Fußball gegen alle Regeln zur Bekämpfung der Corona-Krise. Die Polizei Oberhausen unterband ein wildes Fußballturnier mit bis zu 300 Teilnehmern.

Corona

Illegales Turnier mit 300 Personen in Oberhausen aufgelöst

Stefan Bunse
17. Mai 2020, 21:28 Uhr
Foto: firo

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Fußball gegen alle Regeln zur Bekämpfung der Corona-Krise. Die Polizei Oberhausen unterband ein wildes Fußballturnier mit bis zu 300 Teilnehmern.

Das war ein Samstag für Mirko und seinen Vater Torben Trapphoff. Eigentlich waren Vater und Sohn nur auf der Platzanlage ihres Post SV Oberhausen, um die Außenfassade des Klubhauses zu renovieren. Was dann geschah, konnten sie kaum glauben. Zweimal mussten sie die Polizei rufen, um ein illegales Turnier zu verhindern.


Sie kamen aus Essen, Oberhausen, aber auch aus Wuppertal, Köln und Gelsenkirchen. Am späten Vormittag füllte sich die von der Stadt Oberhausen grundsätzlich freigegebene Platzanlage an der Herderstraße minütlich. „Plötzlich hatten sich 120 Spieler auf der Anlage versammelt“, erzählt Mirko Trapphoff. „Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen, nichts wurde eingehalten.“ Als die daraufhin gerufene Polizei zum ersten Mal anrückte, gingen die meisten Spieler über die Zäune stiften. „Die, die noch da waren, wurde ermahnt, den Platz sofort zu verlassen.“ 

Eine halbe Stunde später war der Kunstrasenplatz aber wieder voll. „Nur, dass es diesmal an die 300 Personen waren“, sagt Torben Trapphoff, Pressesprecher des Vereins. Erneut rückte die Polizei aus und machten mit vier Streifenwagen - unterstützt von zwei Damen des Ordnungsamtes - dem Spuk ein Ende. Strafen soll es aber nicht gegeben haben. „Wie wir nachher erfahren haben, sollen sich die Spieler über WhatsApp-Gruppen zu dem Turnier verabredet haben und sogar Preisgelder ausgesetzt haben. Das ist eigentlich unglaublich.“ 
 

Der Platz ist jetzt erst einmal durch das Ordnungsamt gesperrt

Beide legen Wert darauf, dass ihr Verein mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun gehabt habe. „Im Gegenteil. Weil wir das Einhalten der Hygieneregeln und Abstandsregeln nicht garantieren können, fangen wir mit allen Mannschaften erst am 3. Juni wieder mit dem Training an, wenn wieder Kontaktsport in NRW erlaubt ist“, verdeutlicht Mirko Trapphoff. 


Was er besonders unmöglich findet: Unter den Spielern sollen sich angeblich auch Spieler mit offizieller Vereinskleidung aus den Nachwuchsmannschaften von Hannover 96, Schalke 04 und dem 1. FC Köln befunden haben. Ob das aber tatsächlich so war, oder die Spieler nur die Kleidung der Klubs trugen, können die beiden nicht bestätigen.

Klar ist: Der Platz ist jetzt erst einmal durch das Ordnungsamt gesperrt, die Tore angekettet und der Zugang zur Anlage verboten. Mirko Trapphoff: „Wir hoffen, dass wir aber nach Pfingsten zumindest als Post SV Oberhausen wieder drauf können, denn wir sollten ja nicht die Leidtragenden dieser unglaublichen Geschichte sein.“  

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