06.11.2018

KFC

Fan Krämer hat Verständnis für Proteste in Osnabrück

Foto: privat

Die Proteste der aktiven Uerdinger und Osnabrücker Fanszene gegen Montagsspiele sorgten nicht nur für einige Minuten an Nachspielzeit in Hälfte eins, sondern auch für großes Unverständnis vieler Fans an der Bremer Brücke. Nicht so für KFC-Trainer Stefan Krämer.


Trillerpfeifen, Tennisbälle und zahlreiche Transparente gegen die neuen Spielansetzungen in der 3. Liga. Beide Fanlager ließen sich in Bezug auf ihren Unmut gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten beim ersten Drittliga-Montagsspiel ihres Klubs so einiges einfallen. Dass es dabei zu einigen Unterbrechungen kam, nervte viele ältere Osnabrück-Anhänger auf der Haupttribüne, mal abgesehen vom ersten Vorfall ging Uerdingen-Trainer Stefan Krämer hingegen relativ locker mit den Vorfällen um: „Die erste Unterbrechung vor unserer Ecke fand ich nicht so gut, weil dann so ein bisschen der Rhythmus weg war.“

Insgesamt hatte der 51-Jährige aber durchaus Verständnis für den Stimmungsboykott beider Ultragruppierungen. „Mir ist es lieber, wenn Tennisbälle auf den Rasen fliegen, als irgendwelche Pyros. Spielunterbrechungen von außen zu provozieren finde ich nicht so cool, aber ich kann die Fans in ihrer Ablehnung gegenüber der Montagsspiele schon verstehen“, gab Krämer verständnisvoll zu und spielte dabei vor allem auf die weiteren Auswärtsfahrten der Fans an. Nur wenige hundert Uerdingen-Anhänger folgten ihrem Team zum Spitzenspiel nach Osnabrück. „Der Gästeblock wäre sicherlich voll gewesen, wenn es ein normales Wochenendspiel gewesen wäre“, war sich der 51-Jährige sicher.

Und Stefan Krämer outete sich nach der 1:2-Niederlage seines Teams sogar selber als „Fan des Sports“ und fügte hinzu: „Wenn ich kein Trainer wäre, würde ich auch samstags ins Stadion gehen und fände Montagsspiele auch doof“, sagte der Mann, der sich in seiner nun fast achtmonatigen Zeit beim KFC Uerdingen nicht nur voll und ganz mit dem Klub, sondern auch mit den eigenen Fans identifiziert hat. Krämer bleibt also nur zu wünschen, dass er seine Fans künftig mit solchen Aussagen nicht mehr nur menschlich, sondern auch sportlich wieder glücklich machen kann.


Autor: Fabian Kleintges-Topoll

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