S04

Die Ultras GE rechnen mit Schalke-Jahr 2020 ab

Stefan Bunse
17. Dezember 2020, 08:19 Uhr
Foto: firo

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In einer Sonderausgabe ihres Organs „Blauer Brief“ haben die Ultras Gelsenkirchen mit dem Jahr 2020 aus Schalker Sicht abgerechnet.

Normalerweise erscheint das Organ der Ultras Gelsenkirchen zu jedem Schalker Heimspiel. Gegen eine freiwillige Spende ist es am Spieltag erhältlich. Während der Corona-Zeit, bei der keine Zuschauer in den Stadien zugelassen sind, jedoch nicht. In einer zweiten Sonderausgabe seit Ausbruch der Pandemie haben die Ultras Gelsenkirchen nun mit dem Seuchenjahr des FC Schalke 04 abgerechnet.

„Sportlich begann das Jahr wie bereits erwähnt bestens. Niemand ahnte damals, welche 180 Grad Wendung es nehmen sollte. In den folgenden Partien spielte sich unsere Elf nach und nach in eine handfeste Krise und so langsam wurde auch ein gewisses Virus immer mehr Hauptthema in den Medien“, schrieben die Ultras. „Nach unserem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim hatte das neuartige Coronavirus dann auch die Fußballwelt erreicht. Sollten zunächst die Spiele unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden, wurde sich nach Protesten entschieden den Ligabetrieb zu pausieren.“

Dann wiesen sie auf ihre gesellschaftlichen Aktivitäten während der Krise hin. „Wir legten in der freien Zeit nicht entspannt die Füße hoch, sondern griffen den betroffenen lokalen Geschäften, Kneipen und Restaurants unter dem Motto „helpgelsen“ unter die Arme. 

Durch den Verkauf von fast 6.000 T-Shirts konnten insgesamt 62.514,00 Euro ausgezahlt werden. Auch mit dem Vertrieb von Jutetaschen während des zweiten Lockdowns konnten nochmal 6.000 Euro erzielt werden. Außerdem halfen wir zusammen mit Schalke hilft! Hygiene- und Lebensmittel an hilfsbedürftige Menschen auszuliefern“ schrieben sie. 

Dann übten sie heftige Kritik an der DFL. „Während die Welt damit beschäftigt war, das Virus in den Griff zu bekommen und die Wirtschaft irgendwie am Laufen zu halten, hatten die Bosse der millionenschweren Bundesligavereine keine anderen Sorgen als irgendwie den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, um die nächsten Millionen an TV Geldern einnehmen zu können.“

Auch der Härtefallantrag, bei dem die S04-Ticketbesitzer zunächst darlegen sollten, warum sie auf die sofortige Rückzahlung des Eintrittspreises für die nicht mit Zuschauern ausgetragenen letzten vier Heimspiele der vergangenen Rückrunde angewiesen sind, wurde nochmal aufgegriffen. „Ab dem 16. Mai rollte der Ball in Deutschlands Arenen jedenfalls wieder. Wirklich gejuckt hat das allerdings wohl die Wenigsten. Das Ganze hatte so gut wie nix mit dem Fußball zu tun, den wir lieben und wofür wir Woche für Woche ins Stadion pilgern. Unsere Mannschaft hingegen konnte froh sein, vor leeren Rängen zu spielen. Unter normalen Umständen hätten wir das leblose Gekicke nicht so teilnahmslos hingenommen.“ 


Den Spielbetrieb ohne Zuschauer bezeichneten sie als „Affentheater“. Auch die geplante Teilzulassung zur neuen Saison habe nicht viel an der „emotionalen Distanz zum Profigeschäft“ geändert.

