr, dass eine so rege Diskussion hier stattfindet - und das ohne die üblichen Beschimpfungen. Prima.

In unserer Rechtsordnung setzt die erste Gewalt, also die Parlamente, abstrakte, generelle Rechtsnormen. Die abstrakten Rechtsbegriffe, z.B. Zahlungsunfähigkeit werden dann von der Rechtswissenschaft, das sind mehr oder weniger die Lehrstühle an den Unis aber auch von vielen Berufsträgern mit wissenschaftlichem Interesse definiert. Vor den Gerichten, der dritten Gewalt, entbrennt dann ein Streit um die Begriffsbestimmungen. Schließlich treffen obere Bundesgerichte Definitionen zur Schaffung einer einheitlichen Rechtspraxis. Diese Urteile werden veröffentlicht und dann erneut von der Rechtswissenschaft aufbereitet. Lehrbücher für Studenten, Referendare und Praktiker werden geschrieben, stets an das jeweilige Niveau und an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst.

Der Bundesgerichtshof hat den Begriff der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 17 InsO vor Jahrzehnten definiert und bestätigt ihn seitdem.
Zitat aus der Entscheidung des II. Senates in Zivilsachen, BGH, Urteil vom 19.12.2017, Aktenzeichen II ZR 88/16, dort Randnummer 32 mit weiteren Nachweisen:

"Zahlungsunfähigkeit und nicht nur eine vorübergehende Zahlungsstockung liegt vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, sich innerhalb von drei Wochen die zur Begleichung der fälligen Forderungen benötigten finanziellen Mittel zu beschaffen und die Liquiditätslücke auf unter 10?% zurückzuführen."

Dass der KFC zahlungsunfähig war, steht durch den Eröffnungsbeschluss des Insolvenzgerichts fest. Dasselbe muss sich nun in den "Sumpf" begeben, was alle Juristen hassen.

Jeder darf natürlich seine Meinung haben, was "zahlungsunfähig" bedeutet, darüber entscheiden werden aber stets die Gerichte. Für alle Geschichtsinteressierten: Das war nicht immer so. Das Preußische Allgemeine Landrecht unternahm den Versuch, jeden denkbaren Einzelfall mit übergenauen Begriffsbestimmungen zu antizipieren, weil Richtern nicht getraut wurde. Sie waren stark eingeengt. 100 Jahre später, stark unter dem Einfluss des französischen Zivilgesetzbuch "code civil", fand man zum heutigen System. Privatrecht ist eine stark kulturell geprägte Materie - für mich übrigens auch ein Grund für den BREXIT, weil sich Briten ungern geschriebenen Regeln unterwerfen.

Ponomarev hat den Angaben im Artikel zufolge eine so genannte "harte Patronatserklärung" abgegeben. Hart, weil es die härteste persönliche Sicherheit ist, die man abgeben kann. Sie ist gesetzlich nicht geregelt und unterliegt keinerlei Schutzvorschriften wie etwa die Bürgschaft. Ich traute meinen Augen nicht, als ich das gelesen habe. Was ist in Weinhart gefahren?

Deshalb auch seine Bemühungen, die drohende Zahlungspflicht abzuwehren.
Die Sache ist richtig spannend; zuletzt war der KFC in den 80ern so spannend.

24.04.2021 - 00:11 - PepAncelotti

@Cronenberger
Habe ich doch geschrieben. Der IV behauptet die Ex-Spieler würden von der bedrohlichen Situation wissen und trotzdem Gehälter bezogen haben.
Und mit dem Fall Großkreutz ist bewiesen, dass weder die Spieler noch der Richter bis November 2020 von irgendeiner bedrohlichen Situation für den Verein gewusst haben sollen. Schwarz auf weiß.

Und woher sollen die Spieler wissen, dass der reiche Investor plötzlich nicht mehr zahlen will und untertaucht?
Die Spieler gehen eher davon aus, dass Ponomarev dafür haftet und dann die Kosten trotzdem begleichen müsste, weil er schon zig Mal gezahlt hat, als man es vom ihm gefordert hat. Und das habe ich schon ein paar geschrieben.

Aber dass die Spieler alles gewusst haben sollen, dass Ponomarev sich der Verantwortung entzieht und untertaucht, und die Spieler so absichtlich noch schnell Gelder kassiert haben sollen, das ist ein Märchen. Mit dem Beschluss des Arbeitsgerichts, dass Großkreutz sein Gehalt bekommt, ist der Beweis erbracht, dass der Verein bis dato noch zahlungsfähig war. Damit sind die Forderungen des IV an die Ex-Spieler, definitiv nichtig.

Sich einen Vorteil zu verschaffen, wäre auch nur gegeben, wenn man genau weiß, dass Ponomarev absolut zahlungsunfähig wäre. Aber niemand weiß wie vermögend er ist, ob und wann er zahlt. Der ließ sich gar nicht in die Karten schauen. Damit ist klar, die Spieler können sich keinen Vorteil erschlichen haben.

Die Spieler will ich auch gar nicht in Schutz nehmen, sondern die Forderung des IV erachte ich als haltlos.

Ende der Diskussion.

23.04.2021 - 23:57 - rwekopo

Uerdinger,macht euch wegen läppischer 10Millionen doch keinen Kopp.Es gibt hier ganz in der Nähe einen zukünftigen Zweitligisten,welcher trotz 250 Millionen Schulden weitermachen darf,und der durch Bürgschaften zu Ungunsten der Steuerzahler gerettet werden soll.Also,kopp hoch!!

23.04.2021 - 22:19 - Überdingen

Na...wie auch immer...wir sind jetzt auf dem richtigen weg. Es kann für den kfc ganz böse enden....doch dann wäre der neue investor nicht eingestiegen wenn die sachlage so aussichtslos wäre.
Genauso die stadt krefeld beim stadion-umbau.
Aber man weiß nie...beim kfc...no risk no fun; )

23.04.2021 - 21:14 - Cronenberger

@PepAncelotti
Was hat den das formelle Recht und der Anspruch, sein Gehalt rechtmäßig einzuklagen und ein positives Urteil zu erhalten, mit der Insolvenz zu tun????
Die Insolvenz hat mit der Entscheidung des Gerichts für Großkreutz mal soviel zu tun, wie Äpfel mit Birnen!
Es ist immer Inter, wenn hier von, da gehe ich mal von aus, juristischen Laien, irgendwelche Paragraphen zitiert und ins Feld geführt werden, die von diesen Laien nicht im geringsten beurteilt werden können!!!
Vor allem wenn dann noch Haftungsfragen ins Spiel gebracht werden!
Es ist davon auszugehen, daß der IV sehr wohl weiß, was er da öffentlich machen kann!
Und welche Möglichkeiten er da hat, da würde sich so manch einer sehr wundern!
Desweiteren ist es ja auch nicht so, das, wie fälschlicherweise von vielen immer behauptet wurde, Ponomarev seinen Verpflichtungen nachgekommen sei!
Fakt ist, und davor habe ich bereits vor zwei Jahren gewarnt, daß die von ihm gemachten Verträge immer (!) im Namen des KFC Uerdingen gemacht wurden und damit am Verein hängen bleiben würden!
Ich behaupte sogar, daß es schon starke krimineller Energie erfordert, so wie es scheint, bewusst, Spieler, Gläubiger und andere Vereine zu schädigen.
Erhalt wohl geglaubt, damit käme er hier durch!
Da er das aberntest bereits das dritte Mal gemacht hat, fällt ihm dieses Mal sein Handeln auf die Füße.
Zu. Glück!
Solchen Personen muß man ganz schnell die Grenzen aufzeigen und das wird jetzt wohl folgen!

23.04.2021 - 20:25 - PepAncelotti

@BallaBalla
Meine Meinung muss dir nicht gefallen. "Gmeurb" hat es auch so gesehen.
Kruth spekuliert nur: "Es sei davon auszugehen, dass sie von der finanziell bedrohlichen Situation wussten."
Davon ist nichts auszugehen. Und das sieht man eindeutig am Fall Großkreutz. Selbst das Arbeitsgericht hat dem Spieler recht gegeben.
Damit galt der KFC bis anfang Nov. 2020 offiziell und laut dem Richter noch als zahlungsfähig. Punkt!

Dass der KFC unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit seine Schulden abbauen kann. Reine Spekulation.
Dass der neue Investor dem Verein finanzielle Sicherheit geben soll. Reine Spekulation.
Ich sag nur.... § 60 Haftung des Insolvenzverwalters. :-)

23.04.2021 - 19:11 - BallaBalla

@Anton:

gut und ausführlich erklärt einschließlich der Rechtsquellen. Nun ist es aber so, dass der Pep u.a. der Beweiser und Profianwalt ist und es natürlich besser weiß....
Tja, da können hier alle von lernen, auch Herr Kruth. Sein Gutachten wann eine Zahlungsunfähigkeit vorlag kann er in die Tonne kloppen, hätte er mal besser den Pep gefragt.... ;-)

23.04.2021 - 17:46 - PepAncelotti

@Anton Leopold

A)
§ 17 Zahlungsunfähigkeit
(2) Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen.
Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Ponomarev hatte die Gehälter der Ex-Spieler gezahlt, wenn auch verspätet bzw. durch Gerichtsbeschluss.
Somit galt er bis zu seinem Insolvenzantrag als zahlungsfähig. Und damit können sämtliche Zahlungen, spricht Gehälter an Ex-Spieler bis zu Ponomarevs Rückzug, nicht unter der laufenden Insolvenz fallen.

B)
Großkreutz gewann Anfang Nov. 2020 vor dem Arbeitsgericht. Damit ist eindeutig bewiesen, dass bis Nov. 2020 der KFC laut Gerichtsbeschluss für zahlungsfähig befunden wurde. Bedeutet selbst das Arbeitsgericht nahm an, dass der Verein bis dahin ordnungsgemäß geleitet wurde.
Wie sollten die Spieler gewusst haben, was der reiche russische Investor im Schilde geführt hat.

Damit habe ich bewiesen, dass kein Spieler irgendwas wissen konnte. Weil Ponomarev nach außen immer als reich galt.

Kruth kann unter Androhung der InSo Paragraphen versuchen den Ex-Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber er wird es nicht beweisen können, dass irgendein Spieler gewusst haben soll, dass Ponomarev bis zum Insolvenzantrag zahlungsunfähig war, wenn selbst das Arbeitsgericht das nicht mal wusste.
Selbst jetzt weiß man immer noch nicht, ob Ponomarev zahlen wird oder für immer untertaucht.

C)
§ 130 Kongruente Deckung
(1) Anfechtbar ist eine Rechtshandlung, die einem Insolvenzgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewährt
oder ermöglicht hat,
1. wenn sie in den letzten drei Monaten vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen
worden ist, wenn zur Zeit der Handlung der Schuldner zahlungsunfähig war und wenn der Gläubiger zu
dieser Zeit die Zahlungsunfähigkeit kannte oder
2. wenn sie nach dem Eröffnungsantrag vorgenommen worden ist und wenn der Gläubiger zur Zeit der
Handlung die Zahlungsunfähigkeit oder den Eröffnungsantrag kannte.

Ponomarev hatte am 21.Jan. 2021 den Insolvenzantrag gestellt. Wieviele Ex-Spieler, die bis drei Monate vor dem Insolvenzantrag haben zu "unrecht" Gehälter kassiert und gewusst, dass Ponomarev nicht mehr zahlen konnte?Null komma Null, da jeder Spieler davon ausging, dass P. die Gehälter zahlen wird, wenn auch verspätet.

D)
§ 60 Haftung des Insolvenzverwalters
(1) Der Insolvenzverwalter ist allen Beteiligten zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten
verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Er hat für die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften
Insolvenzverwalters einzustehen.

Kruth muss sehr aufpassen, wenn er meint, dass der KFC seine Schulden abbauen könne, obwohl der KFC kurz vor dem Abstieg steht.
Er muss beweisen können, dass KFC Liga-unabhängig Schulden abtragen kann.
Er muss auch beweisen können, dass der neue Investor aus Armenien den Verein in Zukunft finanziell nützt und nicht schadet. Und weil er meint, das der neue Investor reich ist. Sonst kann § 60 schnell gegen ihn wirken.

Ich unterzeichne heute mal mit "Good Will Hunting". :-D

23.04.2021 - 09:38 - Anton Leopold

Nachtrag 2: Natürlich kann NOAH auch ein absolut redlicher Kaufmann sein, der im weltweiten Anlagenotstand den KFC als Unternehmen mit Zukunft und großen Renditen für sich entdeckt hat. Natürlich.
Oder ein Menschenfreund, der die Fans des KFC in sein großes Herz geschlossen hat. Der armenische Teil in der Grabeskirche in Jerusalem deutet klar darauf hin.
Man weiß es nicht. Alles drin für den KFC.

23.04.2021 - 09:35 - Anton Leopold

Nachtrag: Mit dem Eröffnungsbeschluss verliert der Schuldner die Verfügungs- und Verwaltungsbefugnis gem. § 80 InsO, die von ihm durchgeführten Rechtsgeschäfte sind nach §§ 81, 91 InsO unwirksam. So ist es besser. ;-)

23.04.2021 - 09:33 - Anton Leopold

Euer Interesse am Insolvenzrecht finde ich prima. Bei der Insolvenzordnung (offizielle Abkürzung "InsO") handelt es sich um ein modernes Gesetz, was den Vorzug hat, dass es auch ein Laie verstehen kann.
Hier findet Ihr kostenlos die Gesetze:
https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__129.html
Ihr könnt mit dem rechten Pfeil einfach weiterklicken.
Wissen müsst Ihr:
- Mit dem Eröffnungsbeschluss ( § 27 InsO) wird ein Insolvenzverwalter gerichtlich bestellt.
- Dieser wird gem. § 80 InsO Partei kraft Amtes und darf alle Handlungen vornehmen sowie alle Erklärungen für den Schuldner abgeben.
- Der Schuldner verliert gem. § 81, § 91 InsO die Befugnis, über das Vermögen zu verfügen oder es zu verwalten.
- Der Insolvenzverwalter nimmt die Insolvenzmasse in Besitz ( § 148 InsO), lädt die Gläubiger zum Berichtstermin (§ 156 InsO), wobei er die Gläubiger auffordert, ihre Forderungen bei ihm anzumelden.
- Anders als die nicht mehr gültige Konkursordnung, die auf Zerschlagung eines Unternehmens gerichtet war, verfolgt die Insolvenzordnung das Ziel, eine Unternehmensfortführung zu ermöglichen, weshalb es die Möglichkeit des Insolvenzplanes gibt (§§ 217 ff. InsO.), was z.B. Rot Weiss Essen gerettet hat. Ich habe es nicht mehr im Kopf, meine aber, dass das bei KFC schon nicht mehr in Frage kommt.

