RWE

Essen will Wiedergutmachung in Verl

Marlon Irlbacher
12. September 2018, 20:47 Uhr

Foto: Christof Köpsel

Am Freitag in Verl fordert Trainer Neitzel nach der Heimniederlage eine Reaktion, doch die Personaldecke wird immer dünner.

Natürlich war die Enttäuschung bei den Rot-Weissen am vergangenen Samstag nach dem Schlusspfiff riesig. Die Erfolgsserie war mit der 2:3-Heimniederlage gegen den Aufsteiger SV Lippstadt gerissen, zu allem Überfluss hatte Kapitän Benjamin Baier auch noch die Ausgleichschance kurz vor dem Ende vom Elfmeterpunkt aus vergeben. „Wir können jetzt leiden oder die positiven Dinge aus diesem Spiel ziehen“, sagt RWE-Trainer Karsten Neitzel mit etwas Abstand. Er sei überzeugt, „dass die Niederlage raus ist aus den Kleidern. Jetzt müssen wir den Konter setzen“.


Allerdings ist die Aufgabe am Freitag (19 Uhr, Poststraße) beim SC Verl mit Sicherheit keine leichte, das bekamen die Essener in der Vergangenheit schon häufiger zu spüren. Doch Kevin Grund hatte nach dem Lippstadt-Spiel direkt wieder in den Kampfmodus geschaltet: „Dann holen wir uns eben die Punkte in Verl wieder“, sagte er selbstbewusst. „Wir haben ‘ne geile Truppe, uns wirft nichts um.“ Und zur mentalen Stabilität könnte ja auch beigetragen haben, dass die Konkurrenz in der oberen Tabellenregion ebenfalls Federn gelassen hatte, so dass RWE Tabellenführer geblieben ist.

Nachwirkungen sind aber dennoch spürbar. Nach der Roten Karte gegen Kai Pröger wegen groben Foulspiels ist das Strafmaß zwar noch nicht festgelegt, aber Fakt ist, dass der Angreifer am Freitag gesperrt ist. „Wir haben bis jetzt nicht geklagt, aber allmählich wird’s schon eng“, weiß Neitzel, denn in der Offensive fallen ja auch Marcel Platzek, David Jansen, Cedric Harenbrock und Kevin Freiberger aus. Und das sind nun wahrlich nicht nur Ergänzungsspieler. Pröger, Platzek und Freiberger standen immerhin am ersten Spieltag dieser Saison in Rödinghausen in der Startelf.

Wirtz oder Remmo im Angriff

Freiberger ist nach seinem Kreuzbandriss überhaupt noch kein Thema, bei Jansen (Achillessehne) ist der Heilungsprozess nach wie vor schwer einzuschätzen. Bei Platzek (Haarriss im Mittelfuß) endet die Ruhigstellung am kommenden Montag, dann folgt das MRT zur Kontrolle. Ist alles okay, wird es vermutlich weitere zwei, drei Wochen dauern, bis der Torjäger wieder eingreifen kann.

Cedrik Harenbrock, der sich im April das Kreuzband gerissen hat, absolvierte Anfang dieser Woche erstmals wieder auf dem Rasen eine individuelle Trainingseinheit. Aber es wir Wochen vergehen, bis er mit der Mannschaft trainieren kann. Dort ist immerhin Torwart Marcel Lenz wieder angekommen.

Viele Alternativen hat Trainer Neitzel also nicht mehr. Im Angriffszentrum wird in Verl höchstwahrscheinlich Enzo Wirtz den Vorzug vor Ismail Remmo bekommen. Der Rest stellt sich, wie man so schön sagt, fast von selbst auf.
Aber die Rot-Weissen haben gegen Lippstadt bewiesen, wozu sie auch in Unterzahl fähig sind. Die Moral ist intakt und spielerisch lief es in der zweiten Hälfte auch ordentlich, so dass sich ihnen einige Chancen boten. Die Essener gingen dabei jedoch ein hohes Risiko, was auch nicht immer funktioniert.

In Ostwestfalen jedenfalls gilt es wahrscheinlich wieder, dicke Bretter zu bohren. „Die Verler spielen ungemein diszipliniert und leidenschaftlich gegen den Ball“, weiß Karsten Neitzel. Der Gastgeber hat erst fünf Gegentore kassiert, die Zweitwenigsten in der Liga. Und Verl ist als einziges Team noch ungeschlagen (zwei Siege, fünf Unentschieden). Aber jede Serie geht irgendwann einmal zu Ende.

Autor: Rolf Hantel

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Kommentieren

13.09.2018 - 16:03 - Baby

F51: sich über die optik des spieler lächerlich machen find ich allerdings ziemlich erbärmlich und armseelig.

13.09.2018 - 12:59 - Unholt

Frankiboy51
Ach Franki... Bisher hat er nur 2 der 17 Tore geschossen. Ein Ausfall von Heber ist für mich schlimmer, weil er hinten stark steht und ein super Spielaufbau betreibt. Eventuell legt man ja offensiv noch einmal nach.

fan2001FBU
Wir sind nicht überheblich. Wir träumen nur gerne. :-) Wenn eine Mannschaft mit 3-4 hochkarätigen Ausfällen im Sturm 17 Tore schießt, kann sie nicht so schlecht sein. Vielleicht ist es aber auch am Ende nicht wichtig, wie stark der Kader an Einzelspielern besetzt ist, sondern wie stark das Mannschaftsgefüge funktioniert.

Lasst uns träumen... Wir hatten in den letzten Jahren wenig Spaß.

13.09.2018 - 11:16 - Frankiboy51

Babyface wird euch dann aber einen Monat lang nicht helfen können.

13.09.2018 - 11:13 - fan2001FBU

Ich glaube Verl holt den ersten Saisonsieg gegen Essen. RWE wird überwertet und die eigenen Fans sind überheblich.

13.09.2018 - 10:49 - Bahnschranke

Sehe ich auch so ... Lippstadt war kein schlechtes Spiel und all das was da passiert ist, macht uns nur stärker. Gegen Verl wird es eine Trotzreaktion geben und ich bin mir sicher, dass wir Verl überrennen. Das soll nicht arrogant klingen, aber ich bin mir extrem sicher, dass wir durch die Saison marschieren....
Wir brauchen nur unsere Hausaufgaben machen, sprich auf uns schauen. Wir werden im Zweikampf mit der Viktoria die Saison beschreiten und am Ende entscheiden dann die Kleinigkeiten. Vielleicht haben die direkten Duelle mit Köln Final-Charakter, auf Glück brauchen wir aber dieses Jahr nicht setzen. Wir sind einfach gut.

13.09.2018 - 09:23 - westkurver

Gegen Verl gibt es keinen Spaziergang in der Regio. Daran hat sich RWE doch gewöhnt. Verl hatte aber noch keine Gelegenheit den RWE dieser Saison auszuprobieren. War die Enttäuschung nach der Niederlage gegen Lippstadt denn so groß? Für mich nicht. Und ich habe das Team 18/19 auch nicht im Verdacht in Verl als Klotschengarde aufzutreten, sondern direkt da weiter zu machen, wo das Spiel gegen Lippstadt geendet hat. Egal wer auf dem Platz steht. Wir sind einfach verhältnismäßig gut im Augenblick!
Nur der RWE!