Der SC Frintrop fühlt sich vom Fußballverband Niederrhein hintergangen. Grund ist die Gruppeneinteilung in der Bezirksliga.

Bezirksliga Niederrhein

Gruppeneinteilung: SC Frintrop platzt der Kragen

Fabrice Nühlen
01. August 2020, 21:28 Uhr
Symbolbild. Foto: Frank Oppitz

Symbolbild. Foto: Frank Oppitz

Der SC Frintrop fühlt sich vom Fußballverband Niederrhein hintergangen. Grund ist die Gruppeneinteilung in der Bezirksliga.

Die Gruppeneinteilung sorgte bei den drei Essener Bezirksligisten SC Frintrop, Adler Union Frintrop und Werden-Heidhausen für erhitzte Gemüter. Vor allem die beiden Frintroper Teams fühlen sich vom Fußballverband Niederrhein hintergangen. Statt Lokalderbys gegen RuWa Dellwig, Vogelheim, Schönebeck oder Katernberg stehen in der Bezirksliga Gruppe 3 Reisen nach Wuppertal, Velbert und Radevormwald an.

Der SC Frintrop hat sich deshalb in einem Brief an Wolfgang Jades, den Vorsitzenden des Fußballausschusses, gewandt. „Wir haben mit Entsetzen und Fassungslosigkeit die Eingruppierung unserer Mannschaft zur Kenntnis genommen. Wie konnten Sie, als Vorsitzender der Kommission Spielbetrieb, so eine Einteilung zulassen? Dass es immer Härtefälle geben wird und sich Vereine ungerecht behandelt fühlen, ist uns klar. Aber eine solche, nicht nachvollziehbare Entscheidung, können wir nicht akzeptieren“, heißt es in dem Beschwerde-Brief des SC Frintrop.

Fehlende Einnahmen aus den Lokalderbys

Der Bezirksligist ärgert sich vor allem über die weiten Fahrten zu den jeweiligen Auswärtsspielen und die fehlenden Einnahmen aus den Lokalderbys: „Insgesamt haben wir jetzt 1400 Kilometer, inklusive Rückweg, vor der Brust. Ich kann Ihnen mindestens 20 Bezirksligisten aufzählen, die im Umkreis von maximal 15 Kilometern liegen. Aber nicht nur der Mehraufwand an Fahrtzeit spielt eine Rolle. Sie nehmen uns ganz konkret Einnahmen aus Heimspielen gegen attraktive Gegner aus dem Umfeld. Oder glauben Sie, dass uns Ayyildiz Remscheid, Bergisch Bonn oder der TSV Ronsdorf Zuschauer auf unsere Sportanlage spült?“

Frintrop fordert Mannschaftsbus

Am Ende des Briefs fordert der SC Frintrop ein Entgegenkommen des Fußballverbands Niederrhein: „Sie können sich sicherlich vorstellen, wie es die Mannschaft aufgenommen hat. Aber vielleicht kann uns der Fußballverband noch einen Mannschaftsbus zur Verfügung stellen.“

Kommentieren

03.08.2020 - 12:14 - Lokutus

ich rechne gerade mal so durch....
im Heim-Bezirk spielen bedeutet Derbys, kurze Wege. Da die Fahrtkosten oft von den Spielern selbst getragen werden, lassen wir die zunächst mal aussen vor.
14 Heimspiele mit im Schnitt 150 Zuschauern (fiktive Zahl, aus FuPa Daten des letzten Jahres gegriffen)
14 x 150 Zuschauer x ca. 4€ Eintritt = 8.400€, aus denen sämtliche Kosten finanziert werden. Schiedsrichter, Gebühren, Stadionzeitung, sonst. Kosten für Aufbau, Platzbereitung usw.
Bei Spielen im Bezirk Wuppertal kommen max. die Hälfte der Zuschauer. also ca. 4.200€, auf die der Verein verzichten muss. Kommen dazu noch Fahrtkosten, die evtl. den Spielern ersetzt werden müssen, weil die sich sonst 3x überlegen am Standort zu bleiben, wird es langsam sehr eng !
Alle weiteren Kosten müssten aus eigenen Mitteln getragen werden und belasten das bereits stark angegriffene Corona Budget zusätzlich.
Und dabei ist noch nicht mal berücksichtig, dass es im Heim bezirk auch Spiele mit weit über 150 Zuschauer geben kann, aus denen der Verein normalerweise Geld
generiert, welches dann zusätzlich der Jugend und dem Breitensport zu Verfügung gestellt werden kann (Alte Herren, Jugendabteilung, usw.)
Wie gesagt, ich masse mir nicht an Ahnung von den Kalkulationen der Vereine zu haben, aber als ich selbst früher mit meiner Truppe im "Bergmark" spielen musste, war das schon ein finanzieller Kraftakt. Und wir hatten in Essen meist 300 Zuschauer, im Bergmark zw. 100 und 180 !
Böse Falle, lieber Fußballverband !

