Stürmer Daniel Frahn ist erfolgreich gegen seine fristlose Kündigung beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC vorgegangen. Das Chemnitzer Arbeitsgericht erklärte die Kündigung des Klubs am Mittwoch für nicht berechtigt, das Arbeitsverhältnis besteht somit weiterhin. Das bestätigte ein Gerichtssprecher dem SID.

3. Liga

Frahn klagt erfolgreich gegen Kündigung beim Chemnitzer FC

11. Dezember 2019, 16:04 Uhr

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Stürmer Daniel Frahn ist erfolgreich gegen seine fristlose Kündigung beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC vorgegangen. Das Chemnitzer Arbeitsgericht erklärte die Kündigung des Klubs am Mittwoch für nicht berechtigt, das Arbeitsverhältnis besteht somit weiterhin. Das bestätigte ein Gerichtssprecher dem SID.

„Das Urteil ist ein Skandal“, sagte Klaus Siemon, Insolvenzverwalter des finanziell weiterhin angeschlagenen Chemnitzer FC, dem SID. „Wer öffentlich seine rechtsradikale Gesinnung zur Schau stellt, kann doch nicht so einfach wieder in die Mannschaft integriert werden. Ich weiß nicht, wie sich das Gericht die Sache vorstellt“, so Siemon.

Der Verein werde „alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um gegen das Urteil anzugehen“, kündigte Siemon an, der aber zunächst die Urteilsbegründung abwarten wollte. Wie mit Frahn am Donnerstag umgegangen wird, wusste Siemon am Mittwoch auch noch nicht zu sagen.

Frahns Anwalt Christian Schößling kündigte aber an, dass sein Mandant am Training auf jeden Fall teilnehmen werde. „Das Verfahren war psychisch extrem belastend für Daniel Frahn. Aber jetzt ist er sehr erleichtert, das Urteil konnte eigentlich nur so ausfallen“, sagte Schößling. Frahn war bei der Urteilsverkündung mit Familienmitgliedern anwesend, äußerte sich aber nicht.

Kündigung am 5. August

Der Vertrag des Torschützenkönigs der Vorsaison in der Regionalliga Nordost war am 5. August von den Chemnitzern mit sofortiger Wirkung gekündigt worden. Frahn wurde eine zu große Nähe zur rechtsextremistischen Szene vorgeworfen, nachdem er sich beim Auswärtsspiel in Halle im Gästeblock mit entsprechenden Gruppierungen aufgehalten hatte. Frahn selbst beteuerte, dass er kein Nazi sei.

Schon beim Skandalspiel im März gegen VSG Altglienicke (4:4), das wegen umstrittenen Trauerbekundungen für den verstorbenen und mutmaßlich rechtsradikalen Chemnitz-Fan Thomas H. in die Schlagzeilen geriet, hatte Frahn für Wirbel gesorgt. Er hielt nach einem Treffer ein schwarzes T-Shirt mit der weißen Aufschrift „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hooligans) hoch. Er wurde daraufhin gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt. SID

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13.12.2019 - 02:32 - Außenverteidiger

Richtig. Die Afd ist das Grundstück zu den Grünen. Wären sie eher da gewesen, wären die abstrusen Zustände in den Großstädten nicht möglich gewesen. Schade. Hoffentlich nicht zu spät. Machen wir uns wenigstens eine schöne Zeit im Stadion. Da wo vielfältige Meinungen nicht verteufelt und angeprangert werden.

13.12.2019 - 00:07 - Alles für Schalke

Sehe ich ähnlich @Außenverteidiger. Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden. Es ist mir völlig unverständlich, warum linke Meinungen "en vogue" sind und rechte Meinungen nahezu verteufelt und kriminalisiert werden? In unserer pluralistischen Gesellschaft muss es linke UND rechte Meinungeen geben.

Aber solange die SPD mit den Extremisten der Partei LINKE koaliert und es der CDU verboten zu sein scheint, mit den NICHT Extremisten der AfD zusammen zu arbeiten, erkennt man, dass wir auf dem linken Auge blind sind.

Die Partei, bei denen die meisten Personen vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ist NICHT die NPD, sondern die LINKE. Wenn also die SPD mit der LINKE koaliert wäre das so, als wenn die CDU mit der NPD koalieren würde.

Die AfD ist da eher vergleichbar mit den Grünen. Obwohl auch bei den Grünen viele Extremisten eine Heimat gefunden haben.

Der Minister von Ba-Wü, Kretschmann, war z.B. in der KPD! Und nun stellt euch mal vor, der Höcke oder jemand anders bei der AfD wäre mal in der NPD gewesen! DIE haben da eine Nichtvereinbarkeit. daher sind die Grünen für unsere Demokratie (auch aus anderen Gründen) deutlich gefährlicher als die AfD (die im Übrigen von vielen ehem. CDU und SPD Politikern geführt wird.....).

Zurück zum Thema: Frahn muss rehabilitiert werden. Alles andere sollte uns zu denken geben. Die Gesellschaft muss wieder in die politische Mitte rücken.

11.12.2019 - 20:31 - Außenverteidiger

In unserem Rechtssystem absolut richtig. Mir wurde in der Schule Vielfalt und Toleranz beigebracht. Jedoch habe ich nie verstanden, warum keine rechtlichen Schranken gesetzt wurden? Die naive Annahme der Kriegs- und 68er Generation, man müsste nur viel reden und ein paar Bilder zeigen und jeder Bürger wäre sofort dagegen, funktioniert nicht. (Erst recht nicht in einer Multi Kulti Gesellschaft. Wieso sollten sich Gastarbeiter mit unserer Vergangenheit auseiander setzen und diese als ihre annehmen?)
Wenn die Felder nicht abgesteckt werden, kann der Frahn sein und denken wie er will. Die Diskussion müsste auf einer anderen Ebene geführt werden. Bietet man dem Wähler radikale Parteien an oder nicht?

Der Spieler Daniel Frahn hat nichts illegales angestellt. Nur um diese Frage geht´s doch. Wie beim St. Pauli Spieler verstehe ich den emotionalen Standpunkt, allerdings sehe ich niemanden einen entsprechenden Gesetzesentwurf einreichen. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit? Will ich Vielfalt und Toleranz? Wenn ja, grenzenlos oder innerhalb gewisser Schranken?