Abschied durch die Hintertür?

Hoeneß legt Randfigur Boateng Bayern-Abschied nahe

26. Mai 2019, 15:59 Uhr

Foto: firo

Präsident Uli Hoeneß hat Randfigur Jerome Boateng nach dessen lustlosem Auftritt bei der Doublefeier von Bayern München den Abschied vom deutschen Fußball-Rekordmeister nahegelegt.

 "Ich würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen. Er braucht eine neue Herausforderung, er wirkt wie ein Fremdkörper", sagte Hoeneß am Münchner Rathausbalkon der ARD/BR.

Boateng hatte nach dem 3:0 (1:0)-Sieg im Pokalfinale gegen RB Leipzig in seinem "Wohnzimmer" Berliner Olympiastadion wie bei der Meister-Krönung vor einer Woche darauf verzichtet, mit den Kollegen vor der Bayern-Kurve zu feiern. Stattdessen eilte er als erster Münchner in die Kabine.

Bereits während der teilweise packenden Begegnung mit RB saß Boateng bisweilen scheinbar unbeteiligt und emotionslos auf der Bank. Während seine Kollegen immer wieder aufsprangen und mitfieberten, schien Boateng all das nichts mehr anzugehen.

Der Vertrag des Weltmeisters von 2014 läuft noch bis 2021, die Bayern würden den bereits im vergangenen Sommer wechselwilligen Ex-Nationalspieler aber bei einem entsprechenden Angebot ziehen lassen. Boateng spielt seit 2011 für die Bayern und hat neben der Champions League (2013) siebenmal die Meisterschaft sowie viermal den Pokal gewonnen.

"Bei Bayern München, meine Situation, wie sehe ich die?", hatte Boateng in den Tagen vor dem Endspiel gefragt - und sich die ehrliche Antwort selbst gegeben: "Es ist glaube ich für beide Seiten nicht die optimale Saison gewesen." In den Top-Begegnungen ließ Trainer Niko Kovac den gebürtigen Berliner, der im März seinen Platz in der Nationalmannschaft verloren hatte, links liegen. Er hätte sich gewünscht, dass er "in den wichtigen Spielen mehr gespielt hätte", sagte Boateng (30).

Nun stehen die Zeichen auf Trennung - im Unfrieden? "Ich war immer ein Spieler, der beim FC Bayern in den wichtigen Spielen da war", sagte Boateng, "deswegen habe ich überhaupt keine Bedenken, dass mir da irgendwas nachgesagt wird." sid

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27.05.2019 - 11:38 - Schalker1965

Das Verhalten von Jerome Boateng mutet von außen betrachtet schon ein wenig sonderbar an, zumal er Bestandteil dieser Mannschaft war und ist und auch zum Double-Erfolg maßgeblich beigetragen hat. Aber ohne die genauen Hintergründe seiner Nichtberücksichtigung und die zwischen Spieler und Trainer geführten Gespräche zu kennen, verbietet sich ein abschließendes Urteil über den Spieler Boateng und/oder die beteiligen Funktionäre des FC Bayern an dieser Stelle.

27.05.2019 - 09:16 - Julius.Oppermann

Offenbar gibt es bei Bayern München einen Feierzwang und die Pflicht allzeit ein freundliches Gesicht zu machen. Diese gibt es mitnichten genauso wie es in jeder Firma keine Pflicht gibt, an Weihnachts- und Geburtstagsfeiern teilzunehmen.

27.05.2019 - 06:51 - elfmeterkiller

Boateng ist kein Teamplayer. In anderen Vereinen nennt man es: er ist charakterlos.
Bei Bayern gibt es halt kein rumeiern. Da wird gehandelt.

27.05.2019 - 00:15 - lapofgods

Um zu der Erkenntnis zu kommen, dass er nicht mehr erwünscht ist, wäre Hoeness' Hinweis nicht mehr nötig gewesen.