Worum es hier geht, ist eine bei Insolvenzverwaltern besonders unbeliebte Aufgabe, die man im Jargon den "Sumpf" nennt, nämlich die Insolvenzanfechtung.

Der Insolvenzverwalter erklärt gem. § 129 InsO die Anfechtung von Rechtshandlungen - z.B. Zahlungen an Gläubiger wie Spieler und Trainer -, die vor dem Insolvenzverfahren vorgenommen wurden und die Insolvenzmasse schmälern. Liegt ein Insolvenzgrund vor, kann der Insolvenzverwalter gezahlte Geldbeträge nach § 143 InsO zurückfordern.
Insolvenzgründe sind für den Insolvenzverwalter umso leichter zu beweisen, je höher die "Hausnummer" ist, also der Paragraph. Wenn Ihr blättert, seht Ihr, dass man für die Gründe in § 137, § 136, § 135, § 134 InsO keine "subjektiven" Voraussetzungen beweisen muss. Es ist also Wurst, ob Vorsatz, Evidenz, grobe Fahrlässigkeit oder auch nur leichte Fahrlässigkeit beim Empfänger der Leistung (.z.B. Zahlung) vorgelegen haben. So wurden z.B. Ehefrau und Kinder (Meike und Lars) von Anton Schlecker mit § 134 InsO konfrontiert. Alle geschenkten Güter müssen zurückerstattet werden, wenn sie in den letzten vier Jahren geschenkt wurden. Bei nahen Verwandten oder Ehegatten ( § 138 InsO) greift ferner § 133 Absatz 4 InsO, denn Scheingeschäfte sollen im familiären Nahbereich auch schon mal vorgekommen sein.

Aus der Hüfte geschossen könnte es beim KFC z.B. um § 135 InsO gehen, wovon allerdings nicht die Spieler betroffen sind, sondern ein Mensch, der Java The Hut nicht unähnlich ist.

Die "Schlacht im Sumpf" wird hier geschlagen werden mit
- § 131 InsO - inkongruente Deckung, z.B. jemand hat vorzeitig sein Geld bekommen, was immer verdächtig ist.
- § 133 Absatz 1 InsO, der sogar Zahlungen zurückholt, die bis zu 10 Jahren zurückliegen, wobei der Insolvenzverwalter allerdings den Vorsatz des Empfängers und dessen Wissen nachweisen muss, dass der Schuldner andere Gläubiger benachteiligen wollte.
- § 130 InsO: Die kongruente Deckung. Darauf spielten hier schon einige an. Alle Zahlungen, die nach dem Antrag auf Insolvenzeröffnung geleistet wurden, müssen nach §§ 143, 130 Absatz I Satz 1 Nr. 2 InsO zurückgezahlt werden, es sei denn es handelt sich um Massekosten nach § 55 InsO, hier z.B. § 55 Absatz 1 Nr. 2 InsO in Verbindung mit § 103 InsO. Hier können dann auch die §§ 120 ff. InsO eine Rolle spielen. Die drei Monate begegnen uns in § 130 Absatz Satz 1 Nr. 1 InsO. Hierfür ist nötig, dass der Gläubiger die Zahlungsunfähigkeit kannte. Wissen ist immer schwer zu beweisen, jedoch hilft dem Insolvenzverwalter der § 130 Absatz 2, wonach es ausreicht, Tatsachen zu kennen, die zwingend den Schluss auf die Zahlungsunfähigkeit zulassen, eben die berühmten geplatzten Lastschriften usw.

Einen auf doof machen als Strategie um nicht zurückzuzahlen? Die "Dorftrottelnummer" funktioniert oft vor dem Strafrichter, jedoch nicht vor dem Insolvenzgericht. Der Bundesgerichtshof hat zu § 130 Absatz 2 InsO eine gefestigte Rechtsprechung zugunsten der Insolvenzverwalter. Ziel des Insolvenzverfahrens ist nämlich eine möglichst große "Gläubigergleichbehandlung".

Hoffentlich konnte ich den Interessierten mit meiner bewusst auf Details verzichtenden Darstellung ein wenig helfen. Wie schon gesagt, kann man sich durch die vergleichsweise leicht verständlichen Gesetze durchklicken. In der Theorie ist Insolvenzrecht eine Lust, in der Praxis oft eine Last mit mühevoller, detaillierter Kleinarbeit. Ein kaltes Herz hilft.

Was die Rolle von "NOAH" ist, frage ich mich übrigens vom ersten Tag an. Ich habe ehrlich gesagt auf eine noch unbekannte Art des "Bestattens" getippt oder einen neuen perfiden Schwindel. Je östlicher und südöstlicher, desto schwieriger wird es für die deutsche Justiz.