Nun gelte es jedoch nochmal alle Kräfte zu bündeln, um den Abstieg des S04 in die 2.Liga zu verhindern. „Was bleibt also? Mit Sicherheit ein Jahr was so noch keiner erlebt hat und auch nicht wieder erleben möchte. Für unseren Verein gehen die letzten zwölf Monate als dunkelschwarzes Kapitel in die Geschichtsbücher ein. Am Ende bleibt uns allen nur zu wünschen, dass in 2021 schnellstmöglich wieder so etwas wie Normalität eintritt und wir vom Gang in Liga zwei verschont bleiben.“

Seit der 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg ist diese Hoffnung wieder ein Stück kleiner geworden.


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17.12.2020 - 22:54 - vomFlankengott

@ easybyter

Es war IHRE Aussage, dass sich "DIESE GRUPPIERUNG (also die Ultras) sich anmaßt über die Geschicke von Schalke zu bestimmen". Nicht meine Aussage! In IHREM zweiten Kommentar schreiben Sie dann im Gegensatz dazu aber: "Niemand der abstimmt maßt sich an über die Geschicke von Schalke abzustimmen."

DIE Gruppierung hat gar kein Stimmrecht, sondern nur einzelne Personen, also auch einzelne Ultras. Und diese Einzelpersonen würden abstimmen und nicht "die Ultras" als Gruppierung.

Es ist eine absolute Unsitte Menschen in Gruppierungen zusammenzufassen und sie daraufhin pauschal zu bewerten. Insbesonders wird dies gern mit allen möglichen gesellschaftlichen Minderheiten gemacht um sie anschließend pauschal zu disqualifizieren. So sind die Ultras in der riesigen Schalker Fangemeinde ja auch nur eine kleine (lautstarke) Minderheit. Es steht allen anderen frei sich ebenso lautstark Gehör zu verschaffen. Ich wüsste daher jetzt nicht was an deren Lautstärke kritikwürdig wäre.

Ich verstehe absolut wenn deren Positionen kritisiert werden. Null Verständnis habe ich aber, wenn die PERSONEN disqualifiziert werden. Schon gar wegen deren vermeintlichen oder auch tatsächlichen sozio-ökonomischen Status. Zumal schon der gesunde Menschenverstand einem schon sagen müsste, dass der sozio-ökonomische Status der Ultras mit Sicherheit nicht homogen sein kann.

Stellen Sie sich mal vor, Sie würden dieser Gruppierung angehören und hätten noch nie Hartz IV bezogen und würden dann pauschalierend immer wieder diesen Stuss hier über sich lesen.

Nebenbei, wenn Sie einen Beruf mit gutem Durchschnittsverdienst hatten und sie werden unglücklicherweise im Alter von 50 berufsunfähig (z.B. durch die Folgen einer Tumorerkrankung) kommen Sie auch auf dem gesetzlichen Sozialhilfeniveau an. Diese Personengruppe der berufsunfähigen Frühtentner ist übrigen die größte der Sozialhilfebeziehern.

Diese ganzen ständig hier anzutreffenden Pauschalsierungen - um nicht zu sagen dümmlichen Vorurteile - sagen im Inhalt NICHTS aus dafür aber über die Person, die Kommentar abgegeben hat VIEL aus.

GLÜCKAUF

17.12.2020 - 17:05 - 7seconds

@alles für schalke
reflektier dich mal. soll helfen !

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17.12.2020 - 16:46 - easybyter

@von Flankengott
NIemand der abstimmt maßt sich an über die Geschicke von Schalke zu bestimmen. Er hat e i n e Stimme und die gibt er so ab wie er es für richtig hält. Über die Geschicke entscheidet dann die Mehrheit der Stimmen. Das ist etwas ganz Anderes. Es ist das Recht eines jeden, seine Stimme abzugeben und wer maßt sich an, andere als wirklichkeitsfremde Daueroptimisten zu kennzeichnen? Das hängt doch sehr von der persönlichen Meinung ab. Unter den rund 160000 Mitgliedern wird es da sehr unterschiedliche Ausrichtungen und auch unterschiedliche Sachkenntnisse geben. Bei jeder demokratischen Wahl entscheiden Menschen, die über unterschiedliche Kenntnisse verfügen. Dat is nich Schalke, dat is Demokratie.

