Berkant Canbulut (28) hat bei Hagen 11 in der Westfalenliga seine neue sportliche Heimat gefunden. Nun erklärt er, warum er lukrative Angebote ablehnte und seinem Herzensverein absagte. Eine Verlängerung beim TuS Haltern schloss er schnell aus. 

Westfalenliga

Hagen 11: Deshalb lehnte Ex-Wattenscheider Canbulut lukrative Angebote ab

Julian Preuß
25. Juli 2020, 17:00 Uhr
Berkant Canbulut sieht seine sportliche Zukunft nicht beim TuS Haltern. Foto: Thorsten Tillmann

Berkant Canbulut sieht seine sportliche Zukunft nicht beim TuS Haltern. Foto: Thorsten Tillmann

Berkant Canbulut (28) hat bei Hagen 11 in der Westfalenliga seine neue sportliche Heimat gefunden. Nun erklärt er, warum er lukrative Angebote ablehnte und seinem Herzensverein absagte. Eine Verlängerung beim TuS Haltern schloss er schnell aus. 

Die Saison 2019/20 war für Berkant Canbulut von langen Pausen geprägt. Die Insolvenz der SG Wattenscheid 09 bedeutete das abrupte Ende der Hinserie. Im Winter schloss er sich dem damaligen Regionalligisten TuS Haltern an. Dann kam Corona. Es verging viel Zeit, in der sich der 28-jährige Mittelfeldmann Gedanken um seine Zukunft machen konnte. Schnell stand für Canbulut fest: Das halbe Jahr beim TuS Haltern galt nur als Übergangslösung. 

Canbulut: „Es war schon heftig, 70 Kilometer zum Training zu fahren“

Ausschlaggebend war dabei nicht die Entscheidung der Seestädter, in der kommenden Spielzeit wieder in der Oberliga Westfalen anzutreten. „Der Verein hat eine richtige und sinnvolle Entscheidung getroffen“, erklärt er und ergänzt: „Obwohl es gute Gespräche mit den Verantwortlichen gab, habe ich mich gegen einen Verbleib ausgesprochen. Es war schon heftig, 70 Kilometer zum Training zu fahren“, gestand der in Hagen lebende Canbulut. 

Die große Distanz war auch der Grund, warum der 22-fache Regionalliga-Torschütze ein Angebot von Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen ablehnte. „Bövinghausen hat mir ebenfalls ein gutes Paket angeboten, das aus einem Vertrag und einem Arbeitsplatz bestand“, erzählt Canbulut. Bövinghausen-Boss Ajan Dzaferoski machte kein Geheimnis daraus, den ehemaligen Wattenscheider verpflichten zu wollen. „Für meine Planung war wichtig, dass ich einen Job habe, der unabhängig vom Fußball ist und für den ich nicht so weit fahren muss“, gesteht der Hagener. 

Hagen 11 feierte zwei Aufstiege in Folge

Diese Möglichkeit ergab sich nun in seiner Heimatstadt. „Ich kann schnell bei meinem Kind sein, falls etwas sein sollte“, so Canbulut, der sich aber ebenfalls aufgrund der guten Strukturen für ein Jahr bei der SpVg Hagen 11 entschied. „Man sieht, dass der Verein professionell arbeitet. Daraus resultierten die letzten zwei Aufstiege in Folge. Hier kann ich ebenfalls erfolgsorientiert Fußballspielen“, erklärt er. 

Die Kombination aller Aspekte sorgte auch dafür, dass sich Canbulut gegen das Angebot aus Wattenscheid entschied: „Die SGW bleibt für mich immer ein Herzensverein. Aber auch dorthin wäre der Weg weit gewesen.“ Der Vertrag in Hagen gilt zunächst für ein Jahr. Noch will sich Canbulut nicht damit beschäftigen, was danach kommt. „Natürlich möchte ich so hochklassig wie möglich spielen. Allerdings muss das mit Job und Familie übereinstimmen“, meint er. Es gibt schließlich noch mehr, als eine Fußballerkarriere. 

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