23.04.2021 - 09:06 - Cronenberger

@PepAncelotti
Glaube mal, der IV weiß was er tun kann und was nicht!
Diese IV‘s sind alles Fachleute und beschäftigen sich mit Nichts anderen als mit Insolvenzen. Diese Anwälte werden speziell vom Amtsgericht dazu bestellt und sind speziell zu einem normalen Studium zum Juristen, mit einer Fachausbildung ausgestattet. Dieser IV wird also nicht die erste Insolvenz betreuen.
Aus genau diesen Gründen wurde , nach Prüfung der Unterlagen, ja auch die Insolvenz in Eigenverwaltung abgelehnt.
Dabei sind bereits zuviele Probleme aufgetaucht, die hätten vertuscht werden können.
Außerdem kommen hier ja noch zusätzlich die strafrechtlichen Dinge dazu, die jetzt die Staatsanwaltschaft aufarbeitet.

23.04.2021 - 07:29 - Sport Frei

Auf nimmer wiedersehen. Lächerlich der VEREIN. Aber es war ein Zettel dran. Jeder Spieler der da hingegangen ist wusste was los war.

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22.04.2021 - 23:07 - lapofgods

"Wie konnte dann die Lizenz erteilt werden ? "

Für 2020/21 gab es keinerlei Prüfungen in keiner Liga. Außerdem ist irgendwann im Frühjahr 2020 wegen Corona die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen ausgesetzt worden (und sie ist es auch immer noch). Zu Letzterem werden wir sicher auch in anderen Lebensbereichen noch was hören.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

22.04.2021 - 22:17 - rweberti

Anfang 2020 zahlungsunfähig ist die Aussage des Insolvenzverwalters . Wie konnte dann die Lizenz erteilt werden ? Spätestens für die kommende Saison sollte die Lizenz für Liga 3 nicht erteilt werden . Neustart in Kreisliga C

22.04.2021 - 22:15 - Dropkick Rot-Blau

Ach übrigens, Dumm bleibt Dumm und da hilft auch nichts mehr von Bayer Wuppertal!!!

22.04.2021 - 22:08 - BallaBalla

22.04.2021 - 21:43 - lapofgods

der Pep will es nicht verstehen wie die Rechtsprechung abläuft. er kann nicht differenzieren wer wer ist und hat dazu eine eigene, nicht der Gesetzeslage entsprechende persönliche Meinung wie Insolvenz geht. das lohnt nicht weiter hierüber mit ihm zu diskutieren. das Finanzamt ist wahrscheinlich zu blöd gewesen die erhaltenen Steuern zu behalten. Lassen wir ihn einfach mit seiner Meinung laufen

22.04.2021 - 21:55 - Westender1902

Mal ernsthaft...
Ich gehe davon aus , dass weder der Armenier noch sonst irgendjemand noch Geld in den Verein steckt. Selbst bei einem weiteren Betrieb würden dann spätestens Ende der Saison die Lichter ausgehen.Gönne ich keinem Verein...
Nur dem kranken Übeldingen , der sich dann heulend im Keller versteckt..dem ja
Er wird dann nächste Saison gegen Fischeln und andere Niederrheinikonen hetzen..
Jetzt leg dich wieder hin und näss dich brav ein.

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22.04.2021 - 21:54 - lapofgods

"Sie alle wussten es doch auch nicht."

Vielleicht sind die Kicker tatsächlich nicht so helle (was sie auch nicht schützt). Aber die haben alle teure Berater und Rechtsanwälte, die wissen was die Ursachen sind, wenn ein Unternehmen ständig mit den Zahlungen im Rückstand ist, gar nicht zahlt oder erst nach Einschalten des Rechtsbeistands widerwillig zahlt. Mich überrascht da nur die Dimension. So große Zahlen hätte ich nicht erwartet.

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22.04.2021 - 21:43 - lapofgods

"Wenn ein Verein Pleite geht, da ist die Sachlage anders. Aber im dem Fall hat sich der reiche Investor von selbst zurückgezogen. "

Das ist egal. Das ist eine ganz normale Unternehmensinsolvenz. Ist gibt in Deutschland keine Pflicht ein Unternehmen fortzuführen, selbst wenn es ertragreich wäre. Wenn man sein Unternehmen über die Wupper gehen lassen will, dann darf man es jeder Zeit.

"Nein! Damit kommt Kruth niemals durch."

Er ist doch schon beim Finanzamt damit durchgekommen und die rücken noch unfreiwilliger Kohle raus als der Sugar Daddy.

"Ansonsten müsste man auch zb. von Brian Laudrup Geld zurückfordern"

Was soll der Unsinn? Von Anno Pief geht das natürlich nicht. Außerdem war der PFC nach Laudrup schon 2x insolvent.

Ansonsten lesen Sie den (langen) Kicker Artikel und erklären Sie nicht dem Insolvenzverwalter seinen Job. Dann müssen Sie sich nicht so viele schräge Vergleiche ausdenken

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22.04.2021 - 21:36 - Dropkick Rot-Blau

Et tut mir Leid für die anständigen und guten Fans aus Uerdingen !
Aber wer über den Dingel lingel ling steht und nicht versteht was mit seinen Verein passiert, der soll jetzt auch nicht heulen!
Hauptsache 3. Liga, habe ich auch die dümmsten Grotifanten reden gehört und vor allem wenn man Überdingen heißt und über allen Dingen steht, die er selbst nicht versteht!
Solche Idioten sind halt Mangelware im Fussball und solche Fans sollten auch im Fußballmuseum in Dortmund erwähnt und als Foto an die Wand kommen!
Super Sache und wenigstens Professionell!

