Lockdown

Für Regionalliga-West-Klubs: Staatskanzlei bestätigt 15-Millionen-Euro-Hilfe

03. November 2020, 10:59 Uhr
Christian Knappmann hatte eine Chance gewittert, um mit der Westfalia am Hilfspaket des NRW-Landespsortbundes zu partizipieren. Foto: Alexa Kuszlik

Christian Knappmann hatte eine Chance gewittert, um mit der Westfalia am Hilfspaket des NRW-Landespsortbundes zu partizipieren. Foto: Alexa Kuszlik

Am Montag wurde entschieden, dass es trotz des Lockdowns im Amateursport in der Regionalliga West weitergeht. Kurze Zeit später kamen Diskussionen und Gerüchte um den 15-Millionen-Euro-Fonds für die Regionalliga-Klubs auf. RevierSport klärt auf.

Trotz des Lockdowns: Die Regionalliga-West-Saison 2020/2021 wird fortgesetzt. Das entschieden am Montag die Vereine und der Verband gemeinsam mit der NRW-Landesregierung.

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) gab als Begründung für den andauernden Spielbetrieb bekannt: Die Regionalliga West arbeite in „professionellen Strukturen“ und die Menschen darin verdienten eines Großteil ihres Lebensunterhalts mit Fußball. Wäre die vierte Liga als Amateursport eingeordnet worden, hätten ihre Spiele aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen vorerst bis zum 30. November nicht stattfinden dürfen.

Knappmann wittert große finanzielle Unterstützung für Amateure

Diese Erklärung hatte bei einigen Amateuren einen Reflex erwirkt. Nämlich: Wenn die Regionalliga West doch nun eine "Profiliga" sei, dann dürfe sie auch nicht von dem 15-Millionen-Euro-Hilfspaket, der vom Landessportbund NRW zur Verfügung gestellt wird, für den Amateur- und Breitensport profitieren.


Christian Knappmann, Trainer des Oberligisten SC Westfalia Herne, meinte gegenüber RevierSport: "Ich freue mich unheimlich für die Klubs der Regionalliga West, dass sie weiterspielen können. Diese Entscheidung ist richtig. Auch wenn sich nun die Frage stellt, ob das Testen nun auch für die ersten drei Ligen obsolet wird. Gleichzeitig freut uns Amateure die Feststellung des Verbandes, dass die Regionalliga West zum Profisport deklariert wurde. Damit dürften die 15 Millionen vom Landessportbund NRW, die ausdrücklich dem Breitensport zu Gute kommen sollen, auf uns Amateure verteilt werden." Knappmann verwies auf die Erklärung auf der Homepage des Landessportbund NRW.

Manfred Schnieders, Vorsitzender des WDFV, zeigte sich über die Gedankengänge des Herner Trainers gegenüber unserer Redaktion überrascht: "Meines Wissens nach ist dieser Fonds für die Regionalligisten vorgesehen. Aber wer meint, dass seinem Verein das Geld zusteht, der kann beim Landessportbund doch gerne einen Antrag stellen."

Sprecherin der NRW-Staatskanzlei klärt auf

RevierSport fragte bei der NRW-Staatskanzlei nach. Birgit Korte, Stellvertretende Leiterin der Pressestelle klärt auf: "Der Sportbetrieb in der Regionalliga West fällt unter die Privilegierung der Wettbewerbe der Profiligen des § 9 Absatz 3 der Coronaschutzverordnung Nordrhein-Westfalen, so dass die Liga ihre Spiele fortsetzen kann. Die Landesregierung hat dazu für die von fehlenden Zuschauereinnahmen betroffenen Viertligisten im Sport ein 15-Millionen-Euro-Notprogramm aufgelegt. Diese zusätzlichen Mittel sollen den auf Ticketverkäufe angewiesenen Mannschaften dabei helfen, finanziell bedingte Abmeldungen vom Spielbetrieb zu umgehen und trotz Sportanlagen oder -hallen ohne Zuschauer die jeweilige Ligazugehörigkeit aufrecht zu erhalten. Die neuen Hilfsgelder werden ab einem Einnahmeausfall von 2.500 Euro ohne Steuern ausgezahlt und sind auf 60 Prozent des ermittelten Nettobetrags begrenzt. Damit ergänzt dieses Programm die Bundeshilfen, die für die 1. bis 3. Profiligen gedacht sind. Die entsprechenden Anträge der Vereine aus Nordrhein-Westfalen können vom 1. bis 30. November 2020 online über das Förderportal des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen gestellt werden. Dort finden sich zudem weitere Informationen zu den Richtlinien des Landes sowie zur Antragstellung."

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08.11.2020 - 18:00 - Ballaballa52

Ach ja, ist ja fast wie bei den USA-Wahlen... jeder legt sich mit Vereinsbrille seine Meinung dazu zurecht...der ausgegebene Anspruch, damit den Amateuren und dem breitensport unter die Arme zu greifen, sind doch mal wieder nur hohle Worte und sonst nix!
In den Zeiten von „Co-ron-na“ wird es im Sport und vor allem im Fußball keine Gerechtigkeit geben: zuerst werden die Profis ‚gepampert‘ bis zum ‚geht nicht mehr‘ und die Amateure ab Regionalliga abwärts sind doch sowieso nur ‚minderwärtiges Beiwerk“ in den Augen der Funktionäre und zum Teil auch in der Politik...deshalb kann ich wahren Fußballfans in Zukunft nur raten, die ‚laufenden Geldschränke‘ zu meiden und sich dem wahren amateurfussball zuzuwenden. Das ist wie im normalen Leben die eigentliche gesellschaftliche bzw. Soziale Stütze für die Jugend und die normalen Leute...macht’s juuut bzw. Besser in nächster Zeit, vor allem wenn die Pandemie vorbei ist!

03.11.2020 - 15:39 - RWEimRheingau

Wem bringt denn die Diskussion etwas, es wurde so festgelegt und fertig. Die Gelder werden an die Regionalligisten verteilt und gut ist, wie ungerecht das auch immer sein machen in den Augen mancher. Und ob Liga 4 nun einen Dauerstatus als professionelle Liga hat oder nicht wird sich zukünftig zeigen. Wer da mit Probleme hat kann ja den Klageweg wählen, die Verwaltungsgerichte haben noch ein bisschen Luft, aber nicht mehr lange, denn die Klagewellen gegen die Coronavorgaben rollen.

03.11.2020 - 14:58 - Lackschuh

Corona spaltet in der Tat vielfach und so manch eine Spaltung fernab vom Ball könnte noch hart werden!

03.11.2020 - 14:44 - koopjie

Gäbe es kein Corona würden alle weiterspielen und es gäbe keine Hilfen. Die Hilfen sind für Amateure und nicht für Profis. Alle die weiterspielen sind Profis laut Verband. Da gibt es keine zwei Meinungen.
Aber wir sollten hier nicht streiten.
Fakt ist doch, dass eine völlig undurchsichtige Situation geschaffen wurde, welche erneut Unmut und Unverständnis bei den Menschen hervorruft und das war völlig unnötig. Bleib gesund.

03.11.2020 - 13:44 - Gregor

@koopje
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Man beachte das Wort „Coronaschutzverordnung“. Gebe es kein Corona, würde die Regionalliga West weiter als Amateurliga geführt. Ob da professionelle Strukturen vorhanden sind, spielt da keine Rolle. Es gibt in Deutschland nur 3 Profiligen. Ich gebe dir allerdings Recht, dass die Fördergelder ursprünglich für die Amateure ausgewiesen waren. Und da meinte man wohl die Regionalliga. Um den Spielbetrieb aber weiter fortsetzen zu können, wurde der Regionalliga kurzerhand während der Coronazeit der Status einer Profiliga erteilt. Damit hat man sich aber ein Eigentor geschossen. Denn dann dürften die Fördergelder nur den Amateuren nicht aber der RL West zukommen.

03.11.2020 - 12:43 - koopjie

@Gregor,

ich habe zwar selten solch ein Käse gelesen, aber nun gut. Da du ja davon ausgehst, dass die Einstufung nur für die Zeit der Pandemie gilt, dürftest du auch erkennen, dass die Förderung nur für diese Zeit ausgesprochen wurde. Demnach gelten die Fördergelder für die Amateure während der Coronazeit, zu denen laut deiner Aussage die Reginalligisten während der Coronazeit nicht gehören.
Merkst du selbst oder?

03.11.2020 - 12:37 - Gregor

Hatte ich noch vergessen:
Die NRW-Staatskanzlei sagt „ Der Sportbetrieb in der Regionalliga West fällt unter die Privilegierung der Wettbewerbe der Profiligen des § 9 Absatz 3 der Coronaschutzverordnung Nordrhein-Westfalen, so dass die Liga ihre Spiele fortsetzen kann.
Das heißt nichts anderes, als dass die Liga nur während der Corona-Krise das Privileg einer „Profiliga“ erhält. Somit konnte man auch die Fortsetzung des Spielbetriebs begründen. Sollte die Corona-Krise mal vorbei sein, fällt die RL West wohl wieder unter die Amateure.

03.11.2020 - 12:32 - Außenverteidiger

@Onkel09: Woher nimmst du die Zahlen? Viele Vereine haben auf ihrer Jahreshauptversammlung die Kosten nicht konkret aufgeschlüsselt. Mich würden die Ein und Ausgaben interessieren. Leider liefern die Sportjournalisten jahrzehntelang keine Zahlen.

03.11.2020 - 12:22 - Gregor

Knappmann sollte sich nicht zu früh freuen. Ich denke auch, dass er das eher Provokativ gemeint hat. Wo wurde festgestellt, dass die Regionalliga West jetzt eine Profiliga ist? Es wurde lediglich festgestellt, dass die RL West professionelle Strukturen hat. Das ist ja wohl nichts Neues, wenn ein Großteil an Zweitvertretungen und ehemaligen Profivereinen vertreten ist. Es wird also dabei bleiben, dass die Gelder an die Regionalligisten gehen.

03.11.2020 - 11:53 - Lackschuh

Trainer Knappmann ist ja als Gerechtigkeitsfanatiker bekannt............. dabei überzieht er während der 90 Minuten emotional oft, aber es geht eigentlich auch immer nur um die Sache und somit kann ich damit verdammt gut leben!

Das er Fußball lebt zeigen auch hier seine Worte... auch die Worte von Herrn Sommers haben mir gefallen, weil auch diese von Ehrlichkeit sowie Geradeaus geprägt sind!

Der Bericht vom 11.09.2020 vom LSB gibt eigentlich gar nicht so viel Spielraum her, verehrter Herr Schnieders! Sie mögen da zwar gestern vom Kaliber RWE-Chef und ähnlich viel geleckte Dankbarkeit erfahren haben, aber damit erreicht mich definitiv niemand!

03.11.2020 - 11:52 - 09-Onkel

Da hat Herr Knappmann mal Recht. Da steht ...dem Breitensport zur Verfügung. Da dürfte die RL raus sein wenn Sie nach § 9 eingestuft wird.
Ich gönne es der RL, aber auch Vereine in der Oberliga oder tiefer benötigen auch die Einnahmen durch Zuschauer und Catering. Auch deren Kosten laufen weiter. Und diese Vereine dürften erst wieder im Februar aktiv sein, denn ab Dezember müssten diese Vereine ja erst wieder mit Ihren Trainingseinheiten beginnen, weil der Trainingsbetrieb im Breitensport ja eingestellt ist und im Januar ist Winterpause. Also Herne, Wattenscheid, Gütersloh etc. ran an den Pott mit der Kohle der Steuerzahler.

03.11.2020 - 11:50 - Außenverteidiger

Wir können nicht alle gleichgeschaltet sein. Jeder Typ bringt was mit. Wünsche mir mehr Profis wie Knappi. Spielt er, ist alles gut. Wenn nicht, haut er ab. Win Win Situationen.

03.11.2020 - 11:45 - faselhase07

Die Westfalia gern, Knappmann nicht.
Find ich persönlich ziemlich daneben den Kerl.

Hilfspaket ist eindrücklich für die Regionalligen, die Sparte zwischen Amateur und Profibereich... da ändert die jetzige Einstufung auch nichts.

03.11.2020 - 11:42 - Außenverteidiger

:D Tja, ein schönes Beispiel für "klare Kante" in der Hochphase. Die 68er Sprachbildung und Vermeidung von Konflikten, führt bei Knappheit IMMER zu Problemen.
Echte Führungskräfte werden auf ganzer Linie unterdrückt und bewusst nicht ausgebildet. Jetzt können, um im 68er Sprech zu bleiben, DÜRFEN die lieben Teamplayer mal voran gehen und für Klarheit sorgen. :)

03.11.2020 - 11:22 - koopjie

@Außenverteidiger,

da hast du auf ganzer Linie Recht.
Ich habe mir gerade mal den Link auf der Homepage des LSB durchgelesen und muss sagen,, dass Knappi Recht hat. Dort steht doch eindeutig, dass die Kohle für die Amateure und den Breitensport ist. Wie kann die Pressestelle nun behaupten, dass Geld sei für die Regionalliga. Ich habe kein Problem damit, dass die Regionalligisten unterstützt werden, aber wenn sie doch seit gestern Profis sind, dann steht ihnen dieses Geld nicht zu. Was ein Kuddel-Muddel vom Verband. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

03.11.2020 - 11:06 - Außenverteidiger

Mich würde es freuen, wenn ein toller Verein, wie Westfalia Herne, Hilfsgelder erhalten dürfte. Die Westfalia und ihr Stadion fehlen in der Regionalliga.
Der Trainer wäre mit seiner Art eine extreme Bereicherung. Er verkörpert den Fußball auf Profiniveau. Top Typ und Knappi wäre endlich zurück im Profisport.