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17.12.2020 - 15:59 - vomFlankengott

@easybyter

ALLE Mitglieder, die abstimmen, maßen sich an über die Geschocke von Schalke zu bestimmen.

DAS ist ein Riesenproblem, weil dann selbst total wirklichkeitsfremde Daueroptimisten,
welche sich durch fehlende Sachkenntnisse offenbaren. über die Geschicke des Vereins abstimmen. Aber dat is Schalke.

GLÜCKAUF

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17.12.2020 - 15:38 - easybyter

Ohne das "Affentheater" und damit ohne die Fernsehgelder wären so einige Vereine, darunter in erster Linie Schalke, sicher längst pleite oder sollte der Staat die Millionengehälter der Spieler dann zahlen so als "Kurzarbeitsgeld"? Diese Gruppierung maßt sich an, über die Geschicke zu entscheiden. Was wenn die Misere vor Zuschauern stattgefunden hätte, in wiefern hätten sie das nicht hingenommen? Das klingt wie eine Drohung. Die Ultras mögen einige gelungene Aktionen durchgeführt haben, aber sie haben auch schon sehr sehr fragwürdig agiert und Spieler vergrault mit ihrem Anspruch. Sie wollen mitentscheiden, haben aber keine Sachkenntnisse. Ich glaube, dass viele Fans ohne diese Gruppierung gut leben könnten.

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17.12.2020 - 14:52 - Alles für Schalke

@it'ts man: Sehr guter Beitrag!

Die Ultras wollen, dass der Verein da spielt, wo andere Vereine als Aktiengesellschaften und anderen Ausgliederungsformen erfolgreich sind, aber halten an einem Status fest, mit dem man in der Oberliga besser aufgehoben ist. Das ergibt keinen Sinn!

Ich hatte schon überlegt, wie man diese Hartz Iv Verlierer los werden kann. Nichts gegen Menschen, die Hartz IV beziehen, ganz im Gegenteil. Aber zeigt mir mal ein Unternehmen, wo Menschen, die nicht mal in der Lage sind ihr eigenes Einkommen zu generieren, einem Unternehmen vorschreiben wollen, wie es finanziell aufgestellt zu sein hat!?

Wir werden die Typen am besten durch eine Ausgliederung los. Dann haben wir zwei Fliege mit einer Klappe geschlagen. Sollen die doch dann den "Wahrer S04" Verein gründen, haha.

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17.12.2020 - 14:03 - User1

It's man: Du hast genau den Punkt getroffen!
Die Ultras GE sind relativ selbstverliebt und meinen immer noch, sie wären die Grössten!
Schön, dass sie sich um den Verein sorgen, aber die Aktionen und die Wortwahl bei denen ist manchmal zum k...tzen!

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17.12.2020 - 13:03 - It's man

Was wollen die Ultras eigentlich - Profisport oder nicht? Sie bemängeln, dass „andere die Wirtschaft am Laufen hielten“ während „die Bosse“ nur an die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum Milionenscheffeln dachten. Wo ist da der Unterschied? Offenbar im mehrfach genutzten Bäh-Begriff „Millionen“. Merke: kleine Wirtschaft gut, große Wirtschaft schlecht. Ich erkenne das Engagement der Ultras durchaus an, aber ich respektiere den „Boss“ einer Kneipe in seinem Bemühen um den Betrieb ebenso wie den „Boss“ eines Bundesligavereins. Wer das nicht will sollte vielleicht besser nicht einem Verein wie Schalke anhängen, sondern sich was Hübsches in der Oberliga suchen.

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17.12.2020 - 12:42 - UNVEU

Wenn es bei den ganzen Schulden überhaupt ein Start in Liga 2 geben kann?

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