Drittligisten ebnen Weg für Reform

22.02.2019

Regionalliga

Drittligisten ebnen Weg für Reform

Foto: Michael Gohl

Die Fußball-Drittligisten haben sich fast einstimmig für einen Kompromiss bei der Abstiegsregelung und einer Neuordnung der Regionalligen ausgesprochen.

19 der 20 Clubs erklärten am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung, dass sie vier direkte Absteiger aus der Dritten Liga in Verbindung mit einer Reduzierung der Regionalligen von fünf auf vier mittragen würden. Damit würde dann der jeweilige Meister aufsteigen. In diesem Jahr gibt es drei direkte Aufsteiger aus der vierten Liga, der vierte Platz wird in der Relegationen ermittelt. Zuvor mussten alle Vereine in die Relegation. Seit Jahren wurde gegen dieses Modell protestiert. Meister müssten direkten aufsteigen. Nun gibt es wieder Hoffnung, da sich die Drittligisten bis auf eine Ausnahme einig darüber sind, dass vier Klubs direkt aus der 3. Liga absteigen.

Darauf einigten sich die Vertreter der Dritten Liga im Rahmen ihrer turnusmäßigen Zusammenkunft, hieß es in der Mitteilung zur «emotional aufgeladenen Auf- und Abstiegsregelung nebst damit einhergehender Regionalliga-Reform».


Energie Cottbus beklagt höhere Reisekosten

Einzig der FC Energie Cottbus scherte aus. Der Verein lehne unter anderem die derzeit diskutierten Modelle mit vier Regionalligen ab. Die Vereine aus der Nordostliga würden dem Norden und Süden zugeteilt. Cottbus wertete dies als einen deutlichen Nachteil für die im Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbandes beheimateten Clubs. Energie beklagte deutlich höhere Reisekosten, «wodurch dem Verein ein noch größerer Wettbewerbsnachteil gegenüber Vereinen beispielsweise aus der Staffel West entstehen würde».

Die anderen 19 Drittligisten würden den Kompromiss mittragen, da es auf Grund kollidierender Interessen keine optimale und alle Vereine und Verbände zufriedenstellende Lösung geben könne. Die Vereine forderten von den Verantwortlichen des Nordostdeutschen Verbandes ebenfalls die Zustimmung mit dem Ziel einer fairen Aufstiegsregelung.

«Unberührt hiervon bleibt die Notwendigkeit einer mittelfristigen Neustrukturierung unterhalb der 3. Liga», hieß es. Die derzeit diskutierte Aufstiegsneuregelung könne nur eine Zwischenlösung sein. (RS, dpa)

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07.03.2019 - 07:23 - Rattenfänger

Was soll der Blödsinn mit Nordost? Die ehemalige DDR ist halt Ost, daher kann es nur eine Aufteilung in Nord, Süd West und Ost geben!

23.02.2019 - 09:17 - rwebvb

Fakt ist doch, das sich was getan hat und die Proteste der Fans und der Vereine was gebracht haben. Wenn jetzt noch die Zweitvertretungen der Bundesligisten eine eigene Liga haben und um die goldene Ananas spielen, dann hätte man doch eigentlich alles erreicht, was man so erreichen wollte.

23.02.2019 - 06:19 - Tradition07

100% Zustimmung Oekonom! Der Mann hat Ahnung, schon öfter aufgefallen.
Wenn in den ersten 3 ligen 18 bis 20 Vereine sind und in der 4. sind es 94, dann muss man kein Mathegenie sein, dass es ein Nadelöhr ist. Dieses wird dann noch durch die zweiten Mannschaften zusätzlich verstopft...
Die drittligisten und auch die zweitligisten und erstligisten denken alle zu kurzfristig. Wie der Ostwestfale richtig sagt sollten die Entscheider mal dran denken, dass auch sie mal in die 4. Liga gehen könnten. Und das geht ganz schnell, Lautern ist z.b. auf dem weg dorthin. Wenn der MSV Vorsitzende sagt, zur 2. Liga gibt es keine Alternative (und sein MSV ist letzter!!!), dann ist das zwar unseriös, aber zeigt das krankhafte System. Der Unterschied von der 2. In die 3. Bzgl. Der fernsehgelder ist viel zu gross. Auch von der 2. Zur 1. Hier braucht es ein solidarsystem, da muss verteilt werden. Den Vereinen müsste vom DFB klar gemacht werden, dass sie in ihrem eigenen Interesse handeln. Aber dazu sind die Eier beim DFB zu klein und die Interessen der derzeit grossen Vereine zu gross....traurig!!!

22.02.2019 - 22:57 - tmause

@Puma: war nur ne Frage. Weil die Roten so ziemlich die Letzten sind, die mit der Meisterschaft in den nächsten Jahren was zu tun haben werden. Oder siehst Du das nach Bonn anders?

