Was wäre die Bochumer Traditionself ohne „Ata“ Lameck? Der mit 518 Bundesliga-Einsätzen wohl ewige Bochumer Rekordspieler hält seit vielen Jahren den Laden der VfL-Oldies „anne Castroper“ zusammen.

15. NRW-Traditionsmasters

Für immer jung - der ewige „Ata“ hält den Laden beim VfL Bochum zusammen

20. November 2019, 14:20 Uhr

Foto: OMD sports

Was wäre die Bochumer Traditionself ohne „Ata“ Lameck? Der mit 518 Bundesliga-Einsätzen wohl ewige Bochumer Rekordspieler hält seit vielen Jahren den Laden der VfL-Oldies „anne Castroper“ zusammen.

So wie er von 1972 bis 1988 beim VfL Bochum in Abwehr und Mittelfeld der Fels in der Brandung war. Mit ihm stieg der Verein nie aus der Bundesliga ab. Der vor wenigen Wochen 70 Jahre alt gewordene KultKicker ist der Kopf der VfL-Traditionsmannschaft. Auch, wenn er so nicht genannt werden will. Aber da muss er jetzt durch. 

 
So ist er eben, der „Ata“, sagen sie in Bochum. Bescheiden und zurückhaltend. „Deshalb wollte ich auch nicht so einen Aufstand um meinen Geburtstag machen“, erklärt Lameck. Dass er mit bürgerlichem Namen eigentlich Michael heißt, wissen heute nur noch die wenigsten. „Ich habe halt das Glück gehabt, dass ich in meiner Karriere nur ganz selten verletzt war“, erinnert sich Lameck. „Einmal hatte ich eine Operation an der Leiste und einmal habe ich von einem Engländer bei einem Saisoneröffnungsspiel im Ruhrstadion eins auf die Nase bekommen. Das war es.“ 
 
Nach seiner Karriere hat Lameck vor vielen Jahren die Traditionsmannschaft mit aufgebaut. Damals hießen seine Mitspieler Jupp Tenhagen, Walter Oswald, Lothar Woelk oder Dieter Bast. Die übrigen Namen sind inzwischen aus Altersgründen mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden. Nur „Ata“ ist immer noch da. Als Coach, als Betreuer, als Aushängeschild und als Maskottchen. Die Bochumer Traditionself ohne Lameck? Unvorstellbar. 

Auch für die Jubiläumsausgabe des NRW-Traditionsmasters hat er sich mit seinem Team viel vorgenommen. „Mit dem Vorjahressieger Rot-Weiß Oberhausen, dem FC Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf warten aber schon in der Vorrunde dicke Brocken auf uns. Das wird nicht leicht“, mahnt Lameck. Und schaltet dann in den Angriffsmodus: „Aber das denken die anderen auch über uns.“ 
 
Am liebsten würde er ja immer noch selber mitkicken. Doch das überlässt er nach dem Einsetzen zweier künstlicher Hüftgelenke seit einiger Zeit lieber den Jüngeren. Auch im administrativen Bereich hat er die Aufgaben inzwischen auf mehrere Schultern verteilt. „Und Peter Peschel macht bei uns über Facebook die Einsatzplanung. Michael Rzehaczek ist unser Kassenwart. Aber dabei zu sein, das lasse ich mir nicht nehmen“, nickt Lameck. 
 
Warum auch? Auch der Kontakt zu den Spielern der anderen Vereine hält schließlich jung. „Und da bietet ja das NRW-Traditionsmasters viele klangvolle Namen“, weiß Lameck. „Man trifft so viele alte Weggefährten. Das macht einfach nur Spaß.“ 

Viele der früheren Kumpels und Gegenspieler gratulierten ihm natürlich auch am 15. September zum 70. Geburtstag. „So viele, dass ich noch nicht mal alle Briefe und SMS beantworten konnte“, schüttelt Lameck ungläubig den Kopf. Das schönste Geschenk für ihn war ohnehin, dass er seinen Ehrentag in seinem Wohnzimmer – also im Stadion - bei einem Heimspiel des VfL Bochum feiern konnte. Eine glückliche Fügung des Terminkalenders. 

Erst jetzt kommt er nach und nach dazu, sich bei allen Menschen zu bedanken, die ihn an seinem Ehrentag hochleben ließen. Deshalb möchte er auch niemanden herausheben. Und macht doch eine Ausnahme: Karl-Heinz „Charly“ Körbel, der in seiner Profikarriere ausschließlich für Eintracht Frankfurt spielte und mit 602 Bundesligaspielen der alleinige Rekordhalter in Sachen Bundesligaspiele ist, schrieb ihm einen Brief. „Das war eine ganz tolle Geste“, sagte Lameck gerührt. Legenden müssen eben zusammenhalten.         

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