So wie der FC Bauern in dieser Saison mit dem langjährigen Stammspieler, Leistungsträger und Weltmeister umgegangen ist, war das eh deutlich. Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn der auf "Keep Smiling" und "Bussi links und rechts" keinen Bock mehr hat. Hätte ich auch nicht.

26.05.2019 - 23:44 - Alles für Schalke

@kuk: Grundsätzlich hast Du Recht. Wer ein Verhalten bei anderen (Löw) einfordert, muss selbst im Stande sein so ein Verhalten an den Tag zu legen (Hoeness). Das wirkt schon sehr Pharisäerhaft.

Dennoch, Boateng war und ist eine Diva. Warum der so lange in der Nationalelf gespielt hat, war mir schon immer ein Rätsel. Der ist völlig überschätzt, bei dem hatte ich immer den Eindruck, der erfüllt nur eine Quote. So wie bei Özil. Die Mannschaft ist halt bunt und da passt ein durchschnittlicher Spieler wir der berliner Jung Boateng, der in der Lage ist für viele Migranten eine Identifikationsfigar zu sein, sehr gut rein. Und nun ist der Pfau beleidigt. Nachvollziehbar. Wer jahrelang so überschätzt wird, glaubt es am Ende selber.

26.05.2019 - 20:50 - Bucklige Brotspinne

Bayern ist en Spitzenverein....da hat halt ein Boapeng nichts zu suchen....der Typ meint eh er ist der Mittelpunkt der Erde....ab mit dem nach China oder zu Trump...da ist er der vielleicht der Held zwischen oberflächlichen Menschen...und der schnallt das vermutlich nicht mal.....

26.05.2019 - 20:26 - Kuk

Wenn die Bayern Löw für das Ausbooten von Boateng, Hummels und Müller kritisieren, dürfen sie so nicht handeln.
Die Bayern haben, anders als Löw, einen Vertrag mit dem Weltmeister Boateng bis 2021 abgeschlossen.

26.05.2019 - 19:57 - Stan56

Ja - so präsentiert man sich nach außen hin als der große Wohltäter...
Ich sage dazu: Pharisäer par Excellence

26.05.2019 - 18:39 - User1

Jetzt wird aber wieder der letzte Dreck aus der Ecke geholt Stan56! Morgen schön Sport1 gucken, kommt n Benefizspiel!

26.05.2019 - 18:36 - User1

Ausserdem errinere ich mich daran, daß Hoeneß sehr moderat mit der Kritik an Löws Aktion gewesen ist!

26.05.2019 - 18:35 - Stan56

Regeln gelten/galten beim FC Bauern schon immer nur für die anderen siehe z.B. Kirch-Skandal, Deisler oder diverse (nicht erlaubte) Gespräche mit Spielern anderer Vereine!
Bei Hoeneß & Co zählt halt nur "Mia san mia" und alles andere ist "Scheiß'n-Dreck".
Und das Schlimme ist, das Ganze wird auch noch vom DFB toleriert/unterstützt.....

26.05.2019 - 18:33 - User1

Boateng sorgt selbst für seine Situation durch sein Verhalten, Hoeneß hat ihn nicht weggeekelt! Bei den Bayern muss man halt mit rechnen, daß 90 % Leistung, was bei anderen Vereinen vielleicht reicht, zuwenig ist! Und dann die beleidigte Leberwurst spielen! Saison vorbei, nächste Saison wieder angreifen, und Mund abputzen, das schafft halt nicht jeder!

26.05.2019 - 17:13 - KeeperLDSV

Das ist wieder mal Hoeneß live!
Beim abservieren seiner Nationalspieler durch Löw noch anprangern wie man mit verdienten Spielern umgeht, aber selber einen Boateng der 8 Jahre seine Knochen für den Verein hingehalten hat so wegzuekeln!
Pfui! Aber das ist halt die berühmte Doppelmoral der Bayern-Oberen, wo bestimmte Regeln grundsätzlich nur für andere gelten!