Nachdem ein Spieler von Viktoria Wehofen in der Duisburger Kreisliga B nach der Partie beim 1. FC Hagenshof so übel zusammengeschlagen wurde, dass er auf der Intensivstation landete, denkt der Hagenshof-Vorsitzende offenbar über eine Auflösung des Vereins nach. 

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Duisburger Kreisliga-Kicker verprügelt - Verein denkt an Auflösung

25. September 2019, 10:32 Uhr

Foto: Viktoria Wehofen

Nachdem ein Spieler von Viktoria Wehofen in der Duisburger Kreisliga B nach der Partie beim 1. FC Hagenshof so übel zusammengeschlagen wurde, dass er auf der Intensivstation landete, denkt der Hagenshof-Vorsitzende offenbar über eine Auflösung des Vereins nach. 

Acht Stunden lang war Ousmane C., ein 26-jähriger Mann aus Guinea, bewusstlos, nachdem er am vergangenen Sonntag nach dem Kreisliga-Spiel zwischen Hagenshof und Wehofen verprügelt wurde. Wehofens Trainer Ralf Plincner sprach schon am Dienstag davon, dass "unsere dunkelhäutigen Spieler gezielt verfolgt wurden", als es nach dem Spiel zu Jagdszenen auf dem Platz kam. Ousmane C. musste aufgrund eines Kieferbruchs am Montag operiert werden.


Schon während des Spiels soll es zu rassistischen Kommentatoren von Heim-Zuschauern gegen Wehofen gekommen sein. Eine Geste eines Wehofener Spielers sorgte schließlich für die Tumulte nach dem Spiel. Während Plincner davon sprach, dass der Spieler lediglich seine Zeigefinger in den Himmel gestreckt hatte, haben das die Verantwortlichen vom 1. FC Hagenshof anders gesehen. Vielmehr sollen es zwei ausgestreckte Mittelfinger gewesen sein. "Ich habe das selbst gesehen und so hat es der Schiedsrichter auch im Spielbericht vermerkt", sagte Frank Blom, seit 30 Jahren Vorsitzender beim 1. FC Hagenshof, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Auch Hagenshof hat viele Spieler mit Migrationshintergrund

Was danach allerdings auf dem Platz geschah - insbesondere mit Ousmane C. - sei nach Aussage Bloms allerdings selbstverständlich nicht zu tolerieren. "Es tut mir für den Jungen sehr leid", so Blom. "Ich werde mich mit Wehofen in Verbindung setzen und fragen, ob wir irgendwie helfen können", heißt es in der WAZ.


Wer genau dafür verantwortlich war, dass der Guineer so schwer verletzt wurde, wisse Blom nach eigener Aussage bisher noch nicht. Allerdings wolle er seine Mannschaft am Mittwochabend jedoch zur Rede stellen und auch zu den Rassismus-Vorwürfen befragen. "Ich habe so etwas selbst nicht gehört. Wir haben selber viele Spieler mit Migrationshintergrund - aus Rumänien, Kasachstan, Russland, Polen, der Türkei und auch aus Guinea, leisten über viele Jahre Integrationsarbeit. Da würden wir uns doch selbst beleidigen", sagte der Vorsitzende.

Nichtsdestotrotz beschäftige ihn der schwere Vorfall derart, dass er noch gar nicht wisse, ob es sich lohne, weiterzumachen. Wie die WAZ berichtet, denkt Blom tatsächlich darüber nach, den Verein ganz aufzulösen.

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25.09.2019 - 15:40 - lapofgods

"Aber 90 % aller Gewalttäter sind dann Ausländer. Aber das sind dann keine Belgier, Schweden oder Japaner sondern vorwiegend Türken, Nordafrikaner, Slawen."

Diese Statistik würde ich ja mal echt gerne sehen. Bis dahin gehe ich davon aus, dass das Häschen das vom Guido-Reil-Institut für selbstgemachte Fakten hat.

Im Übrigen entstammen nur 10 oder 11 Mann der 25er Kaders der viel gescholtenen 1.FC Hagenhof den hier ständig verdächtigten Türken/Arabern/Albanern. 14 oder 15 sind dem Namen nach Deutsche oder Polen/Russen, die ja i.d.R Spätaussiedler sind und von strammen Patrioten ganz besonderen geschätzten Saft (echten deutschem Blut) angetrieben werden.

Abgesehen davon, dass die kolportieren Anfeuerungsrufe "Kana-ken", "Bim-bos", "Vergewaltiger" oder "Auf die sollten wir mal die Hunde loslassen" nicht so ganz typisch türkisch klingen, erscheint mir da aufgrund der bisherigen Berichterstattung beides möglich - überschäumendes Temperament oder überschäumender Patriotismus.

25.09.2019 - 14:53 - S04forever

@JHase Du hast es auf den Punkt gebracht.
Jeder Fall von Gewalt auf dem F.Platz oder abseits davon ist 1ner zu viel , da kann es auch keine 2 Meinungen geben.
Dem Spieler auf diesem Weg gute Besserung und das er dies alles verarbeitet.
Das es aber gerade auf den Plätzen unseres Landes Probleme mit Spielern gibt, die einen Migrationshintergrund besitzen, sollte und muss auch gesagt werden dürfen und nicht aufgrund dieses traurigen Vorfalls unter den Teppich gekehrt werden., zumal in diesem Fall ja auch nicht klar ist, wer da überhaupt rassistisch in Erscheinung getreten ist.

25.09.2019 - 12:55 - JHase

@asaph:

-Hassausbrüche (...) gerade von Rechtsextremem und deren Sympathisanten..-

Wie heißt der Planet auf dem du lebst? Realität und Tatsachen scheinen ja nicht so dein Ding zu sein.

Erst einmal gibt es, laut Statistik, nur in 0,5 % aller Spiele Probleme mit Gewalt auf dem Platz. Aber 90 % aller Gewalttäter sind dann Ausländer.
Aber das sind dann keine Belgier, Schweden oder Japaner sondern vorwiegend Türken, Nordafrikaner, Slawen.

Und den einzigen Toten von dem ich weiß gab es in der Niederlande, dort wurde ein Linienrichter von Marokkanern zu Tode geprügelt.

Natürlich wird das Wirklichkeitsverweigerer und Blödköppe nicht beeindrucken bzw. Redaktionstrolle.

25.09.2019 - 12:03 - asaph

Machhen wir uns doch nix vor:
Fussball ist Ersatzkrieg und Ventil für Hassausbrüche der übelsten Art - gerade von Rechtsextremem und deren Sympathisanten...
Solche Szenen, über die RS (nur aus dem Ruhrgebiet!) berichtet sind doch inzwischen in Europa normal und kommen jedes Wochenende
in DE , IT, UK u.a. vor....

25.09.2019 - 11:18 - Baby

Danke für die Korrektur, HN! Ich hatte allerdings vermutet, dass es sich eher um die Mannschaftsauflösung handelt und nicht um die des Vereines. Hut ab, wenn die da wirklich drüber nachdenken und das nicht nur eine Finte ist. Aber wenn die da wirklich und ernsthaft drüber nachdenken (um ein Zeichen für Verantwortung zu setzen), dann sollten Sie zu der Entscheidung kommen lieber den Verein bestehen lassen und abseits von sportlichen Erfolgsaussichten durch tägliches Handeln in den Kreisligen etwas zu verändern. Aber man kann ja keinem in den Kopf hinein gucken.

25.09.2019 - 11:10 - Hendrik Niebuhr

@Baby: Danke für den berechtigten Hinweis, ich habe das im Vorspann abgeändert.

25.09.2019 - 10:55 - Baby

Ich bin etwas verwirrt: die Überschrift suggeriert eine Vereinsauflösung ("Verein denkt an Auflösung"), dann folgt im Sub-Titel eine andere Aussage ("denkt Hagenshof offenbar über eine Auflösung seiner Mannschaft nach") und am Ende ist es doch wieder der ganze Club ("den Verein ganz aufzulösen"). Ich denke das sind zwei gänzlich andere Wege, deswegen sollten solche Aussagen explizit korrekt und eindeutig sein. Eine Mannschaftsauflösung ist gegebenenfalls Wischiwaschi (verantwortliche Spieler tauchen in anderen Teams oder Vereinen ggf. wieder auf; der Verein mildert ggf. Folgen von offiziellen Verhandlungen oder mildert Presseberichte ), eine Vereinsauflösung ist da ein ganz anderes Kaliber mit weitreichenden Konsequenzen auch für die handelnden Personen im (Ex-)Verein. Ob sowas sein muss, sei mal dahin gestellt. @RS: Bitte am Ball bleiben, aber mit korrekten und eindeutigen Aussagen. Danke.