Aus der Regionalliga in die Premiership

Ex-Engelmann-Sturmpartner lebt Schottland-Traum

13. November 2020, 20:45 Uhr
Lars Lokotsch (Bildmitte) war in der Regionalliga West auch von zwei Gegenspielern nur schwer zu halten. Foto: Thorsten Tillmann

Lars Lokotsch (Bildmitte) war in der Regionalliga West auch von zwei Gegenspielern nur schwer zu halten. Foto: Thorsten Tillmann

Aus der Regionalliga West in die schottische Premiership: Diesen Weg ist im August 2020 der ehemalige Sturmpartner von Rot-Weiss Essens Simon Engelmann gegangen. RevierSport hat mit ihm über seinen Karriere-Aufstieg gesprochen.

Die Regionalliga-West-Meistermannschaft des SV Rödinghausen brach im Sommer 2020 auseinander. Nahezu alle Leistungsträger, inklusive Trainer Enrico Maaßen (Borussia Dortmund II), verließen den Wiehen. Sie heuerten bei höherklassigen oder, aus ihrer Sicht, attraktiveren Klubs an, so wie  zum Beispiel Franz Pfanne (BVB II), Simon Engelmann und Felix Backszat (beide Rot-Weiss Essen) oder Omar Haktab Traore (KFC Uerdingen).

Einen ganz besonderen Weg ging Lars Lokotsch. Der ehemalige Sturmpartner von Torjäger Simon Engelmann wechselte ins Ausland. Der 24-Jährige unterschrieb Ende August 2020 einen Zweijahresvertrag beim schottischen Premiership-Vertreter FC Livingston. 

Wie kommt es dazu, dass ein deutscher Viertliga-Stürmer in die erste schottische Liga wechselt? Lokotsch erklärt es gegenüber RevierSport: "(lacht) Ich glaube auch nicht, dass schottische Vereine in der Regionalliga West scouten. Dank der Spieleragentur Wassermann und deren Kontakte, durfte ich jedoch ein Probetraining in Livingston absolvieren", sagt er und erzählt: "Sie haben mich auf Videosequenzen gesehen und für gut empfunden. Im Training konnte ich die Eindrücke bestätigen und die Trainer überzeugen. Es hat mich unheimlich gefreut, dass das geklappt hat."

Leihgeschäft mit Raith Rovers

Der 1,90 Meter groß gewachsene Angreifer fühlt sich beim FC Livingston pudelwohl. Vier Spiele bestritt er für den Klub, bevor er vor knapp zwei Wochen bis Mitte Januar an die Raith Rovers, einem Championship-Klub (schottisches Fußball-Unterhaus), verliehen wurde. 

"Für mich ist es in erster Linie wichtig, dass ich Spielpraxis sammle. Der Lockdown in Deutschland erfolgte ja Mitte März. Danach habe ich fast fünf Monate kein Meisterschaftsspiel bestritten, bevor ich in Livingston unterschrieb. Ich brauche einfach die Spiele und die bekomme ich bei den Raith Rovers", sagt Lokotsch. Die ersten beiden Partien bestritt er für den Tabellenführer der 2. Liga über die volle Distanz.

Lokotsch: "Ich habe immer an mich geglaubt"

Der Karriere-Weg des Mannes aus dem Rhein-Sieg-Kreis - Lokotsch ist in Bad Honnef geboren - ist ein besonderer. Einst begann seine Laufbahn in der Landesliga beim FV Bad Honnef und TuS 05 Oberpleis. "Ich wollte einfach nur mit meinen Kumpels kicken. Aber ich habe auch schnell gemerkt, dass ich es relativ drauf habe und fortan war die Regionalliga schon ein Ziel. Ich habe immer an mich geglaubt, sehr hart und viel dafür gearbeitet, dass ich jetzt hier bin. Dass es dann so schnell gehen würde, hätte ich auch nicht gedacht", erzählt Lokotsch.

Nach nur wenigen Landesliga-Begegnungen klopfte Regionalligist Bonner SC an. Lokotsch folgte dem Lockruf aus der ehemaligen Bundeshauptstadt. Über Bonn und den TV Herkenrath führte sein Weg schließlich zum SV Rödinghausen. Am Ende sollten 81 Regionalliga-Spiele und 22 Tore zu Buche stehen - bis Livingston sich meldete und Lokotsch den nächsten Karriere-Schritt ebnete.

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14.11.2020 - 06:44 - Anton Leopold

Na da wird sich die Agentur Wassermann aber freuen!