Amateure

Fortsetzung: FLVW-Vize möchte Vereinen „keine falschen Hoffnungen" machen

Leon Peters
07. Januar 2021, 16:35 Uhr
Foto: Gero Helm

Foto: Gero Helm

Seit Ende Oktober ruht der Ball auf Deutschlands Amateurplätzen und somit auch in den Ligen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. Dessen Vizepräsident Manfred Schnieders sprach nun in einem Interview auf der verbandseigenen Homepage über den aktuellen Stand der Dinge.

Es ist nun schon etwas über zwei Monate her, dass den Amateurvereinen Deutschlands und dementsprechend auch Westfalens signalisiert wurde: Es geht erst einmal nicht mehr weiter, der Spielbetrieb muss eingestellt werden. Doch auch nach bald einem Vierteljahr im "Fußball-Lockdown", durch den sich viele unterklassige Klubs und Spieler mit individuellen Trainingsprogrammen und -plänen durchkämpfen, sieht es erst einmal so aus, als sei das Warten der Hobby- und Jugendfußballerinnen und -fußballer noch nicht zu Ende.


Zumindest tut sich Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) schwer, den Vereinen klare Zusicherungen zu machen. Wie auch, bei der Ungewissheit, die angesichts des Corona-Infektionsgeschehens bei Weitem nicht nur im Sport herrscht. "Ich möchte Vereinen und Aktiven keine falschen Hoffnungen machen. Deswegen sollten wir nicht damit rechnen, dass schon Februar wieder trainiert oder gespielt werden kann", beteuert Schnieders in einem Interview auf der verbandseigenen Homepage mit Blick auf die jüngsten Maßnahmen des Bundes und der Länder, die die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens zum 31. Januar vorsehen.

Zum jetzigen Zeitpunkt etwaige Mutmaßungen oder Spekulationen bezüglich des weiteren Verlaufs der Saison an die Öffentlichkeit zu tragen, sei laut dem Vizepräsidenten "Kaffeesatzleserei und absolut unseriös". Denn niemand wisse, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird.

Schnieders: "Gremien entwickeln Modelle für verschiedene Zeitpunkte der Wiederaufnahme"

Von den Vereinen, die dem FLVW angehören, wünscht Schnieders sich aktuell etwas mehr Gelassenheit. "Leider muss ich feststellen, dass der Ton bisweilen rauer und Forderungen und Kritik vereinzelt lauter werden. Deswegen an dieser Stelle noch einmal: Wir alle wünschen uns Normalität zurück. Im Alltag wie im Sport. Im Frühjahr haben sich die Vereine sehr solidarisch und rücksichtsvoll gezeigt. Das wünsche ich mir zurück", erklärt er und betont zudem, dass, sobald ein Re-Start-Termin absehbar sei, wieder mittels Videokonferenzen auf die Vereine zugegangen werde.


Wie am Niederrhein gilt auch in Westfalen: Schon vor der Saison wurde beschlossen, dass die Ligen bei Absolvierung von 50 Prozent aller Spiele gewertet werden. Dies soll möglichst so geschehen, dass jeder Verein einmal gegen jeden Verein gespielt hat. Anders als im Fußballverband Niederrhein (FVN) geplant, der wohl beabsichtigt, die Vorlaufzeit bis zum Wiederbeginn des Spielbetriebs von zwei auf vier Wochen zu erhöhen, spricht sich der FLVW aktuell noch für zwei Wochen aus. "Das ist angesichts der langen Pause sehr wenig, dessen sind wir uns bewusst. Ich gehe aber davon aus, dass die Trainer ihren Spielern zumindest in den überkreislichen Ligen Trainingspläne für ein individuelles Training mitgegeben haben, sodass die persönliche Fitness halbwegs gewährleistet ist", wird Schnieders auf der Homepage zitiert.

Dass Individualtraining ein Mannschaftstraining nicht ersetzt, sei ihm bewusst, jedoch hätten alle Teams die gleichen Voraussetzungen. Allerdings schließt Schnieders auch eine stufenweise Rückkehr in den Trainingsbetrieb, wie es gemeinhin nach dem ersten Corona-Lockdown im vergangenen März praktiziert worden war, nicht aus. "Das würde die Vorbereitungszeit natürlich wieder verlängern", weiß der Vizepräsident.

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07.01.2021 - 17:05 - 76

Das der Ton rauher wird, ist schon zwangsläufig und kaum zu vermeiden. Das beschäftigt uns jetzt 10 Monate und den politisch Verantwortlichen fällt nichts ein ausser pauschale Verbote und Schließungen.
Im Sommer waren Freiluft-Sportanlagen und anderes über Monate mit Kapazitätsgrenzen geöffnet. Es wurde gespielt und trainiert. Die Infektionszahlen blieben trotzdem niedrig. Warum soll das jetzt ein Risiko sein, draussen Sport zu treiben?
Die Schweizer lassen trotz verschärfter Maßnahmen die Skipisten auf mit der Begründung, dass es Aktivität an der frischen Luft sei. Wenn man das verbiete, könne man auch gleich das Joggen im Park verbieten. Eine absolut nachvollziehbare Begründung wie ich finde.
Maßnahmen sollten nachvollziehbar sein und das sind viele der pauschalen Verbote und Schließungen nicht.
Ein Zoo, nehmen wir den in Krefeld, sieht genauso aus, wie der angrenzende Stadtpark. Nur eben mit Tiergehegen. Im Stadtpark darf man joggen, spazieren, Rad fahren. Der Zoo ist geschlossen. Warum???

07.01.2021 - 16:54 - Lackschuh

Fitness allgemein und Wettkampf-Fitness sind unterschiedliche Schuhe....2 Wochen geht und reicht nach der Pause für mein Empfinden absolut nicht!

Ja, die Ungeduld mag sich über härtere Worte zeigen und das gilt nicht nur beim Sportverbot....auch im Alltag der Tagesabläufe kostet Corona mittlerweile so einiges und da kann hinsichtlich "Lautstärke ect." auch noch einiges kommen! Bei und mit Corona ist mir zu viel falsch gelaufen und das kostet nun Nerven, Wut....Geld!