01.11.2018

Duisburg

Facebook-Hype nach Kreisliga-Derby

Foto: firo

 Schiedsrichter Jonah Besong wurde von einem Kamerateam des WDR begleitet. Jetzt will er in die Bundesliga.

Beim Kreisliga-Derby zwischen der GSG Duisburg und dem SV Wanheim 1900 geht es auf dem Platz ordentlich zur Sache. Mittendrin: Schiedsrichter Jonah Besong.


Dass er einen guten Job an der Pfeife macht, haben inzwischen etliche Menschen in ganz Deutschland gesehen. Beim hitzigen Duell wurde Jonah Besong nämlich von einem Kamerateam des WDR-Fernsehens für die Sendung Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs begleitet.

Jonah Besong, Ihren Auftritt bei Arnd Zeigler haben ziemlich viele Leute verfolgt. Wie kommen Sie mit dem plötzlichen Ruhm klar?
Jonah Besong: (lacht) Na ja, im Alltag merkt man das nicht. Es ist ja nicht so, dass ich ständig darauf angesprochen werde. Aber nach der Ausstrahlung hatte ich schon viele Nachrichten auf meinem Handy und die meisten Kommentare auf Facebook von Menschen in ganz Deutschland waren auch positiv. Das hat mich sehr gefreut und ist eine schöne Bestätigung für mich als Schiedsrichter, denn in der Regel werden wir ja nicht so gut bewertet. Das ist ein toller Ansporn, so weiter zu machen.

Sie kommen in dem Beitrag recht cool rüber. Waren Sie es auch während des Drehs?
Vorher war ich schon ein wenig nervös, aber wenn du dann auf dem Platz stehst, ist das vorbei.  Dann konzentrierst du dich auf deine Aufgabe und versuchst diese möglichst gut zu machen. Das ist ja bei den Spielern nicht anders. Die Entstehung des Films hatte übrigens einen langen Vorlauf, denn die Redaktion von Zeigler hatte schon Anfang des Jahres beim FVN angefragt, welcher Schiedsrichter sich für einen solchen Dreh anbieten würde. Boris Guzijan, der stellvertretende Vorsitzende im Verbandsschiedsrichter-Ausschuss, hatte mich dann angesprochen und ich hatte Lust darauf. 

Das Spiel hatte es ja in sich, Sie mussten zwei Rote und acht Gelbe Karten verteilen, außerdem gab es einen Elfmeter. Warum wird ausgerechnet ein erst 20-Jähriger zu solch einem schwierigen Spiel angesetzt?
Ich denke, dass ich mich in den letzten Jahren durch gute Schiedsrichter-Leistungen empfohlen und beim Kreisschiedsrichter-Ausschuss das nötige Vertrauen erlangt habe. Ich pfeife ja schon in der Landesliga und bringe trotz meiner recht jungen Jahre schon eine gewisse Erfahrung als Spielleiter mit. Aber natürlich gab es auch mal, als ich noch 18 war und mein erstes Spiel bei den Senioren gepfiffen habe, Sprüche wie: ‘Wie alt bist du denn?’

In den Film sagen Sie, dass Sie in die Bundesliga wollen. Ist das realistisch?
Das wird man sehen. Wenn ich in dieser Saison gut pfeife und die entsprechenden Bewertungen erhalte, steige ich als Schiedsrichter in die Oberliga auf. Der nächste Schritt wäre dann schon die Regionalliga, womit ich dann auf DFB-Ebene angekommen wäre. Das ist mein Traum, mit dem DFB-Logo auf der Brust Spiele zu leiten. Auf dem Weg dahin, muss ich viele kleine Schritte gehen, das ist mein Ziel. hb

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken