Florian Brügmann spielte für den VfL Bochum und den MSV Duisburg. Im Januar wechselte der 29-Jährige zu Energie Cottbus. In einem Interview äußerte er sich zur Corona-Pandemie.

3. Liga

Ex-Duisburger über Egoismus im Profifußball

Justus Heinisch
18. April 2020, 15:16 Uhr
Florian Brügmann im Dress des MSV Duisburg. Inzwischen spielt er bei Energie Cottbus. Foto: firo

Florian Brügmann im Dress des MSV Duisburg. Inzwischen spielt er bei Energie Cottbus. Foto: firo

Florian Brügmann spielte für den VfL Bochum und den MSV Duisburg. Im Januar wechselte der 29-Jährige zu Energie Cottbus. In einem Interview äußerte er sich zur Corona-Pandemie.

Florian Brügmann ist im Ruhrgebiet kein Unbekannter. Er ging 2012 vom Hamburger SV zum VfL Bochum. Sieben Jahre später wechselte er von Carl Zeiss Jena zum MSV Duisburg. Die Zebras verließ der Verteidiger im vergangenen Januar nach nur einem halben Jahr in Richtung Energie Cottbus.

In einem Interview beim Portal "Sportbuzzer" äußerte er sich zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie im Fußball. Es sei eine "komische Situation", sagte Brügmann dort. Im Fußball weiß bekanntlich keiner, wann und wie es weitergeht. Brügmann ist jedenfalls froh, dass er genau das nicht beurteilen muss. "Am Ende entscheiden wir das nicht, sondern die Verbände. In deren Haut möchte ich nicht stecken. Denn egal was sie entscheiden: Es wird immer Leute geben, die es falsch finden", so der 29-Jährige.

So viel steht fest: Einen Abbruch der Saison könnte Brügmann wohl nicht akzeptieren. Mit Energie Cottbus spielt er um die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost. Und auch sein Ex-Verein Duisburg steckt im Aufstiegsrennen, führt derzeit die 3. Liga an. "Die stehen die gesamte Saison vorn und sollen am Ende nicht aufsteigen?", so Brügmann über die Lage für den MSV. "Auf der anderen Seite plädieren Vereine für den Saisonabbruch, damit sie so die Chance auf den Klassenerhalt haben. Das wäre falsch. Auch in der Krise herrscht im Fußball weiter der Egoismus."

Gesundheit steht für Brügmann im Vordergrund

Für ihn steht ohnehin die Gesundheit im Vordergrund. Dem Modell, die Saison im Herbst fortzuführen und im Kalenderjahr 2021 die neue Spielzeit zu beginnen, kann er etwas abgewinnen: "Je später es wieder losgeht, desto geringer ist die Gefahr für die Gesundheit. Wenn ich wählen könnte, wäre das wohl die sinnvollste Variante. Auch wenn es wahrscheinlich nicht umsetzbar ist, weil Transferfristen und ähnliche Dinge dranhängen."

Brügmann schaut auch mit Sorge auf die finanziellen Auswirkungen der Pandemie. "Ich glaube, dass viele Vereine in Deutschland finanzielle Probleme bekommen oder schon haben. Ab der 3. Liga sind alle Vereine vor allem von den Zuschauereinnahmen und den Einnahmen rund um die Spieltage abhängig", so der gebürtige Hamburger. "Was wird aus diesen Klubs? Oder aus Spielern, dessen Verträge im Sommer auslaufen? Normalerweise wäre aktuell die heiße Scouting-Phase. Die Klubs und die Spieler können nicht planen, weil niemand weiß, ob es Geld für einen neuen Vertrag gibt."

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