Heidel lobt Schalker Jungfüchse

15.01.2019

S04

Heidel lobt Schalker Jungfüchse

Foto: firo

Mit Haji Wright, Ahmed Kutucu, Benjamin Goller und Philip Fontein sammeln vier Spieler aus der Schalker Knappenschmiede reichlich Pluspunkte.

 Nach der Rückkehr aus Spanien trainierten Ahmed Kutucu, Haji Wright, Benjamin Goller und Philip Fontein wie schon während des neuntägigen Trainingslagers in Benidorm mit den Schalker Profis. U19-Stürmer Ahmed Kutucu und Haji Wright aus der Schalker U23 sind in der Hinrunde schon bei der Bundesliga zum Einsatz gekommen, beide haben sogar bereits ein Tor erzielt. U23-Angreifer Benjamin Goller sammelte beim Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau seine erste Profi-Erfahrung. Philip Fontein, ebenfalls Offensivspieler aus dem Oberliga-Team, hat sich beim Testspiel in November bei Zenit St. Petersburg für die Reise mit dem Bundesligateam Anfang Januar nach Spanien empfohlen.

Mit den Leistungen des Quartetts waren sowohl Trainer Domenico Tedesco als auch Manager Christian Heidel sehr zufrieden. „Jeder einzelne hat unter Beweis gestellt, warum er oben dabei ist“, sagte Tedesco, der ankündigte, das Trainingslager „sacken lassen zu wollen“ und dann zu entscheiden, wie es weitergeht. „Wir haben mit ihnen gesprochen, aber einiges offen gelassen.“ 


Dem Schalker Cheftrainer ist bewusst, dass es für die jungen Spieler das Beste ist, wenn sie regelmäßig zum Einsatz kommen – und das am besten auf höchstem Niveau. Entsprechend kann sich der 33-Jährige für Benjamin Goller durchaus eine Ausleihe vorstellen. „Benni ist jemand, der im Eins-gegen-Eins jedem entwischen kann, er hat einen sehr guten Antritt. Der Junge gefällt mir“, sagte Tedesco und ergänzte: „Die Frage, die sich stellt, ist die, ob es für ihn Sinn macht, auf Schalke zu bleiben und ab und an zu spielen, oder ob er aber eben die Entwicklung woanders macht. So hat jeder Spieler seine eigene Geschichte.“ 

Beim erst 18 Jahre alten Ahmed Kutucu sei die Ausgangslage eine andere. Tedesco: „Bei Ahmed haben wir die Option, dass er regelmäßig auf hohem Niveau in der U19-Bundesliga spielt. Er kann hier auch sein Abitur machen. Wir machen uns schon Gedanken, was das Beste für den Spieler ist.“

Tipps von Daniel Caligiuri

Christian Heidel ist ebenfalls sehr angetan von der Entwicklung der vier Spieler aus der Knappenschmiede. „Für sie hat es unschätzbare Vorteile, ein Trainingslager mit den Profis mitzuerleben. Alle haben sich gut eingefügt. Es gibt da nur Lob vom Trainer. Sie alle sind Spieler, die das Talent haben, weitaus höher zu spielen als es die U23 aktuell tut. Jetzt müssen wir halt sehen, wie es weitergeht.“

Heidel hat eine Veränderung „gegenüber vor zwei, drei Jahren“ festgestellt. „Da konnten wir aus der U23 leider keinen Spieler nehmen. Inzwischen sind da Spieler drin, die durchaus oben mittrainieren können und die wir jetzt weiterentwickeln wollen.“

Daniel Caligiuri, mit 31 Jahren und über 250 Bundesligaspielen einer der erfahrensten Schalker Profis, hat im Trainingslager immer mal wieder Gespräche mit den Nachwuchsspielern gesucht. „Ich habe ihnen zum Beispiel erklärt, wie wichtig eine gute Ballannahme ist. Sie müssen lernen, den Rhythmus zu finden und nicht zu hektisch zu agieren. Aber die können was, die Jungs“, sagt der Rechtsverteidiger und ergänzt: „Ahmed hat schon ein Bundesligator erzielt, Haji hat auch schon für uns getroffen. Besser kann es für einen jungen Spieler doch fast gar nicht laufen. Hut ab.“

Auf die Frage, ob er vorstellen kann, dass die Talente in der Rückrunde Teil des Profikaders bleiben, sagte Caligiuri: „Sie haben uns in der Hinrunde schon geholfen. Aber das ist nicht meine Entscheidung. Und sollte es nicht so sein, dann sind sie jung genug, um im Sommer wieder bei den Profis reinschnuppern zu können.“

Auch Stürmer Steven Skrzybski ist mit der Trainingsleistung der vier Knappenschmiede-Kicker hochzufrieden: „Alle vier Spieler haben Vollgas gegeben. Und durch Einsatz fällt man immer auf. Sie hängen sich voll rein. Das wird nicht nur vom Team, sondern auch von den Trainern honoriert.“

Geht es nach Philip Fontein, der Vizekapitän der Oberligamannschaft und mit 25 Jahren der älteste der vier Nachwuchsspieler ist, kann es so weiterlaufen wie bisher: „Ich genieße einfach jede Minute und man wünscht sich natürlich immer, dass es weiter nach oben geht. Wie weit, das werde ich dann sehen“, sagte er im Interview mit der WAZ. Sicher stellvertretend für alle. 

Autoren: Christoph Winkel und Thomas Tartemann

Kommentieren

17.01.2019 - 16:31 - maxialex

Die Kommentare von Libuda63 und Germane teile ich voll und ganz. Das Interview von Herrn Heidel in der Sportbild, dass er in jedem Fall die Gesamtverantwortung übernimmt, ist zwar ehrenhaft, aber m.E. auch selbstverständlich.
Auf die letzte Saison kann er nur vom Ergebnis her stolz sein, die armseligen fußballerischen Vorstellungen können dadurch doch nicht verdrängt werden. Man hat nicht in jeder Saison soviel Glück wie 2017/2018.
Heidels Aussage, dass er sich schwer damit tue, einen Trainer in Frage zu stellen, der vor einigen Monaten noch gefeiert wurde, ist nicht haltbar. Die Zeiten ändern sich, manchmal sehr schnell. Gefeiert wurde Tedesco für die Ergebnisse, weniger für die fußballerischen Leistungen. Mittlerweile fehlen ihm auch die Ergebnisse - und damit Argumente. Darüber sprach Heidel nicht.
Apropos Sportbild - Interview: Von Bayern nicht zu reden, aber dass auch der BVB finanziell um Lichtjahre entrückt ist, geht doch schliesslich auf das Versagen des Schalke-Managements zurück. Der BVB war doch vor einigen Jahren so gut wie tot. Aber Herr Watzke und andere haben es einfach sehr gut hingekriegt, dass der BVB heute sportlich wie finanziell prächtig dasteht. Nach Rudi Assauer, dem in starkem Maße auch der Bau der Arena zu verdanken ist, hat Schalke nur Versager in der sportlichen Leitung. Wenn der Aufsichtsrat nicht schnell kompetente, erstklassige Leute für die Positionen Manager und Trainer findet, geht Schalke schwersten Zeiten entgegen.
Das ist Mittelmaß oder noch schlechter und stetiger Kampf gegen den Abstieg, der dann vielleicht auch mal kommt, wenn nicht rechtzeitig Entscheidendes zum Besseren passiert.

16.01.2019 - 17:53 - Gemare

Schalke sollte viel mehr auf die eigenen Leute setzen! Schlechter machen als so mancher aus dem aktuellen Kader können sie es nicht.Aber sie haben bestimmt eine andere Einstellung und spielen für IHREN Verein!

16.01.2019 - 12:38 - schaengelschalker

Mir ist aufgefallen, dass Goller auf der Schalker Internetseite weder im BL-Kader
noch im U23-Kader aufgeführt ist. Auch nicht gerade ein Zeichen höchster Wert-
schätzung. Der Unterschied zwischen heute und von vor 3 oder 4 Jahren ist :
Früher kam fast jede Saison mindestens 1 Spieler aus der U19 zu den Profis.
Heute werden sie zur U23 abgeschoben.
Gebt Goller doch mal die Gelegenheit zu zeigen was er kann. Und zwar über mehrere
Spiele. Gerade ein richtiger Außenstürmer fehlt Schalke doch. Konoplyanka
macht ja lieber den Robben- nach innen ziehen und mit rechts aufs Tor schießen.
Anders als Robben aber meist ohne Erfolg. Es soll ja wohl auch noch ein Außen-
stürmer verpflichtet werden. Wieso spart man sich das Geld dafür nicht und
gibt Goller die Chance .

15.01.2019 - 23:26 - Libuda63

Die Wahrnehmung von Heidel und Tedesco und die Realität waren in jüngster Vergangenheit leider meist.nicht konform.

15.01.2019 - 23:13 - Bayerischschalke

Oh, oh, Benjamin Goller, gut im Eins gegen Eins und auch noch schneller Antritt. Das hört sich nicht gut an.
Das passt so gar nicht ins Anforderungsprofil. Das riecht nach Ausleihe, oder Verkauf.

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken