Bundesliga

Die Nullinger: Krisenklubs Schalke und Köln hoffen auf die Wende

16. Oktober 2020, 13:54 Uhr
Foto: firo

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Drei Spiele, null Punkte: Die Traditionsklubs Schalke 04 und 1. FC Köln hatten sich den Saisonstart ganz anders vorgestellt. Der Druck wird größer, Siege müssen her. 

Manuel Baum sprach betont ruhig und mit Bedacht. Der Neu-Trainer von Schalke 04 wollte die königsblaue Krise nicht noch größer reden, als sie ohnehin schon ist. Aber natürlich kennt auch der 41-Jährige die Horrorzahlen, die die Fans bewegen. Null Punkte auf dem Konto nach drei Spielen, nur ein Tor geschossen und 15 kassiert. Und nun droht zu Baums Heimdebüt zu allem Überfluss auch noch ein Vereins-Negativrekord.

Drei Punkte wären für den Tabellenletzten „natürlich extrem wichtig“, sagte Baum vor der Partie gegen Union Berlin (Sonntag, 18.00 Uhr/Sky): „Wir wollen alles dafür geben, dass wir die drei Punkte hier behalten“. Ähnlich klang auch Markus Gisdol, Baums Kollege vom Nullinger-Klub 1. FC Köln, vor dem Duell mit Eintracht Frankfurt: „Ich vertraue meiner Mannschaft, dass sie dagegen hält.“

Drei Spiele, null Punkte: Die Traditionsklubs Schalke und Köln hatten sich den Saisonstart ganz anders vorgestellt. Der Druck wird größer, Siege müssen her. Auch wenn die Saison ein „Marathon“ sei und „kein Sprint“, wie Baum sagte. Die Knappen haben ihre letzten sechs Bundesliga-Spiele alle verloren und damit den Vereins-Negativrekord eingestellt - sieben Mal in Folge hat Schalke in der Bundesliga noch nie verloren. Und nächste Woche steigt das Derby bei Borussia Dortmund.

Beide Klubs hoffen nach der Länderspielpause auf eine Art Neustart. Auf Schalke habe sich in den vergangenen Monaten „viel angesammelt“, was schiefgelaufen sei, sagte Baum, der Ende September die Nachfolge von David Wagner angetreten hatte. Zuletzt habe das Team im Training und im Testspiel gegen den Zweitligisten SC Paderborn (5:1) aber „gute Qualität“ auf den Platz bekommen. Gegen Union, defensiv eine der „ekligsten“ Mannschaften der Liga, will es Baum mit seinem neuen Anführer Mark Uth „offensiver“ angehen als zuletzt, „ohne die Defensive zu vernachlässigen“.

Auch in Köln wird die Stimmung nach 13 Spielen ohne Sieg ungemütlicher, doch damit soll Schluss sein. „Wir haben fast den ganzen Kader beisammen, ich freue mich, dass wir aus dem Vollen schöpfen können“, sagte Gisdol, für den unter anderem der zuletzt verletzt Anthony Modeste gegen die Eintracht (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) wieder eine Option ist: „Jetzt müssen wir schauen, dass wir Zählbares hinbekommen.“

Gisdol interessiert sich nach eigener Aussage gar nicht für „irgendwelche Serien“. Die Niederlagen in den ersten drei Spielen habe er „intensiv analysiert“, es gehe nun darum, die „individuellen Fehler“ abzustellen. „In der Basis“ stimme aber vieles: „Wir haben uns in vielen Bereichen verbessert, jetzt müssen wir nur noch die Ergebnisse verbessern.“ Gleiches gilt für Schalke - die Nullinger hoffen auf die Wende am Wochenende. sid

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17.10.2020 - 09:40 - DinoS04

Hallo Easy, die Analyse ist sehr treffend und bringt die aktuellen Probleme auf den Punkt, ein sehr sachlicher Kommentar, ohne die Polemik, die man hier im Forum so häufig findet.

16.10.2020 - 19:10 - easybyter

Entscheidend waren nicht die beiden Niederlagen gegen Bayern und Leipzig, denn dort werden auch noch andere Bundesligamannschaften verlieren; die Art und Weise wie man dort verloren hat und die Höhe der Niederlagen haben deutlich gemacht, dass Schalke zur Zeit ohne Biß und ohne Selbstvertrauen spielt. Nach dem ersten Tor des Gegners bricht die Truppe ein und die oft ganz ordentliche Anfangsphase ist vorbei. Wenn man dann auch noch seine Heimspiele gegen vermutlich direkte Konkurrenten wie Werder Bremen deutlich verliert, wird es brenzlig, denn gegen wen soll die Truppe denn dann noch punkten? Ich hoffe, dass Baum es schafft, das wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht, in der jeder bereit ist an seine Grenze zu gehen und zu kämpfen. Verlieren kann man dann immer noch und wenn man einmal in so einem Negativflow steckt, ist es schwer dort herauszukommen. Das geht oft nur über bedingungslosen Kampf, der zu Punkten und damit zu Selbstvertrauen und Respekt der Gegner führt. Es muss doch möglich sein, auch gegen einen engagiert pressenden Gegner - das wird Berlin übrigens auch sein - die Mittelline mal vernünftig zu überspielen und nach vorne Druck zu machen. Tore werden selten aus der eignen Hälfte erzielt. Und wenn dann mal ein Spieler ein Risiko eingeht und dabei den Ball verliert, muss er selbst aber auch seine Mitspieler energisch reagieren, um einen wirksamen Konter zu verhindern. Mal sehen, ob wir gegen Berlin etwas von diesen Tugenden sehen.