3. Liga

KFC-Trainer Meier hakt Aufstieg vorerst ab

04. März 2019, 16:15 Uhr
Foto: Getty

Foto: Getty

Der KFC Uerdingen erholt sich noch von der 0:4-Pleite beim Hallenschen FC. Die Darbietung am vergangenen Freitag war für Trainer Norbert Meier mit das Schlechteste, was er in seiner langen Trainerkarriere je erlebt habe. Ein Interview.

Der Relegationsplatz ist mittlerweile sechs Punkte entfernt. Zudem hat der KFC von allen Aufstiegskandidaten das schlechteste Torverhältnis. In vier Spielen unter dem neuen Trainer gelang noch nicht ein Sieg. Zwei Unentschieden, zwei Pleiten - eine desaströse Bilanz. Grund genug für Meier, im exklusiven RevierSport-Interview auf die Bremse zu treten. 


Von seiner Mannschaft erwartet er vor dem nächsten Spitzenspiel gegen den Karlsruher SC am Freitagabend (19 Uhr/Telekom Sport) erst einmal eine Reaktion. Es gehe "ums Überleben".

Herr Meier, das 0:4 gegen den Hallescher FC ist aufgearbeitet. Mit ein paar Tagen Abstand, was lief am Freitagabend schief?
Es lief vieles falsch und das war so nicht zu erwarten. Aber wir waren in diesem Spiel bedingungslos unterlegen. Wir haben einfache Fehler gemacht und uns einfach nicht clever verhalten. Die Partie in Halle war sicherlich eine meiner Top-3-Negativmomente in meiner Karriere.

Und jetzt ist ausgerechnet am Freitag der Karlsruher SC zu Gast – der Tabellenzweite.
Der Karlsruher SC ist eine gewachsene Mannschaft. Das ist in dieser Liga wichtig, weil du nichts geschenkt bekommst.

Wie bereiten Sie Ihre Mannschaft nach diesem schweren Rückschlag auf das nächste Spitzenduell vor?
Wir müssen einfach eine Reaktion zeigen. Jetzt hört und liest man, dass wir eine 'Söldnertruppe' sein sollen. Das stimmt nicht.

Wie kontern Sie den Vorwurf, der KFC sei eine Söldnertruppe?
Wir haben vernünftige Jungs. Beim KFC steht man weit mehr unter Beobachtung als bei anderen Vereinen. Weil die Spieler auch höher gespielt haben. Aber das müssen wir doch erst einmal auf den Platz bringen. Die Mannschaft muss ihren Fans zeigen, dass sie will und die Spieler nach Uerdingen gekommen sind, um erfolgreich zu sein.

Der Aufstieg ist aktuell in weite Ferne gerückt. Stimmen Sie dem zu?
Wir haben in der Rückserie noch kein einziges Spiel gewonnen. Das bedeutet, dass man die Aufstiegs-Ambitionen zurückstellen muss. Wir müssen erst einmal überhaupt in die Spur kommen. Es geht ums Überleben – nach oben und auch nach unten. Überall wird gepunktet.

Was sagen Ihre erfahrenen Spieler dazu?
Ich habe viele Gespräche geführt. Die sagen dasselbe: So ein Drecksspiel wie gegen Halle haben wir noch nicht erlebt. Jetzt ist die Gelegenheit doch nahezu einladend, gegen Karlsruhe ein komplett anderes Bild zu zeigen.

Was macht Sie denn optimistisch, dass Sie am Freitag gegen den KSC Ihren ersten Sieg als KFC-Trainer feiern?
Ich weiß, dass die Mannschaft es besser kann.

Es geht Schlag auf Schlag weiter. Eine englische Woche steht danach vor der Tür. Nach dem 0:0 gegen Preußen Münster gab es vier Tage später die Klatsche in Halle.
Richtig. Das intensive Spiel gegen Münster haben wir kräftemäßig sehr gut durchgehalten. Das musst du jetzt aber auch kontinuierlich auf den Acker bringen, um irgendwelche Ambitionen überhaupt am Leben zu halten.

Spüren Sie Druck, dass Sie nun abliefern müssen?
Druck hast du doch immer. Ich gehe mit dem Druck so positiv um, dass er sich auf die Mannschaft überträgt. Es ist der Spaß und die Freude, das Team in einem Prozess zu begleiten.

Sprechen Sie auch mit Präsident Mikhail Ponomarev über die Situation?
Ich bin im ständigen Austausch mit Herrn Ponomarev. Er hat ja schon gesagt, als ich zum KFC gekommen bin: Wenn wir den Aufstieg in diesem Jahr nicht schaffen, dann geht der Verein nicht unter. Wenn wir die Möglichkeit haben, oben dranzubleiben, dann machen wir das auch. Aber mit der Rückserie ist das bislang nicht möglich.

Ist Ihren Spielern bewusst, dass Sie den KFC wieder in die Spur bringen müssen?
Auf jeden Fall. Da bin ich mir sicher. Auf die Ergebnisse anderer müssen wir uns auch gar nicht konzentrieren, solange wir unsere eigenen Spiele nicht gewinnen.

Interview: Joachim Schultheis

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

06.03.2019 - 15:46 - Flanke09

Mich interessieren immer noch folgende Fragen:
Wieso fliegen ,Schorch und Öztürk, kurz nach dem Rauswurf von Krämer, aus dem Team??
- Hat Krämer da seine Hand,wegen einem Vorfall aus dem Trainingslager, doch verbrannt?
- wurde dem Rauswurf von Krämer, der eigentlich ein disziplinarischen Grund ist, einen sportlichen vorgeschoben?
- Herr P. hat den Ball bei der PK ja schön zu Öztürk und Schorch gespielt... Wieso kommt da nichts?

