„Gestohlene“ Schalke-Zaunfahne ist wieder da

13.12.2018

CL

„Gestohlene“ Schalke-Zaunfahne ist wieder da

Foto: firo

Die vermeintlich gestohlene Zaunfahne des S04-Fanclubs UK ist wieder da. Wie der Fanclub auf seiner Facebook-Seite mitteilte, hat sich ein S04-Anhänger bei ihnen gemeldet, der das knapp zehn Meter große Banner „aus Versehen“ eingepackt hat. 

Er sei angetrunken gewesen und als er am Mittwoch aufgewacht ist, hatte er sich gewundert, dass er eine so große Fahne in seiner Wohnung hatte. Wie und warum er sie eingepackt hat, daran konnte er sich nicht mehr erinnern. 

Zunächst war vermutet worden, dass die Fahne während des Champions League-Spiels zwischen dem FC Schalke 04 und Lokomotive Moskau gestohlen wurde. Sie hing während des Spiels auf der Gegengerade und somit unmittelbar im Bild der Fernsehkameras. Da die Besitzer der Fahne während des Spiels nicht in unmittelbarer Nähe zu ihrer Fahne gesessen haben, haben sie den Verlust nicht sofort bemerkt. Der "Schalke Fanclub UK " besteht seit 2010 und hat hauptsächlich Mitglieder, die in Großbritannien leben. 

Der S04-Anhänger wird die Fahne nun mit einer zusätzlichen Spende an den Fanclub zurücksenden. Der Fanclub UK, der einen Finderlohn von 400 Euro ausgesetzt hatte, hatte auch von anderen Schalke-Fans Unterstützung angeboten bekommen.

Sie wollen die Welle der Hilfsbereitschaft nun nutzen, um mit dem Geld ein soziales Projekt zu unterstützen. Dazu haben sie sich das Projekt „SCHALKE (mal anders) erleben“ von Olivier Kruschinski ausgesucht. „Oli4“ will im kommenden Jahr zusammen mit Eurofighter Mike Büskens Exkursionen für Schulkinder in Schalke-Nord anbieten, um den Kindern die Geschichte ihres Stadtteils, dem berühmtesten Stadtteil Deutschlands, näher zu bringen.

Dazu hat der Fanclub UK ein Spendenkonto eingerichtet und geht selbst mit einer Spende von 100 Euro voran:

Stichwort : Spende UK 
Christian Wissing
BB Bank eG
IBAN: DE95 6609 0800 0011 4389 99
BIC: GENODE61BBB
PAYPAL to cws04@firemail.de

Die Projektbeschreibung von „SCHALKE (mal anders) erleben“:
Als die letzten Zechen in Gelsenkirchen geschlossen wurden, da waren die heutigen Kinder und Jugendlichen noch nicht einmal geboren. Trotzdem gibt es auch heute kaum eine Familie in Gelsenkirchen, die nicht jemanden in ihren Reihen hat, der einmal „auf Zeche malochte“ oder in irgendeiner Form eine Zuwanderungsgeschichte hat. 

Für viele unserer Kinder und Jugendlichen ist seit dem Einsetzen von Kohlekrise und Strukturwandel die ehemalige Welt des Bergbaus und der Industrie im Ruhrgebiet eine andere geworden. Der besondere Geruch der chemischen Werke, der Glasmanufakturen und der Kokereien hängt schon längst nicht mehr in der Luft, die zu Landmarken geformten Abraumhalden wirken schon längst wie natürliche Berge, die Emscher wird renaturiert. Die Verschmelzung von verschiedenen Kulturen und Nationalitäten, die Erfolgsgeschichte von Zuwanderung/Migration, Integration und Assimilation war über viele Jahrzehnte in ihrer alltäglichen Lebensrealität zumeist eine Selbstverständlichkeit. Die Zeit der schweren Maloche ist längst vorbei, im nächsten Jahr schließt die letzte Zeche des Ruhrgebietes, wie immer ist „der Pott“, ist Schalke, im Wandel. 

Und damit auch die Schalker Menschen. Mit dem Projekt „SCHALKE (mal anders) erleben“ möchten wir die Schalker Menschen an die stolze Geschichte des bekanntesten Stadtteils der Republik behutsam heranführen. Sie sollen ihre (neue) Heimat, ihren eigenen Lebensraum bzw. ihr (aktuelles) Zuhause mit all seinen Chancen und Ressourcen neu entdecken, neu erfahren, neu kennenlernen und vor allem auch als lebens- und liebenswert erleben. Mit Kopf, Herz und Hand - durch riechen, schmecken, fühlen und tasten - soll ihnen ihre Geschichte und somit auch ihre eigene Identität näher gebracht werden, ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein soll gestärkt werden. 

Wir möchten durch eine gestärkte Eigenraumwahrnehmung Identität stiften, Integration unterstützen, Talente wecken und Ideen fördern und vor allem zur positiven Imageförderung des Stadtteiles beitragen. Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.  sb

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13.12.2018 - 09:03 - gerdstolli

Ich sag ja: Der Suff schafft jeden!

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