Landesliga Westfalen 3

Erler SV: Scholz blickt bereits in Richtung nächster Saison

Kai Fedrau
25. Dezember 2020, 09:00 Uhr
Foto: Oliver Mengedoht

Foto: Oliver Mengedoht

Der Erler SV steht in der Landesliga Westfalen 3 knapp vor den Abstiegsrängen. Trainer Hartmut Scholz hofft auf die baldige Rückkehrt zum Fußball – bezweifelt jedoch eine Saisonfortsetzung.

Nach über zehn Jahren schnuppert der Erler SV wieder Landesliga-Luft. Der Aufsteiger aus Gelsenkirchen überwintert mit sechs Punkten knapp vor den Abstiegsrängen auf Platz 14 der Landesliga Westfalen 3.

Aufgrund der verstärkten Corona-Krise befürchtet Trainer Hartmut Scholz derweil, dass die Saison nicht mehr zu Ende gespielt wird. Während der langen Fußballpause sei es außerdem schwierig, „die Spieler bei Laune zu halten“, erklärt er Im RevierSport-Interview.

Hartmut Scholz, die Saison wurde erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?
Das war mit Sicherheit der Sieg gegen SSV Buer, als wir kurz vor Schluss mit 2:1 gewonnen haben. Im Derby wurde nach unserem Freistoßtor am Ende vom Schiedsrichter erst gar nicht wieder angepfiffen. Grundsätzlich haben wir aber leider auch viele Punkte liegen gelassen, vor allem am Anfang der Saison ist teilweise unsere gesamte Viererkette verletzungsbedingt ausgefallen. Da wäre in einigen Spielen deutlich mehr drin gewesen.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Dass man wieder geregelt und ohne Konzepte oder Beschränkungen Fußball spielen kann. Das bezieht sich aber auch auf das gesamte Privatleben, nicht nur auf den Fußball. Leider bezweifle ich aber, dass dies nächstes Jahr schon der Fall sein wird. Um ehrlich zu sein, glaube ich auch nicht, dass diese Saison überhaupt noch fortgesetzt wird.

Als Landesligist spielen Sie Amateurfußball. Wie fußballverrückt sind Sie da und wie erleben Sie zudem diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Es ist schwierig, die Spieler bei Laune zu halten. Wir haben zwar unsere Lauf-App und die Jungs gehen dreimal die Woche laufen, aber irgendwann verlieren sie die Lust. Das kann ich gut verstehen, schließlich arbeiten wir momentan auf kein Ziel hin. Für mich ist diese Pause ebenfalls gewöhnungsbedürftig, aber die Gesundheit der Leute geht einfach vor. Gerade der Amateurfußball muss da hintenanstehen.


Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist oder schadet die Corona-Krise dem Fußball allgemein?
Mit Sicherheit wird diese Krise dem Amateursport im Allgemeinen schaden – vor allem im Jugendbereich. Viele Jugendliche konnten sich schon nach der ersten Pause nicht aufraffen, da denke ich, dass es jetzt nicht leichter wird. Im Jugendbereich befürchte ich also keine rosigen Zeiten. Bei den Senioren denke ich schon eher, dass sie dabei sein werden. Ich selbst genieße ein wenig die Ruhe, aber natürlich kann ich nicht ganz vom Fußball abschalten. Mit dem Vorstand plane ich bereits die nächste Saison und schaue nach Verstärkungen. Auch wenn es schwer ist, versucht man da weiterhin die Kontakte zu pflegen und sich weiter umzuschauen. 

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