22.02.2019 - 18:57 - Brückenschänke

Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass eine Teilung der 3. Liga die bestmögliche Alternative sein wird, sowohl aus wirtschaftlichen wie aber auch aus sportlichen Gründen.

22.02.2019 - 18:51 - DerOekonom

"Die Vereine aus der Nordostliga würden dem Norden und Süden zugeteilt." Also in den anderen Ligen bleibt alles beim alten, da hier wohl keine Gebietsveränderungen anstehen.

Die langfristige Lösung kann am Ende in der Teilung der dritten Liga in zwei Ligen liegen. Aus Kostenüberlegungen, aber auch um aus dem Stau in den vierten Ligen raus zu kommen. Hier im Westen wären sicher 5 oder 6 Vereine tauglich für die dritte Liga, die aus Liga 4 so nie raus kommen werden. Und in anderern Ligen mag es auch einige Vereine geben, die tauglich für Liga drei wären. Das alles muss mit einem Aufstiegsverbot ab Liga 4 für die Zweitvertretungen der Buli-Vereine verbunden sein. Mitspielen gerne, bei Platz 1 steigt aber der nächste "normale" Verein auf.

Zu klären wäre dann der Aufstieg in Liga 2, die man auf z.B. 20 Vereine aufstocken könnte bei vier Absteigern. Aber so mit einer dritten Liag werden die alten Vereine mit Potential in 100 Jahren noch in Liga vier spielen, weil einfach kein Platz für die Vereine in Liga drei da ist.

22.02.2019 - 17:59 - Ostwestfale

Reduzierung der Regionalligen von vier auf fünf? Würde wahrscheinlich bedeuten, in einer Art Quali-Saison muss man mindestens Platz 12 erreichen, um sich für die neue viergleisige Regionalliga zu qualifizieren. Sehe es schon kommen, RWE vor dem 34. Spieltag auf Platz 13, Heimspiel gegen den längst abgeschlagenen SV Kleinkackenfenne, ein Sieg bei gleichzeitigem Punktverlust des 12. SV Straelen bei Fortuna Düsseldorf 2 vorausgesetzt, würde für die Eroberung des 12. Platz reichen. Ihr wisst, was dann passieren wird....
Wie auch immer, alles ist (wahrscheinlich) besser als die jetzige Situation, zudem müssen auch die Drittligisten auf dem Schirm haben, dass sie bei einem Absturz in die Regionalliga auch mal irgendwann wieder hoch möchten. Aber irgendeine fette Kröte zum schlucken werden sich die hohen Herren für die Regionalliga schon ausdenken.

22.02.2019 - 17:24 - am Zoo

@ Puma1907 - ich nicht!!!
Ob WAT09, RWO, RWE oder WSV - irgendwann würden alle mal "hochrutschen"
Tschuldigung - oder auch die Aachener mal wieder, gehören ja nicht in die Nähe des Ruhrgebiets.
Wir aus dem Tal ja auch nicht, aber die Nähe macht es :-)
Und "sorry" Hotte, du auch nicht :-)
Hoffen wir das Beste, bin sehr wahrscheinlich nicht alleine hier mit meiner Meinung - Prost!!!!

22.02.2019 - 17:05 - Puma1907

@Regio2019
Und? Was dagegen???

22.02.2019 - 17:00 - am Zoo

Das wäre mal was!!!
Nicht das der WSV etwas damit zu tun hätte in den nächsten Jahren - leider.
Aber: Der Meister gehört aufgestiegen!!!!
Also ich fände das gut, ob es umgesetzt wird - who knows…….

22.02.2019 - 16:32 - RoyBär

@Julius.Oppermann
Setz mal den Aluhut ab Herr Kollege. ??

22.02.2019 - 16:23 - Regio2019

Warum zeigt man zu diesem Thema ausgerechnet ein Bild mit Spielern von RWE….?

22.02.2019 - 15:31 - Julius.Oppermann

Cottbus hat recht, dass die Reisekosten ein großes Problem sind, zumal die wenigsten Regionalligisten mit dem Flugzeug reisen dürften.
Neben dem Diesel wird man bald auch das Benzin verbieten. Mit Elektroautos, das die Politik den Deutschen vorschreiben wird, muss man alle 150 km Strom nachladen, so dass Reisen von Cottbus nach Burghausen mehrere Tage dauern werden. Ladestationen werden sehr rar bleiben.
Überhaupt wird bei diesen Fußball-Reformen viel zu wenig an die kommenden schlimmen Zeiten in Deutschland gedacht: Eine Rezession steht vor der Tür, die Firmen entlassen kräftig, die Transportprobleme werden immens. Die wenigsten Fans werden sich überhaupt noch Reisen zu Spielen leisten können. Es wäre auch zu viel verlangt, wenn DFB-Fußballfunktionäre über den Fußball hinausdächten. Die Aufstiegsregel der Regionalligisten dürfte bald in Deutschland noch die geringste Sorge sein.

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