Hecking bemängelt Respekt

Gladbach entschuldigt sich für Banner

22. April 2019, 14:53 Uhr

Foto: firo

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat sich für das Fehlverhalten einiger Zuschauer beim Spiel gegen RB Leipzig entschuldigt.

 «Borussia distanziert sich ausdrücklich von dem Teil dieser Banner, die persönlich beleidigenden Inhalts gegen einzelne Personen waren, und entschuldigt sich dafür ausdrücklich bei RB Leipzig und dem Gästetrainer Ralf Rangnick», hieß es in einer schriftlichen Mitteilung des Vereins am Sonntag. Vor dem Anpfiff der Partie am Samstag waren im Gladbacher Block für kurze Zeit mehrere Spruchbänder gegen den sächsischen Club und seinen Trainer zu sehen.

Der Ordnungsdienst habe verhindert, dass weitere beleidigende Spruchbänder aufgehängt wurden. «Dabei wurden mehrere Personen festgehalten, von der Polizei wurden die Personalien festgestellt und die Personen erhielten ein Tagesstadionverbot. Polizei und Staatsanwaltschaft sind dabei, die im Stadion gezeigten Spruchbänder auf den Straftatbestand der Beleidigung zu überprüfen», erklärte der Club.

Borussia-Trainer Dieter Hecking reagierte mit Unverständnis. «Wenn es ins Persönliche geht, habe ich null Verständnis. Das ist für mich unsäglich. Der Respekt in unserer Gesellschaft wird immer weniger», befand der Trainer. «Man muss sich fragen, ob diese Leute einen IQ von unter Null haben», meinte Hecking.

Rangnick erklärte, er habe die Banner nicht alle gelesen. «Aber ich frage mich schon, wie solche Banner überhaupt ins Stadion kommen. Dafür habe ich kein Verständnis», sagte der Leipziger Trainer. Die Gladbacher erklärten, dass vor der Partie Überprüfungen stattgefunden hätten. «Bei den umfangreichen Kontrollen vor Stadionöffnung wurden durch den Ordnungsdienst keine diffamierenden Spruchbänder festgestellt», teilte der Club mit. dpa

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07.05.2019 - 10:52 - asaph

Gladbach hat ja die Strafe gegen RBL sofort bekommen , eine weitere verdiente Niederlage gegen die Bullen!
Und die Höchsttrafe wird Platz 8 am Ende sein und das, wo Anfang des Jahres noch von Meisterschaft gefaselt wurde!

23.04.2019 - 13:39 - Klemperer

Hamm78, was wurde denn mit Hoeneß "getrieben"? Er ist strafrechtlich verurteilter Steuerhinterzieher in extremer Höhe, leugnete das, trat aber sehr lange als edler Mensch in talk-shows an und beleidigte dabei zahllose Leute, die sich für Kumpel von nebenan und einfache Leute einsetzten. Sein Prozess wurde - gut für ihn - nach kaum 3 Tagen abgebrochen, weil seine Unwahrheiten offenbar waren, und man es schnell hinter sich bringen wollte. Bei BILD wurde Uli dann immerzu sehr gelobt. Er ist voll rehabilitiert, was 99% der zurecht Verurteilten selten gelingt.

Das Banner Gladbachs ist absurd und bösartig. Vielleicht werden die, die so keifen, ja angeklagt werden. Der Hintergrund aber, daß sogar ein Klopp Transfers von 500 Millionen Euro "normal" fände, daß Fußball jeden Kontakt zu seinen Anfängen verloren hat, daß viele die Tickets nicht mehr zahlen können, obwohl die Milliarden längst anders verdient werden - das ist richtig.
Und bleibt auch richtig, auch wenn ein paar üble Gesellen solche elenden Banner zeigen. Ein "Es ist zu weit gegangen. Wir wollen diesen einseitig auf Kommerz ausgerichteten Fussball ebenso wenig, wie wr gut finden, wenn unsere Helden - CR7, Messi, Hoeneß - Steuern in Millionenhöhe hinterziehen, obwohl sie sehr reich sind" - das hätte niemand abhängen müssen. Denn es ist so. Viele Fans wollen Bundesliga Samstag um halb 4, normale Löhne, statt daß 17-jährige Multimillionäre sind, und sie wollen, daß Spieler auch mal 5 Jahre im Verein bleiben, statt schon Anfang der Rückrunde mit BeraterInnen rumlaufen und sich nur noch halb für den Verein einsetzen. Fußball kann wunder-wunderschön sein, aber so ist er es nicht mehr.

23.04.2019 - 09:43 - Hamm78

was jahrelang mit Uli Hoeneß getrieben wurde ist egal. Aber den Dosenbullen bei jeder Gelegenheit in den Hintern kriechen ist ok? Der Fan darf nur noch zahlen und die Schnauze halten.

22.04.2019 - 16:37 - Kuk

Eine anschließende Entschuldigung reicht in Mönchengladbach ebensowenig aus wie in Dortmund oder anderswo.
gut, dass zumindest der Ordnungsdienst das Ajufhängen eines Teila der Banner verhindern konnte und auch Personalien feststellen konnte.
Ob ein Tagesstadionverbot ausreichend ist, darf bezweifelt werden. Der neutrale Fußball-FAN würde gerne wissen, WIE BMG künftig persönlich beleidigende Banner (Straftat) im Stadion verhindern möchte.