Amateure

Heiligenhaus fängt in der Bezirksliga bei Null an

Justus Heinisch
15. Juli 2019, 11:40 Uhr

Foto: Christof Köpsel

Die Mannschaft sowie das Trainerteam des Landesligisten SSVg Heiligenhaus entschied sich dazu, den Verein nach der Saison zu verlassen. Die SSVg hat sich neu aufgestellt und baut eine Mannschaft auf. Eine Herkulesaufgabe.

Zum Ende der Vorsaison brachen bei der SSVg Heiligenhaus unruhige Zeiten an. Die Mannschaft und der Staff gaben bekannt, Heiligenhaus zu verlassen. Wie das Portal "fupa.net" berichtete, ging es um die finanzielle Ausrichtung der Fußballabteilung. Die SSVg-Mitglieder wollten demnach keinen teuren Fußball. Zu jenem Zeitpunkt betrug der Vorsprung auf die Nichtabstiegsplätze in der Landesliga einen Punkt. Wenige Wochen später stand der Abstieg fest.

Lange war nicht einmal klar, ob die SSVg es schaffen wird, eine Mannschaft für die Bezirksliga zu melden. Der direkte Abstieg in die B-Liga drohte. Doch der neue Vereinsvorsitzende Wolfgang Müller reagierte und verpflichtete ein Trainertrio bestehend aus den Ur-Heiligenhausern Mehmet Ali Aydemir, Monrem Orahhou und Oliver Ljungberg. Letztgenannter ist der langjährige SSVg-Torwarttrainer und der einzige, der aus dem alten Trainerteam geblieben ist.


"Weiterhin guten Fußball bieten"

Jenes Trio meldete sich dann bei Özay Tarim. Der 42-Jährige ist ein bekanntes Gesicht in der Fußballszene im Heiligenhauser Raum, war lange bei Trabzonspor Wuppertal/Heiligenhaus tätig. Genauso wie Murat Yilderim und Tahsin Aydemir. Zu dritt nahmen sie den Auftrag an, den Neuanfang zu gestalten. "Ohne zu überlegen", ergänzt Tarim. Denn das neue Betreuerteam hat seine Wurzeln bei der SSVg und fühlte sich verantwortlich. "Das alles ist für diesen Traditionsverein eine traurige Geschichte", meint Tarim. "Wir haben alle unseren Lebensmittelpunkt in Heiligenhaus und wollen hier weiterhin guten Fußball bieten."

Tarim, Aydemir und Co. stehen nun vor einer waschechten Herausforderung. Innerhalb weniger Wochen müssen sie ein komplett neues Bezirksliga-Team zusammenstellen. Eines, das im Idealfall konkurrenzfähig ist. "Wir haben aber keinen Druck", sagt Tarim, der gerade mit seinen Kollegen scoutet und Gespräche führt. Die Planungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Wichtig sei es, bis zur Winterpause gut mitzuhalten. Dann ließe sich personell nachbessern.

"Wir werden alles mögliche versuchen, der Klassenerhalt ist das Ziel. Wenn das nicht gelingt, ist das auch kein Beinbruch", meint Tarim. In Heiligenhaus legen sie zudem Wert auf andere Merkmale. "Wir hatten zuletzt nur 30 Zuschauer. Wir wollen eine positive Stimmung verbreiten." Ein entscheidender Baustein dabei: die Vereinsidentifikation. Diese bringt die neue Sportliche Leitung zweifellos mit.

Mehr zum Thema

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren