Der TV Herkenrath wird aller Voraussicht nach direkt wieder absteigen in die Mittelrheinliga. Doch es gibt weitaus schlimmere Nachrichten rund um den Regionalligisten. 

RL

Herkenrath am Abgrund - Ex-Mäzen als Retter?

13. Dezember 2018, 10:18 Uhr

Foto: Micha Korb

Der TV Herkenrath wird aller Voraussicht nach direkt wieder absteigen in die Mittelrheinliga. Doch es gibt weitaus schlimmere Nachrichten rund um den Regionalligisten. 

Die sportliche Bilanz des Aufsteigers ist verheerend. Nur neun Punkten nach 19 Partien, zwei Siege, dafür 14 Niederlagen. Das rettende Ufer ist - vier Absteiger vorausgesetzt - bereits 13 Punkte entfernt. Man muss kein Prophet sein: Herkenrath wird die vierte Liga nach nur einem Jahr wieder verlassen. 


Die Frage ist nur wann: Am Ende der Saison, wenn die Mannschaft vermutlich sportlich abgestiegen ist? Oder schon früher? Auch das schien ein Thema zu sein. Doch der Gau, wie es das Fachmagazin Kicker nennt, wird vermutlich nicht eintreten. Denn auch ein Rückzug der Mannschaft im Winter stand im Raum. Denn die Herkenrather haben finanzielle Probleme. Schon vor der Saison war nach dem Rückzug von dem damaligen Mäzen Manfred Faber nicht klar, ob die Mannschaft in Liga vier wird antreten können. Nun war nicht klar, ob der Klub die Saison beenden kann. 

Auch jetzt hing die Spielzeit wieder am seidenen Faden. Zu wenige Zuschauer, zu wenige Sponsoren. Herkenrath konnte die eigenen Erwartungen nicht erfüllen, zuletzt kamen gerade einmal 80 Zuschauer zum Kellerduell gegen Köln II. Auch die Fans haben die Mannschaft scheinbar aufgegeben. Trotzdem betont Fußballabteilungsleiter Wolfgang Preiss gegenüber dem Kicker: "Wir werden die Saison definitiv zuende spielen. Zumal wir uns einen Rückzug gar nicht leisten können."
 
Was er meint: Zieht der Verein die erste Mannschaft zurück, bekäme er eine Verbandsstrafe. Die Gegner, die Herkenrath in der Rückserie noch empfangen würden, könnten zudem Schadensersatz fordern aufgrund fehlender Zuschauereinnahmen. 

Nun muss Herkenrath zusehen, dass die das Geld zusammen bekommen. Allein für die November- und Dezember-Gehälter sollen das 35.000 Euro sein. Und jetzt kommt Faber wieder ins Spiel, der im Kicker-Interview eine Rückkehr in den Raum stellt. Er sagt aber deutlich: "Das liegt ganz an den Klubverantwortlichen. Wenn ich den Verein retten soll, müssen meine Bedingungen auch erfüllt werden. Ich stelle mein Geld nicht zur Verfügung, ohne darüber entscheiden zu können." Es wird rund um die Weihnachtstage spannend in Herkenrath... cb

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren