Markus Weinzierl übt scharfe Kritik an seinem ehemaligen Verein FC Schalke 04. Er wirft den Königsblauen eine schwache Transferpolitik vor.

Weinzierl tritt nach

Fünf Millionen Euro für Gnabry waren Schalke zu viel

29. November 2019, 09:07 Uhr

Foto: firo

Markus Weinzierl übt scharfe Kritik an seinem ehemaligen Verein FC Schalke 04. Er wirft den Königsblauen eine schwache Transferpolitik vor.

Über sieben Monate sind vergangen, seit Markus Weinzierl (44) beim VfB Stuttgart von seinen Aufgaben entbunden wurde. Nur ein halbes Jahr arbeitete er für die Schwaben, die in der gleichen Saison absteigen mussten. Seitdem ist Weinzierl ohne Trainerjob. Dabei galt er vor der Saison 2016/17 als einer der erfolgreichsten Trainer der Fußball-Bundesliga. Schalke 04 hatte ihn verpflichtet, nachdem er zuvor den FC Augsburg sensationell in die Europa League führte. Doch in Gelsenkirchen hatte der gebürtige Straubinger keinen Erfolg. Nach nur einer ernüchternden Saison musste er gehen. Für sein Scheitern auf Schalke und seinen Karriereknick macht Weinzierl die Transferpolitik der Königsblauen verantwortlich.


In einem Interview mit dem "Sportbuzzer" hat der 44-Jährige verraten, dass die Schalker eine gute Chance auf eine Verpflichtung des heutigen Bayern-Stars Serge Gnabry verstreichen ließen. Nach dem Abgang von Leroy Sane zu Manchester City im Sommer 2016 hatten die Königsblauen demnach mit dem Offensivspieler Gespräche auf Schalke geführt. Laut Weinzierl war S04 die Ablösesumme für den damals 21-Jährigen zu hoch. "Ich hätte mich mehr durchsetzen müssen", betont Weinzierl. "Wenn der Verein sagt, dass Gnabry mit 5 Millionen zu teuer ist, hätte ich in der Nachbetrachtung mich sicher noch mehr für einen Transfer einsetzen müssen."

Schalke holte stattdessen Konoplyanka

Schalke holte stattdessen den Ukrainer Yevhen Konoplyanka für 12,5 Millionen Euro vom FC Sevilla. Der Transfer entpuppte sich als großer Flop. Gnabry, der heute zu den begehrtesten Spielern der Bundesliga gehört, wechselte vor drei Jahren vom FC Arsenal zu Werder Bremen, bevor Bayern München 2017 zuschlug. Heute liegt sein Marktwert laut "transfermarkt.de" bei 60 Millionen Euro. 


Für eine ähnlich hohe Summe verließ Leroy Sané zu Beginn von Weinzierls Amtszeit die Königsblauen. 55 Millionen zahlte Manchester City für das Schalker Eigengewächs. Das Geld habe der Verein laut Weinzierl nicht sinnvoll reinvestiert. Den Namen von Ex-Manager Christian Heidel nennt er nicht. Dennoch dürfte sich dieser angesichts der scharfen Kritik angesprochen fühlen. "Wir haben es mit dem Geld, was wir für ihn bekommen haben, nicht gut gemacht und die ersten fünf Spiele verloren. Das war aus meiner Sicht eine Folge der Transferpolitik, und deshalb war ich natürlich nicht glücklich darüber", sagt Weinzierl.

Während die Schalke-Fans ein Jahr später mit der Vizemeisterschaft entschädigt wurden und auch in dieser Saison nach einem Durchhänger im Vorjahr wieder guten Fußball sehen dürfen, ist Weinzierls Karriere nach seinem Aus im Ruhrgebiet ins Stocken geraten. Dieser verpassten Chancen trauert er nach. "Ich glaube aber, dass es wirklich oft an Kleinigkeiten hängt. Schon zwei Personalien wie diese können dazu führen, ob am Ende etwas Großes rauskommt oder eben nichts."

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Kommentieren

02.12.2019 - 09:34 - ali_hb

Unabhängig von seinen Qualitäten als Trainer, wo er recht hat hat er recht. Werder hat es damals richtig gemacht, Allerdings war damals auch schon Bayern mit im Geschäft.

29.11.2019 - 12:46 - Linksaussen

Sehe ich genau so wie mein Vorredner. Schnee von Vorgestern.
Bin nicht sicher, ob es Weinzierl hilft, wenn er die Schuld für seine schlechte Bilanz anderen zuschreibt.
Vielleicht aber kommt das auch nur verzerrt rüber, weil man halt gerne ne geile Schlagzeile will.
Weinzierl scheint ja auch durchaus fähig zur Selbstkritik. Allemal besser als Weinen und mit dem Finger auf andere zeigen.

29.11.2019 - 10:15 - Schalkerstachel

Weinzierl tritt nach :-))...oder in China fällt 'n Sack Reis um....wen interessiert's?