Ich glaube, das in dem Team irgendetwas vorgefallen sein muss, das zur aktuellen Leistung führt!

05.03.2019 - 23:08 - Überdingen

M.P. hat mehrfach betont das wir diese Saison nicht aufsteigen müssen....wenn sich die Möglichkeit bietet ok....weil die 3te Liga eine Pleiteliga ist....genau wie die Regionalligen....alleine 9 Millio mehr TV Gelder in der 2ten sagt alles.
Darum die Winter-Transfers.....auch schon in Hinblick auf die nächste Saison....egal in Welcher Liga.

05.03.2019 - 20:36 - goleo

Ich finde es einfach beruhigend, dass man den Erfolg eben doch nicht einfach so erkaufen kann. Vielleicht muss das selbst ein Investor noch lernen. Vielleicht schlägt ja doch Nachhaltigkeit und Sachverstand, die pure Gier nach schnellem kurzfristigen Erfolg. Mit Geld lässt sich viel, aber eben doch nicht alles kaufen.

05.03.2019 - 10:15 - Bahnschranke

#Ostwestfale ...
Schön auf den Punkt gebracht. Allerdings wissen wir Alle hier, das Meier nirgends weniger Zeit hat, als in Krefeld. Herr P. ist dafür bekannt, dass der Trainer sofort abliefern muss ....

05.03.2019 - 09:26 - Ostwestfale

Ich gebe mal meinen Senf dazu als jemand, der sowohl Krämer als auch Meier in Bielefeld erlebt hat. Der schnelle KFC-Erfolg unter Stefan Krämer war nachvollziehbar. Der Mann arbeitet vorwiegend über die Emotion, lebt Positivität vor, kann einen Stein richtig ins Rollen bringen. Die Arminia übernahm er kurz vor dem Abstieg in Liga Vier und führte diese 1,5 Jahre später in Liga Zwei. Auch der Saisonstart gelang, kurz nach der ersten Halbserie verließ ihn das Glück und es reihte sich Pleite an Pleite. Bis dahin hatte er aber zwei Jahre am Stück abgeliefert. Auffällig jedoch, dass er auch damals ebenso wie später in Erfurt nicht in der Lage war, die Truppe aus der Krise zu führen. Bis heute lieben ihn die Arminen-Fans jedoch für seine sympathisch-offene Art. Alles Parallelen zur Situation beim KFC. Erst eine lange Siegesserie, dann spielerische Stagnation und im Grunde Regression, dann Demission.
Meier hingegen ist gänzlich anders. Abgesehen von seiner Schmierenkomödie mit Albert Streit - ich denke, diese Episode bedauert er selber am meisten - ist Sachlichkeit gepaart mit humorigen Einlagen sein Stil. Er bringt eine Mannschaft selten bei Amtsantritt in Schwung. Auch mit Arminia stieg er zunächst trotzdem ab. Aber er hat sowohl auf der Alm als erst recht in Düsseldorf bewiesen, langfristig Erfolg haben zu können. Mit Arminia stieg er sofort wieder auf, erreichte als Drittligist das DFB-Pokalhalbfinale und gelangte im ersten Zweitligajahr ans sichere Ufer. Dann ging er nach Darmstadt. Der Philosoph hat jedoch bereits auf den Punkt gebracht, dass dieser Kader, für dessen Zusammenstellung Meier ja gar keine Verantwortung trägt, große Tücken für jeden Coach bereithalten wird.

04.03.2019 - 21:20 - firlefanz1905

@Philosoph
sehr zutreffend.

04.03.2019 - 21:13 - Philosoph

Die gesamte Mannschaft ist Geldverbrennerei. Ich mag und möchte unseren sportlichen Verantwortlichen schon zu Wuppertaler Zeiten nicht.. Statt mit Demut an die Saison zu gehen und in Ruhe und mit hungrigen jungen Spielern was aufzubauen werden alte Exprofis verpflichtet. Gut mit Beister, Schorch, Vollath alles gut. Aber die Transfers in der Winterpause nicht nachvollziehbar. Zu Ihrer Frage zurück.. Ich mochte Herrn Krämer sehr, sehr sympathisch. Aber ich glaube null Akzeptanz bei den Transferentscheidungen und hinterher auch null Akzeptanz bei der gesamten Mannschaft. Aber und auch wenn es für andere Fans schwer zu verstehen ist der Fußball in Liga 4 top und schön anzugucken, in Liga 3 oft Krampf und selbst in den Pokalspielen grausam.. Aber es liegt nicht am Trainer, sondern an den Spielern?!? Leider, ist mit Schalke zu vergleichen.. Unterstelle auch keine Söldner Mentalität, aber man bestärkt diese These leider durch Leistungen wie gegen Halle, 1860, Haching usw.. Ich denke viele können nicht anders und man unterschätzt die 3. Liga..Schön wenn man Bundesliga etc. gespielt hat aber der Gegenspieler 10 Jahre Jünger ist, schneller, hungrig bissiger etc.. Und unsere jungen Spieler kommen meist von der Bank, waren verletzt oder der Trainer hat sie nicht berücksichtigt. Ich wünsche mir Friedhelm Funkel 2022 als Sportdirektor mit einem guten Trainer, höre aber auf zu Träumen und bin gespannt ob es zu einer Verjüngung zur neuen Saison kommt. Und solange soll der Mäzen ruhig Geld verbrennen, ist zum Glück nicht meins.

04.03.2019 - 20:40 - RWO-Oldie

Liebe KFC Fans, jetzt erklärt mir doch mal, was an der Krämer-Entlassung professionell war?
Das war pure Geldverbrennerei. Wenn Meier eh nicht aufsteigen muss, warum dann dieser Trainerwechsel.