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Enttäuschungen, Comebacks und Entdeckungen der Saison 20/21

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Es war eine Saison zum Vergessen für Alemannia Aachen.
Foto: Thorsten Tillmann

Die neunte Saison der seit 2012/13 neu ausgerichteten Regionalliga West neigt sich dem Ende entgegen. Ein Rückblick auf die Auffälligkeiten 2020/21.

Die alles entscheidende Frage in der Regionalliga West ist noch nicht geklärt - erst am Samstag, allerspätestens jedoch [article=523179]in einem etwaigen Entscheidungsspiel[/article] bei Punkt-, und absoluter Torgleichheit wird sich entscheiden, wer von den beiden ewigen Konkurrenten an der Tabellenspitze, Borussia Dortmund II oder Rot-Weiss Essen, in die 3. Liga aufsteigt. Die Abstiegsfrage hingegen ist seit Dienstagabend beantwortet, der SV Bergisch Gladbach wird nach zweijähriger Ligazugehörigkeit in der kommenden Saison wieder in der Mittelrheinliga spielen. Doch natürlich gibt es noch einige andere Mannschaften in der Mammut-Liga, die in der bald abgelaufenen Saison auffallende Entwicklungen, brutale Enttäuschungen oder erfreuliche Ereignisse durchlebt haben.

Enttäuschung der Saison: Eindeutig Alemannia Aachen. Die Mannschaft vom Dreiländereck wurde bereits nach zwei Spieltagen im September vom Corona-Virus heimgesucht und musste einige Wochen in Quarantäne. Auffallend frisch präsentierten sich die Kaiserstädter im Anschluss, eilten kurzzeitig von Sieg zu Sieg und waren in der Tabelle aufgrund der wenigen Spiele die große Unbekannte - bis die Saison langsam aber sicher den Bach runter ging. Querelen mit dem damaligen Trainer Stefan Vollmerhausen, der offenbar in breiten Mannschaftsteilen keine Unterstützung mehr fand, der Abschied von Sportdirektor Thomas Hengen und eine sportliche Talfahrt kennzeichneten den weiteren Verlauf der Spielzeit. Nach der Trennung von Vollmerhausen übernahm dessen Co-Trainer Kristoffer Andersen gemeinsam mit Dietmar Bozek das Ruder an der Seitenlinie - die Wende blieb aus. Ein unsägliches Verletzungspech - kaum ein Spiel verging, ohne dass ein Aachener Spieler verletzt ausgewechselt werden musste -, unzureichende Mentalität im Kader und der verpasste Gewinn des Mittelrheinpokals, der die verkorkste Saison zumindest etwas hätte retten können, runden ein Jahr zum Vergessen für die Alemannia ab.

Überraschung der Saison: Hier sind Fortuna Düsseldorf II und der SC Wiedenbrück zu nennen. Die "Zwote" begeisterte nach mittelmäßigen Platzierungen in den letzten Spielzeiten vor allem in der Hinrunde mit einer unbekümmerten Spielweise und stellt vor dem letzten Spieltag die fünftbeste Offensive der Liga. Zu verdanken ist dies allen voran Torjäger Steffen Meuer, der allein 14 Tore für die Elf von Trainer Nico Michaty erzielte. Nach Platz vier in der Hinrundentabelle folgten zum Ende der Saison eine zweiwöchige Quarantänepause und ein kleiner Einbruch - nichtsdestotrotz ist an Abgängen wie Timo Bornemann, Felix Könighaus oder Vincent Schaub zu sehen, welche Begehrlichkeiten die Leistungen des Teams in dieser Serie geweckt haben.

Ähnlich überraschend ist das Abschneiden der Wiedenbrücker, die sich als Aufsteiger bereits vorzeitig aus dem Abstiegskampf verabschiedeten und allen voran mit guten Ergebnissen gegen die Topteams der Liga auffielen. So rangen die Ostwestfalen beispielsweise Rot-Weiss Essen gleich zweimal ein Remis ab, auch Borussia Dortmund II musste sich in der Rückrunde mit einem Unentschieden begnügen. Zudem punktete die Elf von Trainer Daniel Brinkmann stets gegen die Teams aus dem unteren Tabellendrittel, allen voran gegen die lange abstiegsgefährdeten Bonner SC und VfB Homberg oder gegen Absteiger Bergisch Gladbach.

Comeback der Saison: Auch hier werden jedem Verfolger der Regionalliga West in erster Linie zwei Teams in den Sinn kommen - Rot-Weiß Oberhausen und der Wuppertaler SV. Während sich die Kleeblätter nach dem Trainerwechsel von Dimitrios Pappas zu Mike Terranova merklich stabilisierten - nach dem siebten Spieltag hatte RWO gerade einmal vier Punkte auf dem Konto - und allen voran durch einen wiedererstarkten Sven Kreyer ihren Weg in die oberen Tabellengefilde fanden, befand sich der WSV nach der Hinrunde am Abgrund. Mit nur 16 Zählern aus 19 Spielen und Platz 18 sah es düster aus für die Rot-Blauen. Doch Anfang Dezember kam Björn Mehnert - der den WSV nach kurzen Startschwierigkeiten regelrecht aus dem Keller herauskatapultierte. Ein Punkteschnitt von 1,85 des 44-Jährigen, Platz vier in der Rückrundentabelle, eine Siegesserie von nun wettbewerbsübergreifend fünf Spielen und als Krönung der Gewinn des Niederrheinpokals sprechen eine deutliche Sprache - der Wuppertaler SV ist der Comebacker der Saison 2020/21.

Entdeckung der Saison: Mit Blick auf die Spielerkader der Vereine fällt ein Name besonders auf: Serhat Koruk. Trotz des Abstiegs seines SV Bergisch Gladbach erzielte der Mittelstürmer vor dem letzten Spieltag ganze 20 Tore in 38 Spielen und damit fast zwei Drittel aller Treffer seines Teams. Für "El Turco", wie er genannt wird, bedeutet dies Platz drei der Torschützenliste hinter Simon Engelmann (28 Tore) und Steffen Tigges (21). Ein Wert, der Begehrlichkeiten geweckt hat. Bereits Anfang April [article=518051]im RevierSport-Interview[/article] erzählte Koruk, dass auch die 3. Liga auf lange Sicht nicht sein Ziel sei und er ganz oben in Deutschland angreifen wolle.[article=522540] Nach RS-Infos ist die Zukunft des Torjägers noch nicht final geklärt, jedoch gab er zuletzt dem Drittliga-Absteiger SV Meppen einen Korb.[/article]

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