03.08.2020 - 09:42 - Vollblutfussballer

Dr. Breitner, sagen Sie doch bitte mal, welcher Verein, nimmt nach dem
super Vorschlag von Turf Moor einen Anwalt ?

02.08.2020 - 21:21 - detlef1923

Am 23.04.2020 habe ich den Verband aufgefordert die gemachte Ligareform wieder rückgängig zu machen. Ich will nicht alles wiederholen. Kernforderung: Gebt uns unsere Derbys wieder. Kurze Wege, weniger Kosten, weniger Zeitaufwand. Mehr Zuschauer, mehr Einnahme, höherer Verkauf/ Einnahme aus den Getränkeeinnahmen.
Turf Moor hat es mit der Gruppeneinteilung (Vorschlag) auf den Punkt gebracht.

02.08.2020 - 16:03 - derdereuchversteht07

dr. breitner
Hatte erst jetzt gesehen das ich in ihrem Kommentar erwähnt wurde.
Na ja, meine Augen sind nicht mehr die besten.
Der Sportsfreund „Turf Moor“ hat mal eben eine Lösung aus dem Hut gezaubert.
Ich glaube nicht das er dafür Monate gebraucht hat.
Wenn die Verbandsvertreter ohne unsere Hilfe nicht weiterkommen würden, macht mir das schon ein wenig Angst.
Nichts desto trotz ist das Zauberwort „Kommunikation“ und zwar mit den Vereinen.
Wenn man bedenkt in welcher finanziellen Lage viele Vereine sind bekommt das ganze obendrein noch zusätzlich Futter.
Wenn sie sich selbst nicht innerhalb eines Amateurvereins bewegen und so eine Situation noch nie erlebt haben, habe ich sogar ein wenig Verständnis für ihre Aussage.

02.08.2020 - 15:43 - Lackschuh

dr. breitner!

Da springt Ihr Pferd etwas zu kurz, denn es gibt Möglichkeiten, aber hier geht es eher darum, dass diese Funktionärsebenen schon immer recht resistent waren und da wären dann Überlegungen und Bemühungen unnütz! Essen, OB oder Du... tun sich da wohl recht wenig, denn der Stall ist groß!!! Ist zudem auch Latte, aber ich darf dem Unmut der Frintroper doch uneingeschränkt zustimmen und ich darf auch meine Nichtüberzeugung in Richtung dieser Verbände zum Ausdruck bringen................ muss ich deswegen auch noch zwingend Lösungen liefern?

02.08.2020 - 14:25 - derdereuchversteht07

Turf Moor
Genau so sieht es aus.
In so einem Fall muss es eine bessere Lösung geben.
Und die gibt es definitiv wie du ja aufführst.
Es ist aber traurig das die Verantwortlichen da nicht selbst drauf kommen.
Den Vereinen können dadurch sehr große Probleme entstehen.
Als ehemaliger Spieler würde ich nicht ausschließen das deshalb Spieler die Vereine verlassen.
Man kann sich natürlich als Verband auch als Gottheit hinstellen von der dann jede Kritik abprallt.
In den zurückliegenden Jahrzehnten ist mir so ein extremer Fall nicht bekannt.
Die Begründung von Herrn Jades lässt vermuten das hier jegliche Empathie gegenüber Vereinen, Spielern und deren Sympathisanten nicht vorhanden ist.
Habe selbst vor vielen vielen Jahren am rechten Niederrhein spielen müssen.
Natürlich hatten wir uns damals auch aufgeregt, aber wir waren eben auch mal dran und mit der Entfernung konnte man leben.
Aber "das" sprengt jede Vorstellungskraft.

02.08.2020 - 14:13 - Turf Moor

Vorab: Auf Sicht fände ich eine Rückkehr zu 9 Bezirksliga und 3 Landesligastaffeln sinnvoll, mit möglichst kurzen Anreisen.