22.04.2021 - 21:21 - PepAncelotti

@BallaBalla
"@Pep: es geht nicht um laufende Zahlungen an aktuell angestellte Spieler. Das sind Mitarbeiter, die sind außen vor."

Doch auch. Lies dir die Stelle nochmal durch!
"Kruth hat offenbar mittlerweile angefangen, ehemalige Spieler aufzufordern, ihre Gehälter zurückzuzahlen."

Und die Spieler, die Abfindungen oder Vertragsauflösungen erhalten haben, die haben halt glück. Sie alle wussten es doch auch nicht.
Der Stadionbetreiber und die Sportartikellieferanten gehen leer aus. Im Grunde kann er den Verein dicht machen, damit kein zweites Mal sowas passieren kann mit dem KFC.
Und wer sagt, dass der KFC seine Schulden verringern/abbauen kann, wenn er sein Spielbetrieb aufrecht erhält? Als Negativbeispiel dient Schalke mit 217 Mio. Schulden.

22.04.2021 - 21:17 - Zille1974

Sind hier echte Experten unterwegs die mehr Ahnung haben als ein Insolvenzverwalter...sollte es zu Ende gehen dann ist es leider so...hauptsache es wurde aufgedeckt was der Herr PM so verzapft hat...geahnt hatte ich es aber habe nicht gedacht das es echt so schlimm um den Club steht...

22.04.2021 - 20:37 - PepAncelotti

@BallaBalla
"Aber es kann und darf doch niemand bevorrechtigt werden"

Doch genau das! Wer Geld erhalten hat vom Verein, der hat Geld erhalten. Da gibt es kein, der hat zuerst erhalten oder zuviel und muss es zurückzahlen, um es gerecht zu verteilen. Der Verein hatte es so verteilt. Und das zählt!
Und die Spieler könnten sogar noch Forderungen stellen.

Ansonsten müsste man auch zb. von Brian Laudrup Geld zurückfordern, um es noch gerechter zu verteilen. Nein! Damit kommt Kruth niemals durch.

22.04.2021 - 20:27 - Moses

Sollte Ponomarev nicht ein INvestor sein ?
Dieses Ende wurde doch von Anfang an prophezeit, aber die Versuchung war einfach zu verlockend, so dass man dieser, jeglicher Vernunft trotzend, erlag.

22.04.2021 - 20:25 - BallaBalla

@Pep: es geht nicht um laufende Zahlungen an aktuell angestellte Spieler. Das sind Mitarbeiter, die sind außen vor.
Es geht um Abfindungen, Vertragsauflösungen usw. Da darf es doch nicht sein, dass die z.B. dem Sportartikellieferanten oder offenen Stadionmieten vorgezogen werden.
Ist keine Kohle da, bekommt halt keiner was. Ist Kohle nur für 10% aller Schulden vorhanden, darf man jedem auch nur 10% geben. Wurde jemand (in dem Fall ein Spieler) bevorzugt bedient, muss er zurückzahlen. Es kann ja nicht sein dass der Metzger mit einer offenen Rechnung dafür anteilig weniger bekommt.

22.04.2021 - 20:12 - PepAncelotti

Das Insolvenzrecht greift auch nur mit dem Datum des Insolvenzantrages. Und die Spieler sind doch eher als Opfer zu behandeln. Die können während der Insolvenz sogar Geld vom Verein fordern, wenn der Verein nicht zahlen kann. Aber doch nicht andersrum, wenn die Spieler zurecht und gemäß Vertrag längst Geld erhalten haben während der Insolvenz, dass sie das Geld auch noch zurückzahlen müssen? Hallo?
Das Geld, das schon überwiesen ist, bedeutet letztlich "Zahlungsfähigkeit des Vereins" bis dahin. Denn wenn der Verein nicht zahlen kann... Warum bekommen die Spieler dann Geld auf dem Konto überwiesen?
Wie will Herr Kruth im Gericht mit seinem Insolvenzrecht gewinnen?

22.04.2021 - 19:57 - BallaBalla

Übrigens geht es hier um eine ausgegliederte Spielbetriebsgesellschaft in Form einer GmbH. Da gilt das Gesetz für Kapitalgesellschaften.
Da wird kein Unterschied gemacht ob es um das Geschäft Fußball oder einen z.B. Sanitärbetrieb in Form einer GmbH geht.

22.04.2021 - 19:54 - BallaBalla

22.04.2021 - 19:45 - PepAncelotti

Es interessiert nicht was ein Spieler z.B. denkt. Ein "befreundeter" Unternehmer weiß auch unter Umständen nicht, wenn die die "Pleitefirma" bevorrechtigt hat.
Es geht um den Schutz der Gläubiger insgesamt, also aller Gläubiger (auch der Spieler selbst). Aber es kann und darf doch niemand bevorrechtigt werden. Wie würdest Du denken, wenn derjenige vor Dir die letzte Kohle abgeholt hat und du leer ausgehst? Und ob der Investor reich oder arm ist, interessiert erst einmal überhaupt nicht. Hat er sich schuldig gemacht, dann ist es natürlich besser, er ist reich. Dann kann man ihn besser in Haftung nehmen. Vorausgesetzt, er ist greifbar für den Gesetzgeber.

22.04.2021 - 19:45 - PepAncelotti

@BallaBalla, lapofgods

Wenn ein Verein Pleite geht, da ist die Sachlage anders.
Aber im dem Fall hat sich der reiche Investor von selbst zurückgezogen.
Und wärt ihr Spieler, würdet ihr auch eher denken, dass der reiche Investor früher oder später Probleme mit der Insolvenzverwaltung bekommt und zahlen muss.
Als Spieler versteht ihr die ganzen finanziellen Abwicklungen und Hintergründe im Normalfall auch nicht; was Insolvenz genau bedeutet, wo Geld zu holen ist, wer letztlich haften muss. Müsst ihr auch nicht.
Und wenn der reiche Investor nicht zahlen will, wieso macht er als Geschäftsführer überhaupt mit euch solche Verträge?
Da ist er und der Verein selber Schuld.

22.04.2021 - 19:38 - krötenmann

Die Mitglieder bzw. der Verein trägt doch als Hauptanteilseigner eine Mitschuld an dem Konstukt, es wäre also eine Farce dem Verein jetzt wieder eine Lizenz oberhalb der Regionalliga zu gehen.

Am besten dieses betrügerische bzw. betrugsfähige Konzept komplett abwickeln, auflösen und fertig, so etwas darf keinen weiteren Nährboden bekommen.

Eine Schande was man aus dem glorreichen Bayer 05 gemacht hat.

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22.04.2021 - 18:57 - lapofgods

"Ich hab noch nie gehört, dass Ex-Spieler zwangsweise zur Kasse gebeten werden können, damit ein Verein seine Schulden abbauen kann."

Das hier ist Insolvenzrecht und der Insolvenzverwalter ist allen Gläubigern verpflichtet und nicht nur denen, die aufgrund rechtlicher Androhungen oder Maßnahmen das Glück hatten noch etwas Geld raus zu ziehen bevor das Kartenhaus einstürzte. So ziemlich jeder Ex-Spieler oder Trainer musste sich ja beim PFC Lotte ausstehende Zahlungen einklagen. Ich gehe aber davon aus, dass Großkreutz von der stattlichen Summe, die er im letzten Jahr erstritten hat nicht viel sehen wird. Bestenfalls in Höhe der Insolvenzquote.

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22.04.2021 - 18:43 - BallaBalla

22.04.2021 - 18:31 - PepAncelotti

Das betrifft natürlich nicht laufende Gehälter. Aber Zahlungen für Vertragsauflösungen etc. fallen da m.E. darunter. Es geht um die Bevorrechtigung. Kann der Gläubiger eigentlich nicht zahlen, bevorzugt aber einen (oder mehrere) Gläubiger, kann der Insolvenzverwalter diese Beträge zurückfordern. Der Zahlungsempfänger muss von der Zahlungsunfähigkeit hierfür noch nicht einmal zwingend Kenntnis gehabt haben.

22.04.2021 - 18:31 - PepAncelotti

Ich hab noch nie gehört, dass Ex-Spieler zwangsweise zur Kasse gebeten werden können, damit ein Verein seine Schulden abbauen kann.
Wozu sind gültige Spielerverträge da? Und die Gehälter sind reguläre Löhne.
Großkreutz hatte den KFC gegen ausbleibende Gehaltszahlungen geklagt und recht bekommen.
Wie soll der Insolvenzverwalter vor Gericht jemals begründen können?

"Es sei davon auszugehen, dass sie von der finanziell bedrohlichen Situation wussten."

Das ist auch so eine blödsinnige Aussage.
Bei einem reichen Investor kommt kein Spieler darauf, dass sie selber zahlen müssen, auch wenn der Verein sich verschuldet.
Zwar sehen die Spieler, dass der Verein sich finanziell überschlagen hat... aber da müssen die Verantwortlichen (Investor, Geschäftsführer)dafür haften.
Derjenige, der diese Party (3.Liga Fußball)veranstaltet hat, der muss bezahlen. Wer kommt denn darauf, dass der reiche Investor nicht zahlen muss, aber man selbst als Spieler?

22.04.2021 - 18:25 - BallaBalla

22.04.2021 - 17:31 - Gmeurb

"Ex-Spieler sollen Gehälter zurückzahlen?! Also die Idee halte ich mal für extrem dubios und das wird auch nicht passieren"

Na sicher, warum denn nicht? So etwas nennt man Gläubigerbevorrechtigung. Besteht eine Zahlungsunfähigkeit (wurde anscheinend per Gutachten festgestellt) und wurden Gläubiger (ehemalige Spieler mit Abfindungen) bevorzugt behandelt, sind diese zurückzuzahlen. Anscheinend wurde auch das Finanzamt vorrangig behandelt (um eventuell Vollstreckungsmaßnahmen abzuwenden) und zahlt die erhaltenen Steuern zurück. Passiert überall ständig. Eine Firma schliddert in eine Pleite, begleicht die Rechnungen bei befreundeten Firmen und lässt andere außen vor (also keine quotale Zahlung), dann trifft es auch die befreundeten Unternehmen. Gilt für alle, Krankenkassen usw.
Die Geschäftsführer werden sicherlich privat in Haftung genommen, wenn sie nicht rechtzeitig die Insolvenz angemeldet haben. Das Finanzamt ist da ganz schnell dabei, was nicht gezahlte Lohnsteuern und Umsatzsteuern angeht, diese über die Geschäftsführerhaftung reinzuholen. Aber es wird ja auch immer viel geschrieben, gerade die RS ist ja nicht dafür bekannt, selbst zu recherchieren sondern irgendwo abzupinnen. Daher.... abwarten! Die meisten Verbindlichkeiten werden sicherlich gegen Pomarev bestehen, das Geld hat er längst steuerlich abgeschrieben. Eigentlich ist nur interessant, wie hoch die Verbindlichkeiten an "fremde Dritte" sind.

22.04.2021 - 18:16 - nico_r

@Gmeurb:
Der Insolvenzverwalter kann nur Zahlungen zurückverlangen, die während der letzten 3 Monate vor einem Insolvenzantrag oder nach dem Insolvenzantrag erfolgt sind. Das ist die sog. kritische Zeit. Außerdem müssen Beschäftigte die Zahlungsunfähigkeit kennen.

Der letzte Satz ist entscheidend und muss bewiesen werden, durch den Insolvenzverwalter.

Der adipöse Schwätzer wird nicht zu belangen sein, weil er sich verp!sst oder selber die Finger hebt. Mal sehen, was am Ende unter dem Strich steht.

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22.04.2021 - 18:04 - lapofgods

"10millionen sind ok...das war die schow schon wert"

Wessen Geistes Kind (um keine Körperöffnung benennen zu müssen) muss man sein um gewerbsmäßigen Betrug und Zechprellerei im großen Stil hier anzupreisen?

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22.04.2021 - 17:31 - Gmeurb

Der Horror, den wir beim MSV mit dem König aus Dinslaken in etwas abgeschwächter Form erleben durften und daran knapsen wir heute noch rum, ein Abstieg in die Knochenliga ist ja durchaus noch möglich, wir können ihn aber aus eigener Kraft noch verhindern und da sieht es ja durchaus gut aus!
Ex-Spieler sollen Gehälter zurückzahlen?! Also die Idee halte ich mal für extrem dubios und das wird auch nicht passieren!

22.04.2021 - 17:23 - Überdingen

Na...10millionen sind ok...das war die schow schon wert....es wurden weit mehr people über jahre unterhalten;)
KFC verschwindet...bekommt aber ein stadion zum trost nach dem abenteuer.
Denke auch der bekanntheitsgrad wurde minimal gesteigert....
....und noch wird ja auch etwas fussball gespielt...evtl. gegen wsv..rwe...msv...abschiedstournee....oder happy end?;)

22.04.2021 - 16:33 - nico_r

Hoffentlich ermittelt die Staatsanwaltschaft. Aber dieser adipöser Schwätzer wird sich schön in Russland verdrücken. Auch der Insolvenzverwalter wird kein Geld von dem bekommen. Bleiben Minion Weinhart und der Strüver, die belangt werden können..

22.04.2021 - 15:42 - Cronenberger

Auf jeden Fall ist sie jetzt vorbei, .... die Ponomarev-Show! .... Kein Entertainment mehr....
Irgendwie auch Schade, ...

22.04.2021 - 15:39 - Cronenberger

Dieser Mann hat nur verbrannte Erde in der deutschen Sportwelt hinterlassen! Aber Schuld waren ja immer die anderen!
Jetzt sieht man, daß man ihn als dubiosen und nicht seriösen Investor betitelt hat, ist scheinbar noch untertrieben gewesen.
Bin nur mal gespannt, in welcher Kolchose und welchem Teil Russlands er sich schon verkrochen hat!
Und wenn die Armenier von ihm auch noch verar....t wurden, dann möchte ich nicht in seiner Haut stecken!
Wenn die ihr Geld von ihm wieder zurück haben wollen, dann sind da bestimmt andere Methoden als der Rechtsstaat im Gange!
Und ein Nico Weinhart hat sich mit Frank Stüver auch noch auf dieser unseriösen und auch strafbaren Spielchen eingelassen!
Wie blöd muß man eigentlich sein?????
Ich bin nur mal gespannt, wenn der KFC das überstehen sollte, welcher Spieler ernsthaft noch mit der Sicherheit da anheuert, nicht hinterher sein Gehalt wieder zurückzahlen zu müßen?
Die müßen ja alle mit dem Klammerbeutel gepudert sein!