Die 3 Landesligastaffeln gibt es in dieser Saison schon und sind für mein Empfinden auch gut eingeteilt.
Hier dann mal ein konstruktiver Vorschlag zur Bezirksligaeinteilung 20/21, wenn man denn an 8 Staffeln festhalten möchte:

Die 120 Bezirksliga-Mannschaften teilen sich auf die 13 Kreise wie folgt auf:

Bocholt/Rees 12
Kleve/Geldern 10
Moers 9

Oberhausen/Bottrop 11
Essen 12
Duisburg/Mülheim/Dinslaken 10

Remscheid 6
Wuppertal 8

Solingen 8
Düsseldorf 13
Neuss/Grevenbroich 7

Mgladbach/Viersen 7
Krefeld/Kempen 7

Aus den 3 Ruhrgebietskreisen kann man 2 Staffeln (bsw DU/OB und Essen/Bot) a 17 bzw 16 Mannschaften machen
Bocholt und die nördlicheren Vertreter aus Kleve eine Staffel, die zentraler gelegenen Clubs aus dem Kreis Kleve/Geldern zusammen mit den Moerser Mannschaften eine weitere (eine Staffel 15, die andere 16 Mannschaften)

Die Mannschaften aus Wuppertal (8) und Remscheid (6) in einer eigenen 14er-Staffel

Die 13 Düsseldorfer Mannschaften bilden mit den Solinger (8) und Neuss/Grevenbroicher(7) Vertretern 2 Staffel a 14 Mannschaften

Abschließend bilden die Mannschafteen aus MG/Viersen (7) und Kempen/Krefeld (7) eine letzte, achte Staffel a 14 Mannschaften

02.08.2020 - 12:13 - Turf Moor

Der Reviersport könnte sich da mal einsetzen und bei Herrn Jades genauer nachhaken, was diese seltsamen Bezirksliga-Einteilungen beeinflusst.
Eine flexible Mannschaftsanzahl in den Ligen könnte da schon einiges an Abhilfe schaffen

turusnet hat sich mit dem Thema auch auseinandergesetzt

https://www.turus.net/sport/fussball/10658-kein-witz-dafuer-flapsig-fussballverband-niederrhein-versetzt-essener-7-liga-teams-ins-bergische-land.html


Als einziger Vertreter des Kreises DU/MH/DIN (Homberg zählt zum Kreis Moers) reist Genc Osman II übrigens in die "Bocholter" Bezirksliga-Gruppe 6, da dürfte die Freude auch riesig sein.

02.08.2020 - 09:51 - Vollblutfussballer

Es gibt und gab immer Härtefälle, aber dieser Härtefall ist nochmals eine Steigerung von Härtefall.
Ich bin auch unbeteiligt, aber 80 km z.B. nach Radevormwald ! Als Verein würde ich freiwillig in die Kreisliga wechseln.
Weiss gar nicht ob das möglich ist ?

02.08.2020 - 07:55 - dr. breitner

Natürlich ist es zu verstehen, dass da keine Freude aufkommt in Essen. Es ist
allerdings völlig klar, dass in jeder Saison einige Vereine in "den sauren Apfel" beissen müssen,
da eine Einteilung, die alle zufrieden stellt einfach nicht möglich ist. Würde Frintrop nicht meckern,
würden es stattdessen folglich andere Vereine machen. Wenn Lackschuh und ddev es besser können,
postet doch mal einen Vorschlag für eine gute Einteilung. Ich sage euch dann, welcher Verein einen Anwalt nehmen sollte ;-)

02.08.2020 - 03:39 - Lackschuh

Als vor ein paar Tagen hier erstmalig alle Gruppen gelistet wurden, habe ich das ja auch sofort mit Kommentar angemerkt und zwar als völlig Unbeteiligter! Frintrop ist da natürlich zu verstehen und meine Meinung zu den Verbänden mit unzähligen Protagonisten war eh nie gut - irgendwie ist das ein "Stall".

01.08.2020 - 23:12 - derdereuchversteht07

Vielleicht sollten sich die beiden Frintroper Vereine zusammentun und einen Anwalt nehmen.
Anders ist solchen Organisationen nicht mehr beizukommen.
Hier müssen ordentliche Gerichte ans Werk.
Diesen Menschen ist mit dem normalen Menschenverstand nicht mehr beizukommen.